Eine neue Perspektive auf die Trends der Technology Vision 2020

Als wir die Technology Vision 2020 veröffentlichten, war COVID-19 noch längst keine globale Pandemie. Inzwischen jedoch ist daraus die größte Herausforderung entstanden, die die Welt seit Jahrzehnten gesehen hat. In wenigen Monaten hat sich das Leben praktisch aller Menschen enorm verändert. Jede Branche ist betroffen und selbst gerade noch wachsende Unternehmen haben nun mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das Innovationstempo jedoch hat die Pandemie nicht gedrosselt. Ganz im Gegenteil.

Unsere Technologietrends untersuchen, wie sich die Werte der Menschen verändern, und beleuchten, warum die Technologiekonzepte des digitalen Zeitalters damit nicht Schritt halten. Es entsteht ein Ungleichgewicht, der sogenannte Tech-Clash: Die Wertschöpfung der Unternehmen und die Werte ihrer Kunden passen nicht länger zusammen. Die COVID-19-Krise überschattet dieses Problem nicht – sie verstärkt es. Es ist nun noch entscheidender, dass Unternehmen die neue Ungewissheit meistern.

„Die Tech-Vielfalt verführt zu Aktionismus. Unternehmen entwickeln daher innovative Produkte am Kunden vorbei. Sie müssen den Menschen zuhören und sie teilhaben lassen.“

— JÜRGEN PINKL, Managing Director Technology DACH – Accenture

Mein Erlebnis gehört mir

Unternehmen, die personalisierte und interaktive virtuelle Communitys erschaffen, werden damit auch langfristig erfolgreich sein.

Die KI, mein Partner

Unternehmen investieren in KI-Systeme und Tools, mit denen das Zusammenspiel zwischen Mensch und KI zu einer echten Partnerschaft wird.

Die Roboter in meinem Leben

Führende Robotikunternehmen gewinnen im Zuge der Pandemie an Relevanz. Wer langfristig denkt, setzt in Zukunft verstärkt auf Automatisierung.

Mein Besitz verändert sich

Unternehmen müssen ihre Produkte um neue Funktionen erweitern – es damit aber auch nicht übertreiben. Sonst ist der Nutzen nur von kurzer Dauer.

DNA für Innovationen

Vorreiter verfügen über eine agile, widerstandsfähge Innovations-DNA. Sie ermöglicht es, sich schneller auf neue Anforderungen einzustellen.

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Worauf es jetzt ankommt

Noch immer sind die umfassenden Folgen von COVID-19 auf Gesellschaft, Wirtschaft und Unternehmen unklar. Doch bereits jetzt hat die Krise zu enormen Veränderungen geführt. Der Bedarf an Innovationen ist so hoch wie nie. Und die Veränderungen sind durchschlagender als alles, was die meisten von uns je erlebt haben. Die Frage für Unternehmen lautet: Wie schnell können sie handeln? Vor diesem Hintergrund betrachten wir die Trends der Technology Vision 2020 erneut. Und wir untersuchen, welche Auswirkungen sie auf Menschen und Unternehmen haben – in der Welt nach COVID-19.

Mein Erlebnis gehört mir

Wir untersuchen, wie sich digitale Erfahrungen weiterentwickelt haben. Personalisierung ist heute zwar allgegenwärtig. Doch meist haben die Kunden nicht das Gefühl, am Prozess beteiligt zu sein oder ihn zu kontrollieren. Es braucht also ein neues Modell, bei dem der Kunde wirklich entscheidet. COVID-19 verschärft die Situation: Digitale Erfahrungen sind plötzlich um ein Vielfaches bedeutender geworden. Unternehmen müssen nun weitaus agiler auf Menschen eingehen.

76%

der deutschen Entscheider sagen, Unternehmen müssen die Beziehungen zu ihren Kunden im Sinne einer Partnerschaft ausbauen.

Die Menschen und ihre Erwartungen ändern sich kurzfristig. Strategien zur Personalisierung müssen angepasst werden, um damit Schritt zu halten. Unternehmen müssen ihr Wissen aktualisieren und überholte Informationen ad acta legen. Wer Kunden ermöglicht, ihre eigenen digitalen Erfahrungen zu gestalten, erfährt als Erstes von ihren Bedürfnissen und kann entsprechend darauf eingehen.

