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Ein zielgerichteter KI-Ansatz zur Wertmaximierung in der Fertigung
5 Minuten Lesedauer
5 Februar 2026
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5 Februar 2026
Als äußerst kapital- und arbeitsintensive Branche sieht sich die Fertigung zwei mächtigen Einflussfaktoren gegenüber: steigendem Kostendruck und einer nie dagewesenen Technologiereife. Mehr als 90 % der Führungskräfte im Bereich Fertigung und Lieferkette zählen globale Unsicherheiten und zunehmende Störungen der Lieferkette, wie Zölle und geopolitische Spannungen, zu den größten geschäftlichen Herausforderungen.[1]
Autonome und KI-gesteuerte Technologien können bei der Lösung damit zusammenhängender Probleme helfen. Intelligente Planung, vorausschauende Instandhaltung, autonome Qualitätssicherung und Robotik senken Kosten und fördern gleichzeitig die Agilität und Skalierbarkeit von Fabriken.
Unser Ausgangspunkt ist das 2x2-Rahmenwerk zur Kostenkategorisierung in der Lieferkette – mehr dazu finden Sie im Bericht Eigenfinanzierte Lieferketten realisieren: Ausgangspunkt und Skalierungsmöglichkeiten für autonomes, durchgängiges Wachstum. Das Rahmenwerk bildet Kostenkomponenten in zwei Dimensionen ab – zum einen ihren Anteil an den Gesamtkosten in einem bestimmten Bereich und zum anderen die Fähigkeit von KI und autonomen Technologien, diese Kosten zu senken, die Effizienz zu steigern und die Skalierbarkeit zu verbessern. Im Hauptbericht wenden wir dieses Modell auf vier operative Bereiche an: Planung, Beschaffung, Fertigung und Auftragsabwicklung. So wird deutlich, wo bessere Entscheidungen hinsichtlich KI und autonomer Technologien zu schnellen Einsparungen und messbaren Produktivitätssteigerungen führen können.
Durch die Umwandlung starrer, reaktiver Abläufe in adaptive, sich selbst optimierende Systeme bei folgenden Fertigungsaspekten reagieren Unternehmen dynamisch auf Veränderungen und fördern kontinuierliche Verbesserung.
Kostenkomponenten in der Fertigung
Herkömmliche Produktionspläne basieren auf statischen Regeln und bieten nur einen begrenzten Einblick in Maschinen, Linien und Prozesse. Wenn Schwankungen oder Störungen auftreten, müssen Teams manuell umplanen, was zu Engpässen, Leerlaufzeiten und Verschwendung führt, die den Durchsatz und die Einhaltung des Zeitplans untergraben.
KI-gestützte Planungs-Engines beseitigen einen Großteil dieser Reibungsverluste. Sie priorisieren Fertigungsaufträge dynamisch basierend auf realen Einschränkungen über Maschinen, Linien und Schichten hinweg, um einen effizienten Betriebsablauf zu gewährleisten. Darauf aufbauend unterstützt eine agentenbasierte KI die Schichtplanung und Ressourcenzuweisung, indem sie Produktionsprotokolle analysiert, Abweichungen erkennt, Ursachen identifiziert und Korrekturmaßnahmen empfiehlt. Digitale Zwillinge erweitern diese Fähigkeiten, indem sie Produktionsabläufe simulieren, Optimierungsszenarien testen und Teams dabei helfen, bessere Entscheidungen zu treffen, bevor Änderungen in der Fertigung umgesetzt werden.
Zusammen bilden diese Technologien autonome Planungssysteme, die die Produktion in Echtzeit überwachen, Probleme in Echtzeit erkennen und schnell Anpassungen anstoßen. Mit diesem Ansatz konnte ein Hersteller seinen Abfall um bis zu 10 % pro Tonne Produktion reduzieren. Dieses Ergebnis wurde durch eine KI-gestützte Planung und Überwachung erzielt, die Systeme optimierte, Ausfallzeiten verkürzte und die Prognosegenauigkeit verbesserte. So konnte die Anlageneffektivität um bis zu 5 % gesteigert werden.[2]
Im weiteren Sinne transformiert diese Intelligenz den Planungsprozess. Aus einer manuellen Kontrollaufgabe wird ein sich selbst anpassender, datengesteuerter Vorgang, der den Betrieb kontinuierlich auf die Geschäftsanforderungen abstimmt.
