STUDIE

In Kürze

In Kürze

  • Der Umsatz steigt, je enger sich die Mitarbeitenden mit ihrem Unternehmen, ihren Kollegen und ihren Vorgesetzten verbunden fühlen.
  • Mitarbeitende sind ihren Unternehmen weniger verbunden, als Entscheider glauben. Es gibt eine Kluft zwischen der Wahrnehmung von CxOs und ihren Teams.
  • Schaffen Sie ein vertrauensvolles Umfeld, das alle Mitarbeitende einbezieht – indem Sie ihre Bedürfnisse erfüllen und ihnen helfen, sich zu vernetzen.
  • Vier Schritte verbessern die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Unternehmenskultur – und damit Mitarbeiterbindung, Effizienz und Ergebnisse.


Über unsere Handys und Laptops sind wir immer miteinander vernetzt. Aber fühlen wir uns bei der Arbeit auch zwischenmenschlich verbunden?

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Mitarbeitenden fühlt sich mit seinem Unternehmen und seinen Kollegen stark verbunden.

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Mitarbeitenden hat das Gefühl, Probleme oder Konflikte bei Kollegen offen ansprechen zu können.

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Mitarbeitenden hat Führungskräfte, die auf seine Bedürfnisse eingehen, regelmäßig kommunizieren und ihm das Gefühl geben, dass alle Teammitglieder gleich behandelt werden.

Mit anderen Worten: Nur wenige Personen in einem Team – auch in Ihrem – haben das Gefühl, das zu bekommen, was sie brauchen, und können auf einer wirklich menschlichen Ebene zusammenarbeiten. Warum das wichtig ist? Weil enge menschliche Beziehungen in Ihrem Unternehmen ein signifikantes Wachstum ermöglichen. Wenn sich Mitarbeitende untereinander, mit ihren Führungskräften und mit ihren Aufgaben stark verbunden fühlen, verzeichnen ihre Unternehmen jährlich 7,4 Prozent mehr Gewinn als Unternehmen, bei denen das nicht der Fall ist.1

Das Gefühl, als Mitarbeitende einbezogen und integriert zu werden – egal von wo aus man arbeitet – und auch zwischenmenschlich miteinander verbunden zu sein, nennen wir Omni-Connection.

Was macht Omni-Connection aus?

Omni-Connection bedeutet gleiche Chancen für alle. Jede und jeder ist gleichberechtigt und kann sich einbringen – unabhängig vom Standort. (Gemeint ist nicht, immer online oder 24/7 verfügbar zu sein. Ganz im Gegenteil.) Auf diese Weise können Mitarbeitende Beziehungen knüpfen, persönlichen und geschäftlichen Wert und Einfluss generieren und ihre Karriere vorantreiben. Die vier wichtigsten Maßnahmen für diese Erfahrung der Omni-Connection sind:

  1. Modernes Leadership vermitteln: Führen Sie mit Empathie, Mitgefühl, Transparenz und Vertrauenswürdigkeit.
  2. Lebendige Kultur aufbauen: Pflegen Sie kulturelle Normen, die den Purpose, Authentizität und psychische Sicherheit in den Vordergrund stellen.
  3. Agile Organisation ermöglichen: Gestalten Sie Ihre Prozesse flexibler und skalieren Sie neue Arbeitsweisen.
  4. Mitarbeitende mit smarten Arbeitsmitteln ausstatten: Stellen Sie eine solide Basis an Technologien bereit und ermöglichen Sie es, Neues auszuprobieren.

Kultur und Talente stehen bei C-Level-Führungskräften ganz oben auf der Agenda

Wir haben zwischen Januar 2020 und April 2022 Gewinnmitteilungen von Unternehmen analysiert.2 53 % dieser Mitteilungen thematisieren die Unternehmenskultur und die Auswirkungen der Pandemie auf diese Kultur. Und jeder zweite CEO investiert in die Befähigung von Talenten, um die Transformation seines Unternehmens voranzutreiben.3

Viele Menschen überdenken derzeit jedoch ihre Einstellung zur Arbeit grundlegend – sei es aus freien Stücken oder notgedrungen. Die Gründe dafür sind vielfältig: die epidemische Verbreitung psychischer Probleme, Isolation, soziale Umwälzungen, wachsende Ungleichheit, die globalen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, unterbrochene Lieferketten, die steigende Inflation und vieles mehr. All das fordert seinen Tribut und schwächt die mentale Resilienz.

Die Menschen erleben nicht bloß eine neue Arbeitswelt. Sie LEBEN in einer ganz neuen Welt.