Langfristig verändert sich der Sinn und Zweck digitaler Erfahrungen. Die Nachfrage nach gemeinsamen Erlebnissen und digitalen Communitys steigt rasant und wird immer schneller zunehmen, da Unternehmen und ihre Kunden nach Alternativen zu persönlichen Treffen suchen. Unternehmen, die personalisierte, interaktive virtuelle Communitys erschaffen, werden damit auch langfristig erfolgreich sein.

Die KI, mein Partner

Wir untersuchen, wie führende Unternehmen die Zusammenarbeit von Mensch und KI vorantreiben. Die schier grenzenlosen Möglichkeiten von KI-Systemen werden mit der Fähigkeit des Menschen kombiniert, Anweisungen zu erteilen und Ideen feinzuschleifen. Dieser Trend beschäftigte viele Branchen schon vor der Pandemie. Nun sollte KI noch höher priorisiert werden. Die Aussichten waren nie so vielversprechend.

75%

der deutschen Entscheider sind der Ansicht, dass die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI für Innovation künftig entscheidend sein wird.

Kurzfristige Anwendungsfälle sind klar: Mitarbeiter brauchen dringend Unterstützung. Derzeit spielt die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen COVID-19. Abseits der Medizin brachte die Pandemie neue Einschränkungen und Herausforderungen mit sich, die KI-Systeme zu meistern helfen. Sie können den Menschen dabei unterstützen, neue Lösungen und Ideen zu finden, um Organisationen flexibler zu gestalten.

Langfristig könnte COVID-19 die Bedenken der Menschen gegenüber KI-Systemen zerstreuen. Eine der größten Hürden bei der Skalierung von KI-Systemen war bis dato die geringe Nutzung durch die Mitarbeiter. Die Pandemie könnte das ändern. Wenn Unternehmen in erklärbare KI-Systeme und andere Tools investieren, mit denen das Zusammenspiel zwischen Mensch und KI zu einer echten Partnerschaft wird, dürfte auch das Verhältnis zur Technologie ein anderes werden. Der jetzige Erfolg könnte den Unternehmen neue Wege eröffnen, sich selbst und ihre Belegschaft in einem neuen Licht zu betrachten.



Die Roboter in meinem Leben

Global gesehen hat sich kein Trend so rasant entwickelt wie dieser. Als Social Distancing zur Normalität wurde, schwenkte auch die Robotik um: Roboter gelangten nicht nur in China schneller als erwartet aus kontrollierten Umgebungen – etwa in der Logistik – hinaus und hinein in unseren Alltag. Nun könnten sie wichtiger denn je werden, da Unternehmen und Regierungen nach neuen „kontaktlosen“ Lösungen suchen.

63%

der deutschen Entscheider gehen davon aus, dass ihr Unternehmen in den nächsten zwei Jahren Robotik auch in unkontrollierten Umgebungen einsetzen wird.

Kurzfristig übernehmen Roboter neue Aufgaben im Zuge der Pandemie. Sie sind an vorderster Front bei der Bekämpfung des Virus dabei. Außerdem ermöglichen sie es Unternehmen, mehr zu leisten, und zeigen zugleich Aufsichtsbehörden, Arbeitern und der Öffentlichkeit neue Einsatzmöglichkeiten auf. Die Pandemie macht den Nutzen der Robotik offenkundig – und ihre Bedeutung wird in Erinnerung bleiben.

Langfristig wird das Robotik-Ökosystem schneller wachsen. Die Pandemie zeigt bereits jetzt, wozu Robotik und Automatisierung in der Lage sind. Der Automatisierungsbedarf wird zahlreiche Entwicklungen vorantreiben – so, wie LTE-Netze durch die wachsende Beliebtheit von Smartphones ausgebaut wurden. Bei Robotern, IoT-Geräten und 5G wird es sich wahrscheinlich ähnlich verhalten. Schließlich setzen viele Einsatzfelder der Robotik deutlich höhere Datenübertragungsraten und geringere Latenzen voraus. Führende Robotikunternehmen nehmen jetzt im Zuge der Pandemie neue Rollen ein. Wer wirklich langfristig denkt, legt nun aber auch bereits den Grundstein für eine stärker automatisierte Zukunft.

Mein Besitz verändert sich

Wir untersuchen, wie Unternehmen mit dem „Beta-Problem“ umgehen – und mit den unvorhersehbaren Folgen, wenn sich smarte Geräte immer wieder verändern. Mit COVID-19 sind smarte und aktualisierbare Geräte nur noch wichtiger geworden. Vor allem solche, die zur Gesundheit der Bevölkerung beitragen können. Das Beta-Problem – also die Skepsis gegenüber nachträglichen Produktanpassungen – könnte diese Entwicklung verkomplizieren.