Die meisten Fabriken verlassen sich nach wie vor auf reaktive Instandhaltung, was zu übermäßigen Wartungsarbeiten, unerwarteten Fehlern und kostspieligen Ausfallzeiten führt. Isolierte Sensordaten und statische Schwellenwerte schränken die Früherkennung ein und führen zu übermäßigem Arbeitsaufwand, höherem Teileverbrauch und vergeudeten Produktionsstunden. Hersteller können diese Probleme überwinden, indem sie KI und das Internet der Dinge (IoT) kombinieren, um Anlagenausfälle vorherzusagen und zu verhindern. KI-Modelle nutzen IoT-Sensordaten, um Wartungsmaßnahmen nur dann anzustoßen, wenn sie tatsächlich erforderlich sind, wodurch routinemäßige Überwartung vermieden wird. Die agentenbasierte KI verbessert diese Funktion durch eine kontinuierliche Analyse der Leistungsdaten und eine Anpassung der Parameter, die bestimmen, wann Wartungsarbeiten erfolgen sollten. Dadurch wird die Vorhersagegenauigkeit verbessert und Kosten werden gesenkt.
Die Ergebnisse können beträchtlich sein. KI-gestütztes Intelligent Asset Management erhöht die Anlagenzuverlässigkeit durch selbstoptimierende Betriebsabläufe und reduziert Ausfallzeiten um bis zu 15 %. Parallel dazu kann eine durch agentenbasierte KI unterstützte vorausschauende Instandhaltung die Arbeitskosten in anlagenintensiven Branchen wie Energie, Bergbau und Versorgungswirtschaft um 5–10 % senken.[3] Durch diese Fortschritte wird die Instandhaltung von einem reaktiven Kostenfaktor zu einer proaktiven Quelle für Zuverlässigkeit und langfristigen Wert.
Manuelle, sich wiederholende Aufgaben und inkonsistente Prozesse treiben die Arbeitskosten in die Höhe, verlängern die Durchlaufzeiten und beeinträchtigen die Qualität. Eine starke Abhängigkeit von menschlichem Eingreifen schränkt Flexibilität und Skalierbarkeit ein und macht die Produktion anfällig für Ineffizienz und Uneinheitlichkeit.
Unternehmen bewältigen diese Herausforderungen durch den Einsatz von leichten kollaborativen Robotern (COBOTs) für die Be- und Entladung sowie den Materialtransport und durch die Integration von Bildverarbeitungssystemen für eine eigenständige Automatisierung. Diese Technologien steigern den Durchsatz und die Genauigkeit entlang der Fertigungslinien und schaffen gleichzeitig skalierbare, flexible Produktionsmodelle, in denen Menschen und Maschinen Seite an Seite arbeiten.
Die Auswirkungen sind klar. Der großflächige Einsatz von Roboterlösungen zur Automatisierung von Abläufen kann die Produktivität um bis zu 20 % steigern und gleichzeitig die Kosten um einen ähnlichen Prozentsatz senken.[3] Untersuchungen der International Federation of Robotics (IFR) zeigen, dass Yokoyama Kogyo, ein japanischer Hersteller von Autositzrahmen und Automobilkomponenten, durch Roboterautomatisierung eine Kostensenkung von 35 % erzielte und dabei die Arbeitssicherheit sowie die Produktkonsistenz aufrechterhielt.[4]
Die Qualitätskontrolle leidet häufig unter fragmentierten Daten, uneinheitlichen Lieferantenstandards und begrenzter Echtzeit-Transparenz. Prozessschwankungen und eine schlechte Rückverfolgbarkeit erschweren ein proaktives Qualitätsmanagement, während Nacharbeiten, Ausschuss und Gewährleistungsansprüche die Rentabilität untergraben. Bei groß angelegten Prüfungen verbinden KI-gestützte visuelle Inspektionssysteme Geschwindigkeit mit Präzision, während vorausschauende Analysen Fehlermuster frühzeitig erkennen und Probleme verhindern, bevor sie auftreten.