Leider drehen sich Gespräche über Unternehmenskultur noch zu häufig um den physischen Ort der Leistungserbringung. Und vielen Führungskräften ist das fehlende Verbundenheitsgefühl am Arbeitsplatz nicht bewusst. Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass Führungskräfte das Verbundenheitsgefühl ihrer Mitarbeitenden im Allgemeinen falsch einschätzen, nämlich doppelt so hoch wie in Wirklichkeit. Omni-Connection stärkt den persönlichen Austausch und führt zu messbaren geschäftlichen Effekten. Der Schlüssel dazu sind lebendige zwischenmenschliche Beziehungen.

Wie Sie eine starke Unternehmenskultur aufbauen

Nur 17 % der von uns befragten Personen erleben Omni-Connection am Arbeitsplatz. Dabei profitieren Mitarbeitende und Unternehmen enorm, wenn Omni-Connection in den Mittelpunkt der Mitarbeitererfahrung und der Unternehmenskultur gestellt wird:

Umsatz

Die Unternehmen verzeichnen einen zusätzlichen Gewinn von 7,4% pro Jahr.

Vertrauen

Die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeitende ihrem Unternehmen und ihrem Team mehr Vertrauen entgegenbringen, steigt um 29%.

Bindung

Die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeitende im Unternehmen bleiben, steigt um 59%.

Produktivität

Mehr als 90% der Mitarbeitenden sagen, dass sie überall produktiv sein können.

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Menschliche Bedürfnisse erfüllen und das volle Leistungspotenzial freisetzen

Unser Framework Net Better Off unterstützt Unternehmen dabei, die Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden zu steigern. Das Framework listet sechs menschliche Bedürfnisse auf, die dazu beitragen, zwei Drittel des bislang ungenutzten persönlichen Potenzials freizusetzen (siehe Abb. 1). Der bei weitem wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Omni-Connection besteht darin, dem „Net Better Off“-Ansatz zu folgen.

„Net Better Off“ adressiert grundlegende menschliche Bedürfnisse.

Die meisten Unternehmen investieren vorwiegend in den Bereich „Umsatz und Beschäftigung“ – also in Arbeitsplatz und Bezahlung. Für die Entfaltung des Potenzials sind jedoch Dimensionen wie „Emotionen und Mentales“ sowie „Beziehungen und Purpose“ wichtiger. Entscheidend für ein besseres Arbeitsklima sind außerdem ein ausgeprägter Sinn für Integration und Maßnahmen zur Förderung der psychischen Belastbarkeit. Hier jedoch klafft eine Lücke zwischen dem Bedarf der Mitarbeitenden und den Angeboten der Führungskräfte.

Hin zu einer Unternehmenskultur, die auf Omni-Connection basiert

Wir haben 1.100 Führungskräfte und 5.000 Arbeitnehmende in zwölf Ländern befragt. Die Befragten arbeiten in verschiedenen Rollen und Bereichen – immer vor Ort, beim Kunden, hybrid oder auch ausschließlich remote. So konnten wir diejenigen Maßnahmen ermitteln, mit denen Unternehmen einen Mehrwert für Mensch und Geschäft generieren, indem sie Omni-Connection-Erfahrung ermöglichen.

Wertschöpfung durch Omni-Connection: Vier Schlüsselmaßnahmen

Ein sicherer Ort für alle. Unternehmen müssen ihre Führungskräfte dazu befähigen, ihren Mitarbeitenden ein Gefühl von Sicherheit und Respekt zu geben. Niemand sollte sich herabgesetzt fühlen, weil er seine Meinung sagt oder sich verletzlich zeigt.

Transparenz schafft Vertrauen. Mitarbeitende fühlen sich isoliert, wenn sie mangelhaft informiert werden, den eigenen Beitrag zu den Unternehmenszielen nicht verstehen oder kein konstruktives Feedback erhalten. Führungskräfte müssen jederzeit offen und empathisch kommunizieren, nicht nur in Krisenzeiten.

Zuhören, lernen, handeln. Um Vertrauen zu schaffen, müssen Führungskräfte zuhören, lernen und handeln – individuell und kollektiv. Schaffen Sie zuerst eine Kultur des Zuhörens und setzen Sie die so gewonnenen Erkenntnisse und Ideen dann in die Tat um. Wenn die Mitarbeitenden wissen, dass ihre Führungskräfte zuhören und entsprechend handeln sowie transparent über Fortschritte und Feedback berichten, werden sie mehr und bessere Ideen liefern.

