Überblick

Seit Jahren verändern Technologien unser Verhältnis zu Arbeit, Arbeitszeit und Arbeitsort. Dieser Wandel beschleunigte sich im Jahr 2020 noch: Arbeitgeber sehen sich heute gezwungen, die Rechte und Pflichten der Arbeitnehmer sowie deren tägliche Erfahrung zu überdenken. Gelegenheiten für Neuerungen in Bereichen wie „Kultur“ und „Talente“ bieten sich im Überfluss, denn jetzt beginnt ein Zeitalter des Ausprobierens, in dem Visionen zur Zukunft der Arbeit prototypisch umgesetzt werden.

Auch Ende 2020 arbeiteten Millionen von Büroangestellten noch immer von zu Hause – sie lebten im Prinzip im Büro.

Worum geht’s?

Für einen beträchtlichen Teil der Mitarbeiter wurde aus dem Arbeiten zu Hause ein Leben im Büro. Das hat einen enormen Einfluss auf die Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Früher konnten wir davon ausgehen, dass unsere Arbeitgeber die Kosten für einen Großteil dessen, was wir brauchten – Schreibtisch, Stuhl, Computer, Internetzugang – übernehmen. Viele Remote-Arbeiter tragen diese Kosten jetzt selbst. Hinzu kommt: Arbeitnehmer werden zwar weiterhin bezahlt, verlieren durch die entfallende physische Präsenz jedoch Mehrwerte wie den sozialen Austausch, den Wissenstransfer sowie den Aufbau von Soft und Hard Skills.

Die Nutzerzahl von Diensten, die das Arbeiten aus der Ferne erleichtern, stieg wenig überraschend sprunghaft an. Das Büro als Arbeitsort ist zwar kein Auslaufmodell, aber verschiedene Unternehmen erwägen nun andere Optionen. Wir können davon ausgehen, dass die Zukunft keine pauschalen Lösungen bereithalten wird – vielmehr ist es sehr gut möglich, dass jedes Unternehmen individuelle Regelungen haben wird. In einer weltweiten Umfrage gaben drei Viertel der Arbeitnehmer an, dass sie sich eine Mischung aus Präsenz- und Fernarbeit als neue Norm wünschen, wobei sie eine 50/50-Teilung als ideal ansehen.

Wie geht’s weiter?

Es ist wichtig anzumerken, dass es hier nicht nur um Büroangestellte geht, sondern um alle Arbeiten, die remote erledigt werden können. Denken Sie außerdem daran, dass örtlich anders verteilte Arbeit auch jene Menschen betrifft, die die entsprechenden Mitarbeiter unterstützen.

Arbeitgeber können in vier Hauptbereichen innovativ sein:

Technologie: Viele der Unternehmen, die die digitale Transformation bislang zögerlich angegangen sind, haben nun die Gelegenheit zur Umsetzung genutzt. Wahrscheinlich werden Hard- und Software, die Remote- und Teamarbeit unterstützen, schon bald alltäglich sein. Unternehmen, die früher als andere in diesen Bereich investieren, können sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Kultur: Arbeitgeber brauchen eine Unternehmenskultur, die speziell auf virtuelle Teams zugeschnitten ist. Dabei sollten die Unternehmen jedoch berücksichtigen, dass viele der Variablen, aus denen sich diese Kultur zusammensetzt, nicht ihrer Kontrolle unterliegen. Die informelle, nicht geplante Kommunikation zwischen Kollegen ist wertvoll, denn sie beugt unter anderem der sozialen Isolation vor.

Talente: Wo es um Wertschätzung und Belohnung von Mitarbeitern geht, eröffnen sich ebenfalls Chancen. Standortabhängige Gehaltsunterschiede müssen neu bewertet werden und das Recruiting-Team kann dank Remote-Arbeit ein breiteres Bewerberfeld ansprechen als je zuvor. Die Unterstützung von Remote-Arbeit wird zu einem Benefit für Mitarbeiter – die Möglichkeiten reichen vom Breitbandanschluss zu Hause über Büromöbel bis hin zur Kinderbetreuung oder der Hilfe bei der Seniorenpflege. Beide Seiten profitieren: Wenn Mitarbeiter ortsunabhängig arbeiten, können Arbeitnehmer und Arbeitgeber ihr Netz viel weiter auswerfen.

Kontrolle: Es ist eine wachsende Herausforderung für Arbeitgeber, dafür zu sorgen, dass Remote-Mitarbeiter ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen. Das wirft eine Reihe von Fragen bezüglich der Kontrollmechanismen auf. Beispielsweise ist die Implementierung einer effektiven Cybersicherheit für Remote-Arbeiter essenziell wichtig, aber auch die Frage im Zusammenhang mit der Privatsphäre. Monitoring-Software zur Überwachung von Mitarbeitern boomt – doch wie wirkt sich das auf das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus?

Das Büro als Arbeitsplatz ist nicht tot, aber in vielen Unternehmen wird es jetzt neu definiert.

Mark Curtis

Managing Director – Interactive, Head of Innovation and Thought Leadership


Martha Cotton

Managing Director – Interactive, Fjord Co-Lead, Global​

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Denken Sie über die ethischen Aspekte der Remote-Arbeit nach. Stellen Sie wechselseitiges Geben und Nehmen in den Mittelpunkt Ihrer Überlegungen zur veränderten Arbeitslandschaft und dem „Wo“ und „Wie“ der Leistungserbringung. Das Zuhause Ihrer Mitarbeiter*innen ist und bleibt deren persönlicher Bereich; Privatsphäre und Freiheit sind wichtig.

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Legen Sie fest, welche Aspekte der Remote-Arbeit Sie ausdefinieren wollen: beispielsweise die Kleiderordnung, die Zeiteinteilung oder die Messung der tatsächlichen Leistung statt der am Schreibtisch verbrachten Zeit. Umgekehrt gilt es zu fragen: Welche bei der Präsenzarbeit üblichen Regeln gelten auch zu Hause?

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Entwickeln Sie aus dem Zusammenspiel von Technologie und Kultur ihre perfekte Lösung für flexibles Arbeiten und größere Resilienz

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