In Kürze

In Kürze

  • Ein Drittel (31 %) der Beschäftigten1 in der öffentlichen Verwaltung fühlt sich laut Befragung an ihrem Arbeitsplatz nicht dazugehörig.
  • Das Zugehörigkeitsgefühl zu stärken ist ein Muss, denn es kann verhindern, dass Mitarbeiter:innen ihre Motivation verlieren oder sogar kündigen.
  • Arbeitgeber können das Zugehörigkeitsgefühl stärken, indem sie gezielt wertschätzende Momente in einem integrativen Umfeld schaffen.
  • Der Einfluss gelebter Zugehörigkeit ist erheblich: Der „Sense of belonging" setzt fünfmal mehr Potenzial und mehr Produktivität in den Menschen frei.


Die vergangenen zwei Jahre der Pandemie haben nicht nur die Arbeitsweise der öffentlichen Verwaltungsangestellten verändert, sondern teils auch persönliche Prioritäten verschoben. Das zeigt unter anderem unsere Accenture-Studie „Better to belong". Dort haben wir festgestellt, dass ein Drittel (31 %) der Beschäftigten1 in der öffentlichen Verwaltung das Gefühl haben, an ihrem Arbeitsplatz nicht dazuzugehören. Wenn Führungskräfte in der öffentlichen Verwaltung sie nicht vom Gegenteil überzeugen können, riskieren sie, dass diese Mitarbeiter:innen ihre Motivation oder Produktivität verlieren oder möglicherweise sogar kündigen.

Der positive Effekt des Zugehörigkeitsgefühls am Arbeitsplatz ist stark und setzt bis zu fünfmal mehr Potenzial in den Menschen frei. Um herauszufinden, wie Führungskräfte in der öffentlichen Verwaltung gezielt Zugehörigkeit fördern, haben wir auf Basis der globalen, branchenübergreifenden Studie „Better to Belong" Forschungen durchgeführt. Rund 1.200 Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung und mehr als 600 Nutzer von staatlichen Dienstleistungen haben daran teilgenommen.

Menschen wollen gesehen und geschätzt werden

Was gehört aber dazu, um sich wahrhaftig zugehörig zu fühlen? Ein starke Basis bilden die transformativen Elemente der Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (Diversity, Equity and Inclusion, DEI). Für Führungskräfte heißt es aber auch, sicherzustellen, dass jeder Mensch eine reelle Chance hat, gehört und gesehen zu werden, eine interessante Arbeit zu verrichten und neue Fähigkeiten zu erlernen.

Ein starkes Zugehörigkeitsgefühl ist nicht nur für das Individuum ein starker Ansporn, sondern wirkt sich auch positiv in der gesamten Behörde aus.

56 %

höhere Leistungsfähigkeit im Job.

50 %

weniger Personalfluktuation.

75 %

weniger Krankheitstage.

49

Millionen € jährliche Einsparungen für eine Organisation mit 10.000 Beschäftigten.

Bereits der Fokus auf zwei Schlüsselbereiche setzt die Veränderung in Gang:

  1. Momente, die zählen – das sind die großen, entscheidenden Anlässe in der Karriere eines Menschen und meint nicht nur Beförderungen. Sie beginnen bei der Einarbeitung, zeigen sich in der Reaktion des Arbeitgebers auf Ereignisse im Leben eines Menschen und reichen bis zur Vergütung und sogar zum Ausscheiden aus dem Unternehmen.
Diese Grafik zeigt, wie sehr sich die Mitarbeiter von Behörden in den verschiedenen wichtigen Momenten unterstützt fühlen.
  1. Erfahrungen im Alltag – das tägliche Miteinander hat starke Auswirkungen auf das Gefühl der Zugehörigkeit der Mitarbeiter:innen. Es schließt auch Themen ein wie das Nutzen persönlicher Fähigkeiten, Unternehmensfaktoren (z. B. Unternehmensführung) und einzelne Faktoren wie der Entwicklungswille.

Zugehörigkeit in der Praxis

Um als Arbeitgeber und Führungskraft Zugehörigkeit aktiv zu stärken, sind vor allem Bereiche wie Befähigung, Vielfalt und die Entwicklung von Kompetenzen einen genauen Blick wert.

Befähigung

Angestellten mehr Eigenverantwortung für ihre Arbeitsweise zu übertragen gibt ihnen mehr Kontrolle über Produkte und Ergebnisse.

Vielfalt

Damit sich die Mitarbeiter:innen wohlfühlen, sollten Unternehmen die Zusammenarbeit so gestalten, dass die Vielfalt innerhalb des Teams gefördert wird.

Qualifikation

Die Verwaltung sollte allen Menschen die Möglichkeit geben, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln oder umzuschulen, wenn sich die Anforderungen ändern.

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Durch das Fördern echter Zugehörigkeit können Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung bis zu fünfmal mehr Potenzial in den Menschen freisetzen.

Blick auf die Zukunft

Das Zugehörigkeitsgefühl zu stärken ist ein Muss für Organisationen in der öffentlichen Verwaltung. Der große Vorteil: Es herrscht kein Mangel an Möglichkeiten, um dieses Ziel zu erreichen.

Der Gesetzgeber fordert und fördert die Vielfalt der Belegschaft in der öffentlichen Verwaltung, und es gibt ein klares Bekenntnis zur Schaffung von Gleichstellung am Arbeitsplatz.

Im gleichen Maße wie Unternehmen der Privatwirtschaft ihr Engagement für DEI aufstocken und ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl am Arbeitsplatz schaffen, muss die öffentliche Verwaltung sich in diesem Bereich besser aufstellen, um im Wettbewerb um Spitzenkräfte mithalten zu können.

Das Fazit: Die wichtigen Momente in der Karriere der Mitarbeiter:innen und ihre Alltagserfahrungen zu verbessern ist eine enorme Chance. Durch ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl kann es gelingen, die Weichen für eine Zukunft der gerechteren Arbeit zu schaffen. Es gibt also nur Gewinner, wenn sich Angestellte der öffentlichen Verwaltung zugehörig fühlen.

1 „Mitarbeiter:innen" meint Regierungsangestellte und Beamt:innen, die direkten Kundenkontakt haben, um Bürger:innen zu helfen. Auch diejenigen, die diesen Mitarbeiter:innen mit Kundenkontakt direkt zuarbeiten, sind in dieser Studie inkludiert.

Rainer Binder

Managing Director – Public Service, Social Services Lead


Marni Poropat

Director – Consulting, Public Service, Australia and New Zealand


Sarah Berger

Manager – Accenture Research, Public Service

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