67%

der deutschen Entscheider berichten, ihre Branche denke die Themen Eigentum und Besitz vernetzter Produkte und Services neu.

Kurzfristig unterstützen smarte Geräte im Kampf gegen COVID-19. Intelligente Medizingeräte können beispielsweise Symptome identifizieren, Patienten überwachen und enorme medizinische Datenmengen sammeln, die eine große Hilfe für Ärzte und Regierungen sind. Viele Automaten wurden im Zuge der Pandemie schnell mit neuen Funktionen ausgestattet oder umgerüstet, um etwa die Einhaltung von Sicherheitsabständen im öffentlichen Raum zu gewährleisten oder um Desinfektionsmittel zu dosieren. Wo die Einführung neuer Funktionen bislang für Unmut gesorgt hat, ist sie im Zuge von COVID-19 nun eher willkommen.

Langfristig jedoch wird das Beta-Problem zurückkehren. Unternehmen sollten sich darauf vorbereiten. Mithilfe intelligenter Geräte gegen COVID-19 vorzugehen, sorgt schon jetzt für heftige Diskussionen hinsichtlich des Datenschutzes. Viele Menschen haben Sorge, dass ihre Daten irgendwann gegen sie verwendet werden. Unternehmen müssen sich vor diesem Hintergrund überlegen, wie sie neue Funktionen einführen können, ohne es damit zu übertreiben. Sonst ist der Nutzen nur von kurzer Dauer.

DNA für Innovationen

Wir untersuchen drei Innovationsfelder: ausgereifte digitale Technologien, wissenschaftliche Fortschritte und aufstrebende DARQ-Technologien (Distributed Ledger, Artificial Intelligence, Extended Reality und Quantum Computing). Manche Unternehmen können die Strategien für diese Bereiche miteinander verknüpfen. Daran ändert auch COVID-19 nichts, doch mit der Pandemie hat sich der Schwerpunkt verändert. DARQ-Technologien sind erheblich wichtiger geworden als bislang gedacht. Die aufstrebenden Technologien sind regelrecht im Aufschwung und die Zeitpläne für Innovationen werden immer kürzer.

49%

der deutschen Entscheider meinen, die schnellen Fortschritte bei neuen Technologien und wissenschaftlichen Innovationen führen gerade zur Disruption ihrer Branche.

Kurzfristig unterzieht die Pandemie bestehende Ökosysteme einem Stresstest. Unternehmen sind gezwungen, anders als je zuvor zusammenzuarbeiten. Das führt zu Innovationen, die das gesamte Ökosystem umfassen. Stadtverwaltungen arbeiten beispielsweise mit Hotels zusammen, um Obdachlose zu unterstützen und die Verbreitung des Virus in überfüllten Unterkünften einzudämmen. Unternehmen wiederum probieren neue Formen von Partnerschaften aus. Diese Partnerschaften sowie die Produkte und Services, die derzeit entstehen, können die Entwicklung von Wirtschaft und Technologie über Jahre prägen.

Langfristig werden die Spielregeln für Innovation völlig andere sein. Die Welt verändert sich schneller, als es irgendjemand erwartet hätte, und Unternehmen müssen flexibler sein denn je. Viele Vorreiter entwickeln neue Innovationsstrategien und bilden neue Partnerschaften, damit sie sich im Verlauf der Pandemie schnell anpassen können. Um die Krise zu überstehen, sind mutige Innovationen gefragt. Und die wird es auch dann noch brauchen, wenn die Krise vorüber ist.

Die Trends – heute

Durch COVID-19 sind die genannten Trends noch relevanter und dringlicher geworden. Viele Chancen, die weit in der Zukunft zu liegen schienen, nähern sich jetzt schnell. Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen Unternehmen nicht nur innovativ sein, sondern sich selbst neu erfinden. Der Mensch braucht Technologien mehr denn je. Wie schnell und verantwortungsvoll Unternehmen diese Technologien liefern, ist ebenfalls wichtiger als je zuvor. Eine Zeit wie diese hat es noch nie gegeben und wir steuern auf eine Zukunft zu, die sich immer schneller verändert. Unsere Technologietrends können Ihnen die Richtung weisen.

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