Die Auswirkungen sind branchenübergreifend messbar. Foxconn konnte z. B. die Inspektionszeit um 30 % verkürzen und gleichzeitig die Genauigkeit um 80 % steigern. GE reduzierte die Inspektionszeit um 25 % und die Fertigungskosten um 30 %.[5] LG Innotek erreichte eine Fehlererkennungsrate von 99,99 %.[6] Und in der Lebensmittelbranche reduzierte FreshTrack den Abfall mithilfe KI-gestützter intelligenter Verpackungen um 30 %.[7] Über diese Kennzahlen hinaus hat sich die vorausschauende Qualitätssicherung zu einem strategischen Unterscheidungsmerkmal entwickelt, das Herstellern hilft, Präzision, Konsistenz und Nachhaltigkeit in großem Maßstab zu gewährleisten.
In der Gesamtbetrachtung bewirken Fortschritte in den Bereichen KI-gesteuerte Planung, vorausschauende Instandhaltung, Robotik und Qualitätsmanagement einen Wandel in der Fertigung: Aus einzelnen Optimierungen entsteht ein intelligentes, vernetztes System.
Ein weltweit agierender Anlagenhersteller mit einem Umsatz von 8 Milliarden US-Dollar stand vor erheblichen betrieblichen Herausforderungen, da Unterbrechungen in der Lieferkette den Durchsatz reduzierten, Lieferverzögerungen verursachten und die Produktionskosten in die Höhe trieben. Verfehlungen in der Produktion erhöhten ebenfalls die Kosten und isolierte Daten behinderten die Transparenz und verlangsamten die funktionsübergreifende Zusammenarbeit.
Um diese Probleme anzugehen, führte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Accenture ein Transformationsprogramm ein, das darauf abzielte, Materialkosten zu senken, Lieferantengarantien einzuholen, IT-Kosten zu reduzieren und Prozesse durch Automatisierung zu optimieren. Es implementierte eine KI-gestützte, cloudnative Plattform und führte neue Module an allen weltweiten Standorten ein, begleitet von integriertem Programmmanagement, Change Management und Implementierungssupport.
Anschließend entwickelte das Unternehmen ein Betriebssystem, das vernetzte Unternehmens- und Fertigungsanwendungen miteinander verband, Echtzeit-Transparenz bot und schnellere, sorgfältigere Entscheidungen ermöglichte. Durch die Integration intelligenter, autonomer Lieferkettenfunktionen, domänenübergreifender Daten und eines digitalen Live-Zwillings optimierte das Unternehmen die Produktion und synchronisierte die Planung. So profitiert nun der gesamte Betrieb von KI-gestützter Terminplanung, vorausschauender Instandhaltung und Qualitätskontrolle sowie fortschrittlicher Automatisierung.
Das Programm erzielte jährliche Einsparungen von mehr als 30 Millionen US-Dollar, steigerte die Produktivität um bis zu 50 % und verkürzte die Durchlaufzeiten um 20 bis 30 %, wodurch die betriebliche Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette gestärkt wurde.
Lesen Sie „Eigenfinanzierte Lieferketten realisieren: Ausgangspunkt und Skalierungsmöglichkeiten für autonomes, durchgängiges Wachstum“, um einen umfassenden Überblick darüber zu erhalten, wie die Fertigung zu einer ganzheitlichen Transformation der Lieferkette beiträgt.
[1] 2025 State of Manufacturing & Supply Chain
[2] AI impacts on supply chain performance: A manufacturing use case study
[3] Quelle: Accenture-Analyse von Kundenprojekten
[4] 35% cost reduction while maintaining work safety and high-quality output
[5] AI-based visual inspection for quality assurance in 2025
[6] AI quality inspection solution inspected 99.99% accuracy for LG Innotek
[7] The future of AI in packaging: 2025 outlook and innovation case studies