Ein Team, ein Ziel.  Je besser die Mitarbeitenden verstehen, wie ihre Arbeit mit dem übergeordneten Ziel des Unternehmens zusammenhängt (über die Steigerung des Gewinns hinaus), desto erfüllter und motivierter werden sie sein. Wer in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert und ihnen hilft, ihre Ziele zu erreichen, sendet ihnen das klare Signal, dass ihre Arbeit bedeutsam ist.

Einfach man selbst sein können. Wenn Mitarbeitende sich so zeigen können, wie sie sind, bauen sie eine stärkere Bindung zu ihrem Team auf. Dafür braucht es jedoch eine Umgebung, in der sie gehört und gesehen werden – und in der unterschiedliche Ideen und Erfahrungen respektiert werden. Führungskräfte sollten für Ressourcen und Maßnahmen sorgen, die die psychische Belastbarkeit fördern. Außerdem müssen sie ihre eigene Verletzlichkeit zeigen und Selbstfürsorge kultivieren – und so dem Team als gutes Vorbild vorangehen.

Nicht nur das Wo ist wichtig, sondern auch das Was, Wann und Wie. Der konkrete Standort ist nur ein kleiner Teil eines größeren Konzepts. Eine flexible Arbeitsumgebung berücksichtigt auch, woran, wann und wie jemand arbeitet. Weniger als ein Viertel der befragten Arbeitnehmenden fühlen sich dazu befugt, flexibel zu arbeiten und sich ihre Zeit so einzuteilen, dass sie möglichst produktiv sind.

Flexibles Konzept für das Team. Führungskräfte sollten sich ein klares Bild davon machen, wo, wann und wie ihr Team arbeitet. Darauf aufbauend können sie ein Konzept für mehr Flexibilität etablieren – weg von starren Strukturen und Hierarchien, hin zu echten menschlichen Beziehungen.

Definieren Sie neu, was „zur Arbeit gehen“ bedeutet. Führungskräfte brauchen ein Konzept dafür, wie ihre Teams sowohl gemeinsam als auch getrennt arbeiten können. Außerdem sollten sie sich darauf einstellen, dass immer mehr Mitarbeitende an verschiedenen Orten und in verschiedenen Konstellationen arbeiten werden.

Schaffen Sie eine solide technologische Grundlage. Die Cloud gibt Unternehmen die Chance, Technologien und Kompetenzen nahtlos zu verknüpfen und neue geschäftliche Anforderungen zu adressieren – indem sie umgekehrt die sich ändernden Bedürfnisse der Mitarbeitenden erfüllen. Eine solide technologische Grundlage ist unerlässlich, damit Mitarbeitende neue Arbeitsweisen nutzen.

Denken Sie digital. Der nächste Schritt besteht darin, die Mitarbeitenden mit Collaboration-Tools wie Teams, Zoom oder WebEx sowie einem guten Bluetooth-Headset auszustatten. Ermutigen Sie Ihr Team, mit Technologien zu experimentieren und mittels neuer Daten und Tools innovative Prozesse und Lösungen zu entwickeln.

Schauen Sie über die aktuellen Tools hinaus. 86 Prozent der Arbeitnehmenden in Omni-Connection-Umgebungen berichten von technologischen Verbesserungen und der Etablierung neuer Fähigkeiten, die ihnen die Möglichkeit geben, neue Arbeitsweisen anzunehmen.



Was ist mit den Beschäftigten in direktem Kundenkontakt?

Ob Mediziner, Verkäufer oder Lieferant – schätzungsweise 2,7 Milliarden4 Beschäftigte halten unsere Welt in der Produktion, in Shops, in der Logistik sowie im Servicebereich am Laufen. Zwar können sie sich ihren Arbeitsort nicht aussuchen, doch gibt es durchaus Spielräume, um mehr Autonomie innerhalb der Arbeitsprozesse zu ermöglichen, und zwar bezüglich der Tools, der Entscheidungen, der Leistungen und der Zeitpläne.

Betrachtet man die Rollen und Aufgaben hinsichtlich des Omni-Connection-Ansatzes genauer, entdeckt man Potenziale für mehr Flexibilität. So wurde etwa von Mitarbeitenden eines Labors erwartet, dass sie immer vor Ort arbeiten. Eine Analyse ihrer Tätigkeiten ergab jedoch: Bestimmte Aufgaben – etwa Labornotizen dokumentieren oder Forschungsanträge erstellen – lassen sich genauso gut außerhalb des Labors erledigen.

