STUDIE

In Kürze

In Kürze

  • Konsequente Kundenorientierung wird immer wichtiger: Kunden erwarten ganzheitliche Produkt- und Serviceangebote passend zu ihren Lebenswelten
  • Aus diesen Angebotsansätzen erwachsen Chancen für Versicherer – innerhalb und außerhalb der klassischen Versicherungsprodukte und -services
  • So werden Partnerschaften, Ökosysteme und Plattformen immer relevanter: Versicherer müssen ihre Rolle entlang der neuen Geschäftsmodelle definieren
  • Die Accenture Studie befasst sich dazu detailliert anhand von Zahlen und Ergebnissen aus mehr als 30 Interviews mit Versicherern aus der DACH-Region
  • Dazu werden die relevanten B2C- und B2B-Lebenswelten und Ökosystemansätze ausführlich beleuchtet
  • Erfahren Sie mehr über die „Ökosysteme in der Versicherungsindustrie“ und laden Sie sich unser Whitepater hier herunter


Kundenerwartungen treiben Plattformökonomie voran

Das Kundenverhalten hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Kundenanspruch und
-erwartung nach flexiblen, individuellen und digitalen Produkten und Angeboten ist gestiegen und diese Erwartungshaltung wird auch in den Versicherungssektor reingetragen. Das beobachten Versicherer schon seit einiger Zeit. Der Kunde wünscht sich holistische und integrierte Lösungen, die - individuell an seine Lebenswelt angepasst - jederzeit verfügbar sind. Anhand der Zahlen und Ergebnisse unserer Accenture Studie „Ökosysteme in der Versicherungsindustrie“ wird deutlich, dass der Weg ins Ökosystem für Versicherer schon fast unabdingbar ist. Diese nehmen den Paradigmenwechsel durchaus sehr ernst. 62% der Studienteilnehmer rechnen beispielsweise damit, dass Lösungen im Privatkundenbereich immer holistischer werden und sich in Zukunft stark oder sehr stark an relevanten Themen- und Bedarfsfeldern orientieren. Im Firmenkundensegment sind es sogar 65%.

Von Spartenstrukturen zu Lebenswelten

Unter dem Aspekt der veränderten Kundenerwartung betrachtet, sollten Versicherer also dort präsent sein, wo der Kunde sich gerne aufhält. Das sind Orte, die höchstmögliche Convenience und umfassenden Service mit tief integriertem Gesamterlebnis bieten. Die klassische Spartenlogik beginnt an vielen Stellen zu verschwimmen und muss einem neuen Konzept Platz machen: den Lebenswelten.

Das Konzept der Lebenswelten ernst zu nehmen heißt auch, die klassische Definition von Märkten und Segmenten aufzubrechen. Die Priorisierung und Auswahl ihres Spielfelds sollten Versicherer zukünftig entlang der kontextgetriebenen Lebenswelten und Lebensereignissen vornehmen. Welche Lebenswelten in den nächsten Jahren die größten Umsatz- und Wachstumspotenziale bergen, haben wir in unserer Studie ausführlich untersucht – mit überraschenden Erkenntnissen: So bleiben im Privatkundensegment die für Versicherer typischen Lebenswelten Gesundheit, Reisen und Mobilität aufgrund ihrer Größe weiterhin relevant, doch für Felder wie Freizeit, Familie & Freunde oder Konsum & E-Commerce zeichnen sich im Vergleich deutlich höhere Wachstumsdynamiken ab.

B2C-Lebenswelten und deren Wachstumsraten

In der Studie finden sich auch Einschätzungen zu den Lebenswelten für Firmenkunden.

Strategischer Fokus auf systemischer Relevanz

Die größte strategische Relevanz in den B2C-Märkten sehen die Studienteilnehmer – Verantwortliche und Entscheidungsträger aus der Versicherungsindustrie – weiterhin in Lebenswelten, in denen Versicherer traditionell und strukturell auch in der Vergangenheit eine zentrale Rolle gespielt haben. So sind Versicherer in den Bereichen Pflege & Alltagshilfe sowie Gesundheit & Fitness als „Bezahler“ im System immanent und damit heute schon in einer starken Ausgangsposition. Im Bereich der Mobilität sind sie durch die Versicherungspflicht im Bereich Kfz-Haftpflicht heute unverzichtbar. Folgende Lebenswelten haben für die befragten Versicherer der DACH-Region die höchste Relevanz (Skala von 1 = nicht relevant bis 5 = sehr relevant):

4,4

erhält die Lebenswelt Pflege & Alltagshilfe

4,1

erhält die Lebenswelt Gesundheit & Fitness

4,1

erhält die Lebenswelt Mobilität

Positionierung und Rolle innerhalb der Ökosysteme

Plattformen und Ökosysteme realisieren den Austausch von Informationen, Produkten und Dienstleistungen sowie monetären und nicht-monetären Werten. Um das dafür notwendige Zusammenspiel zwischen den beteiligten Partnern zu organisieren, bedarf es klarer Strukturen, Regeln und Rollenverteilungen. Im Rahmen dieser Studie haben wir die unterschiedlichen Rollenambitionen der Studienteilnehmer untersucht. Dabei unterscheiden wir neben dem Kunden zwischen drei wesentlichen Rollen, die Versicherer einnehmen können: Orchestrator, Schlüsselpartner und Teilnehmer. Entlang der einzelnen Lebenswelten ergibt sich daraus ein differenziertes Bild (hier am Beispiel B2C):

Welche Rollen Versicherer im B2C-Bereich einnehmen möchten

Es wird deutlich, dass sich Versicherer der DACH-Region in den für sie relevanten Lebenswelten in Teilen auch die Orchestrator-Rolle oder zumindest die als Schlüsselpartner eines Ökosystems zutrauen. Doch um diese Ziele tatsächlich zu erreichen und die Wachstumspotenziale zu heben, müssen Versicherer einige Herausforderungen überwinden und ihre technologischen und strategischen Ziele konsequent verfolgen.

Viele weitere Details zu Lebenswelten, Potenzialen, Herausforderungen und Strategien finden Sie in unserer Studie „Ökosysteme in der Versicherungsindustrie“, die Sie hier runterladen können.

Über die Autoren

Werner Rapberger

Strategy & Consulting – Financial Services Insurance Schweiz


Simon Röwer

Strategy & Consulting – Financial Services Insurance Deutschland


Uli Kleber

Strategy & Consulting – Financial Services Insurance Deutschland


Dr. Markus Schimmer

Strategy & Consulting – Financial Services Schweiz


André Schlieker

Accenture Research – Leiter Versicherungsresearch


Sachin Mathur

Accenture Research – Leiter Versicherungsresearch Wachstumsmärkte

MEHR ZU DIESEM THEMA

Global Consumer Study 2019
Insurers: Go all-in on ecosystems

ABONNEMENT-CENTER
Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden