Überblick

Wir verbringen unzählige Stunden vor Bildschirmen. Dabei stellt sich angesichts ewig gleicher Designs eine gewisse Langeweile ein. Menschen kämpfen darüber hinaus mit Bildschirmmüdigkeit. Daher müssen Unternehmen Design, Content, Zielgruppen und die Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren überdenken, um die Zeit vor dem Screen spannender und einfach schöner zu machen.

Heimbildschirme sind wichtiger denn je, doch zugleich ist die Bereitschaft, Touchscreens im öffentlichen Raum zu nutzen, auf dem Nullpunkt.

Worum geht’s?

Heimbildschirme sind wichtiger denn je, doch zugleich ist die Bereitschaft, Touchscreens im öffentlichen Raum zu nutzen, auf dem Nullpunkt. Solange nicht ein Großteil der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft ist, bleibt der Touchscreen eine schwierige Form der Interaktion. Mehrere Unternehmen arbeiten derzeit an Alternativen. Schon vor der Pandemie wurde die Interaktion im Nahbereich zunehmend berührungslos, etwa mit Selbstbedienungskassen, die automatisch in der Nähe befindliche Artikel scannen.

Sinkende Kosten und steigende Qualität von Kameras und Tools für die Videobearbeitung brachten Content-Produzenten aus dem Profi- und Amateurbereich einander näher. Sie beeinflussen sich immer häufiger gegenseitig, wodurch neue ästhetische Standards entstehen. Doch Benutzeroberflächen-Kits (UI-Kits) sowie standardisierte Designsprachen und Roboter-Designsysteme bedeuten auch, dass die Anwendererfahrung eintöniger wird.

Dieser Mangel an Innovation macht die immer länger werdende Bildschirmzeit zu einer lästigen Pflicht. Die Bildschirmmüdigkeit ist das Ergebnis eines Mangels an nonverbalen Signalen und einer Flut von verbalen Informationen, die unser Gehirn stark beanspruchen. Das macht Online-Meetings anstrengender als persönliche Treffen. Als Reaktion darauf haben einige Designfirmen die Interaktionen auf Zoom überdacht und Verbesserungspotenziale ausgemacht. Kunden wollen Erlebnisse, die sie herausfordern und inspirieren. Die Unternehmen sollten darauf reagieren.

Das finnische Rap Duo JVG trat vor 150.000 Fans online auf, die darauf mit Gesten und Emojis reagieren konnten.

Wie geht’s weiter?

Marken, die sich von überholten Normen und restriktiven Designvorlagen lösen, können sich am Markt differenzieren. Mit dem richtigen Inhalt, verpackt in einem großartigen Design, kann eine Interaktion am Bildschirm genauso spannend sein wie in der echten Welt.

Im Bereich von Spieleplattformen, sozialen Medien und Mixed-Reality-Umgebungen wird viel experimentiert. Allein Discord5, eine Plattform für Clubs, Gamer, Künstler und Freundesgruppen, verzeichnete im vergangenen Jahr 47 Prozent mehr Nutzer. Anwender mit gemeinsamen Interessen können sich mit einem Spotify-Plug-in sowie Video-Livestreams von Twitch und YouTube an Hörerevents beteiligen oder einfach zusammen abhängen. Live-Performance, Socializing und Plattformen werden auch in Zukunft weiter miteinander verschmelzen. Die großen Anbieter bereiten sich bereits darauf vor: Spotify etwa hat seiner App virtuelle Veranstaltungen hinzugefügt, sodass Fans die Künstler per Stream bei „Live“-Vorstellungen erleben können. Unternehmen können außerdem Innovationen voranbringen, indem sie das Publikum stärker in die Erfahrung einbinden – als Zuschauer oder als aktive Teilnehmer, als Schöpfer oder Mitgestalter.

Für Unternehmen wird es entscheidend sein, diese Trends verantwortungsbewusst weiterzutreiben. Die Unmenge an Daten, die Kunden bei ihren längeren Aufenthalten im Web generieren, muss akribisch verwaltet werden. Darüber hinaus werden sich jenen Unternehmen, denen die Kunden zutrauen, ihre Daten sinnvoll zu verwenden, weitere Chancen eröffnen.

Marken, die sich von überholten Normen und restriktiven Designvorlagen lösen und verstehen, dass Menschen heutzutage noch hungriger nach kreativem Content und neuen Interaktionen sind, können sich am Markt differenzieren.

Mark Curtis

Managing Director – Interactive, Head of Innovation and Thought Leadership


Martha Cotton

Managing Director – Interactive, Fjord Co-Lead, Global​

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Sagen Sie ganz offen, dass Sie kreative Risiken in Sachen Benutzeroberfläche und Kommunikation eingehen – und tun Sie es dann auch. Lassen Sie Ihre Marke nicht im Meer monotoner Designs untergehen.

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Das Wichtigste zu diesem Thema

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