Der Wandel in Aktion

Accenture setzt auf Omni-Connection

Wir empfehlen eine Kultur der Omni-Connection, weil wir die Vorteile selbst erleben. Folgende Maßnahmen haben wir in jüngster Zeit ergriffen, um das Zugehörigkeitsgefühl und die Verbundenheit bei Accenture zu stärken.

  • Im Jahr 2021 haben wir über 900.000 Rückmeldungen von Mitarbeitenden gesammelt.
  • Dabei haben wir wichtige Erkenntnisse hinsichtlich einer Reihe von Ansatzpunkten für Omni-Connection gewonnen, etwa modernes Leadership, eine lebendige Kultur und eine agile Organisation.
  • Wir haben festgestellt: Leidenschaft, Inspiration und Motivation schnellten in die Höhe. Außerdem erhalten wir Frühwarnsignale, wenn Mitarbeitende unter Stress und Ängsten leiden, sodass wir proaktiv handeln können.
  • Wir haben unsere Bemühungen um psychische Gesundheit, Zugehörigkeit und den Schutz der Arbeitszeit im Team verstärkt.
  • Die Ergebnisse betrachten wir sowohl in ihrer Gesamtheit als auch auf verschiedenen Ebenen innerhalb des Unternehmens. So können wir maßgeschneiderte Maßnahmen schnell und wirkungsvoll umsetzen.

All das haben wir in neun Monaten erreicht – während der Implementierung eines neuen Wachstumsmodells und inmitten der Pandemie. Im Jahr 2021 haben wir eine Rekordzahl von 120.000 Mitarbeitenden befördert und 100.000 weitere in der Accenture-Familie aufgenommen.5

Omni-Connection herstellen

Eine Kultur der Omni-Connection unterstützt die Ziele der Führungskräfte hinsichtlich Wachstum, Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit sowie die Bedürfnisse der Mitarbeitenden nach Flexibilität, Fairness und Sinnhaftigkeit. Um das zu erreichen, braucht es ein Konzept und eine Umsetzung, die auf Vertrauen und Wertschätzung basieren. Wenn Unternehmen diese Chance ergreifen, stärken sie ihre Kultur strategisch, setzen das Potenzial ihrer Mitarbeitenden frei und bringen ihre Organisation insgesamt nach vorne.

Die meisten CEOs sehen die vergangenen zwei Jahre zu gleichen Teilen bestimmt von Unvorhersehbarkeit und schwierigen Entscheidungen. Ein in der Unternehmenskultur fest verankerter Omni-Connection-Ansatz weist den Weg aus dieser Bedrängnis: Er führt zu nachhaltig positiven Erfahrungen und Ergebnissen für die Mitarbeitenden und das Unternehmen gleichermaßen. Das macht Omni-Connection für Führungskräfte zum Mittel der Wahl.

Über die Studie

Accenture Research befragte 5.000 Arbeitnehmende aller Qualifikationsstufen sowie 1.100 Führungskräfte des C-Levels. Beide Umfragen wurden zwischen Juli und August 2021 in zwölf Ländern und zehn Branchen durchgeführt. Wir haben die Erkenntnisse aus der CxO-Umfrage zur Unternehmenskultur mit Tiefeninterviews mit Führungskräften und mit ökonometrischen Modellen kombiniert, um die Auswirkungen der Omni-Connection auf die Finanzergebnisse von Unternehmen sowie die „Net Better Off“-Rate der Arbeitnehmenden abzuschätzen. Um ein tieferes Verständnis für Fragen im Zusammenhang mit der Unternehmenskultur und einer veränderten Arbeitswelt während der Disruption zu gewinnen, haben wir mehr als 40.000 Gewinnmitteilungen von rund 8.700 globalen Unternehmen für den Zeitraum Januar 2020 bis April 2022 gesammelt und analysiert.

Quellen

1 Analyse von Accenture Research zu Arbeitnehmenden und CxO-Studien der Jahre 2019 und 2021, Capital IQ und Green, Huang, Wen, sowie Zhou, „Crowdsourced Employer Reviews and Stock Returns“ (2018), Journal of Financial Economics.

2 Data-Science-Analyse der Gewinnmitteilungen von ~8.700 globalen Unternehmen für den Zeitraum Januar 2020 bis April 2022, durchgeführt von Accenture.

3 Accenture CxO Pulse, Juni/Juli 2021, n=3.200.

4 Emergence, The Rise of Deskless Workers, 2018.

5 Accenture Annual Report 2021.

Ellyn Shook

Chief Leadership & Human Resources Officer


Christie Smith

Lead – Talent & Organization/Human Potential

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