PERSPEKTIVE
Von ersten Ergebnissen hin zu langfristigen Vorteilen
Der intelligente Superhighway, mit dem Sie das Potenzial von KI voll ausschöpfen können
5 Minuten Lesezeit
27 März 2026
PERSPEKTIVE
Der intelligente Superhighway, mit dem Sie das Potenzial von KI voll ausschöpfen können
5 Minuten Lesezeit
27 März 2026
Da KI-Pilotprojekte mittlerweile überall zu finden sind, stehen Führungskräfte nun vor der schwierigeren Frage: Wie lassen sich einzelne Erfolge in unternehmensweiten Mehrwert verwandeln? Noch ein weiteres Modell ist hier nicht die Lösung. Vielmehr geht es darum, den intelligenten Superhighway zu schaffen – mit verwalteten Daten, expliziter Entscheidungslogik und kodifizierten Workflows, cloud-nativen, modularen Architekturen und einer zukunftssicheren Belegschaft –, um das Potenzial der KI voll auszuschöpfen.
Der Bericht „Accenture Pulse of Change“ kommt zu dem Ergebnis, dass fast neun von zehn Unternehmen planen, ihre Investitionen in KI im Jahr 2026 zu erhöhen, und die meisten betrachten dies als Motor für Umsatzwachstum. Dennoch geben nur 21 % an, End-to-End-Prozesse mit KI als Herzstück neu zu gestalten.
Auf der Grundlage unserer Erfahrungen aus rund 6.000 KI-Projekten haben wir herausgefunden, was einen nachhaltigen Mehrwert schafft.
Viele Unternehmen konnten zunächst punktuell schnelle Erfolge erzielen, stießen dann aber an Grenzen. In der Anfangsphase stehen schrittweise Maßnahmen zur Datenbereinigung und zur Optimierung von Prozessen im Vordergrund, damit diese sich gegenseitig ergänzen und nicht behindern.
Nach mehr als einem Jahr Pilotprojekten mit nur geringem Ertrag hat eine große Regionalbank eine praktische Roadmap verabschiedet, die elf vorrangige Workflows über einen Zeitraum von 18 bis 36 Monaten durch eine einheitliche, ihrem Technologie-Stack übergeordnete Informationsschicht miteinander verknüpft. Die Ergebnisse summieren sich nun, und es zeichnet sich ein klarer Trend hin zu einer deutlich positiven Rendite ab.
Behandeln Sie KI als ein mehrjähriges Unternehmensprojekt und nicht als ein Experiment, das sich von Quartal zu Quartal ändert.
Etwa 70 % der IT-Budgets fließen nach wie vor in Altsysteme, die den Informationsfluss ausbremsen. Entscheidungslogik findet sich oft in E-Mails und impliziten Einschätzungen wieder, die sich mit KI nicht skalieren lassen.
Ecolab, ein weltweit führender Anbieter von Wasseraufbereitungs- und Hygienelösungen, gestaltet beispielsweise seinen „Lead-to-Cash“-Workflow neu und setzt dabei auf Utility Agents, Orchestrator und Super Agents, die Vertrieb, Auftragsabwicklung und Rechnungsstellung miteinander verknüpfen.
Die betriebliche Bereitschaft entscheidet darüber, ob KI nach einigen vielversprechenden Pilotprojekten einen Mehrwert schafft oder ob der Prozess ins Stocken gerät.
Unternehmen, die sich von der Konkurrenz abheben, investieren weniger in „das nächste Modell“ und mehr in die Voraussetzungen, die jedes Modell benötigt: verwaltete, semantisch konsistente Daten; eine moderne, KI-gestützte Cloud; Leitlinien für einen verantwortungsvollen Umgang sowie neu gestaltete Workflows.
Die NatWest Group ersetzte fragmentierte Systeme durch eine einzige, bankweite Datenplattform. Die Bank baut einen vertrauenswürdigen Datenmarktplatz auf, der alle Bereiche des Unternehmens mit verwalteten Echtzeitdaten versorgt, die für eine bessere tägliche Entscheidungsfindung und personalisiertere Erlebnisse für mehr als 20 Millionen Kundinnen und Kunden entscheidend sind.
Die Qualität des Kontexts bestimmt die Qualität des Ergebnisses. Legen Sie den Schwerpunkt auf Datenvereinheitlichung und semantische Konsistenz, damit Mitarbeitende und Analystinnen und Analysten auf dieselbe verlässliche Informationsquelle zurückgreifen können.
Menschen, nicht Technologie, sind der Schlüssel zur Transformation von Unternehmen. Dennoch gibt nur ein Drittel der Führungskräfte an, dass ihre Personalstrategie vollständig mit ihrer KI-Strategie verzahnt ist. Während mehr als 40 % der Unternehmen ihre Belegschaft weiterbilden, gestalten weniger als 10 % die Rollen neu.
Ein führendes Finanzdienstleistungsunternehmen hat seine Workflows bis auf die Aufgabenebene hin analysiert und festgestellt, dass durch die Verlagerung sich wiederholender Datenverarbeitungsaufgaben auf KI-Agenten bis zu 30 % mehr personelle Kapazitäten für Kreativität und Entscheidungsfindung genutzt werden könnten.
Was benötigt wird, ist ein Talentsystem, das drei entscheidende Bereiche in den Vordergrund stellt: Kompetenzaufbau, Weiterentwicklung von Rollen und den Übergang von der Einbindung von Menschen „in den Prozess“ hin zu einer entschlossenen Führungsrolle der Menschen.
KI lässt sich nicht innerhalb eines Betriebsmodells skalieren, das nicht dafür ausgelegt ist. Solange diese Systeme nicht überarbeitet werden, verhält sich KI wie ein Rennwagen auf einer Straße, die nicht für seine Geschwindigkeit geeignet ist.
Nach der Vereinheitlichung der Daten, der Neugestaltung der Workflows, der Stärkung der Governance und der Neustrukturierung der Rollen verkürzte sich die Bearbeitungszeit für Kreditgenehmigungen bei BBVA von Tagen auf Stunden, die Personalisierung verbesserte sich und die vorausschauenden digitalen Kanäle zogen Millionen neuer Kundinnen und Kunden an. Der Durchbruch beruhte nicht auf besseren Algorithmen, sondern auf einem Betriebsmodell, das in der Lage ist, große Mengen an Informationen zu verarbeiten.
Unternehmen müssen ihre Governance, Entscheidungsbefugnisse, Architektur und Finanzierung an das Tempo intelligenter Systeme anpassen.
Der Weg von der Experimentierphase zum unternehmensweiten Mehrwert verläuft in drei Dimensionen: Isolierte KI zur Überprüfung und Diagnose, strukturelle KI zum Aufbau eines skalierbaren Systems und systemische KI als integraler Bestandteil des Kernsystems.
Frühe Erfolge stärken das Vertrauen, doch strukturelle und systemische KI bestimmen das Tempo, die Nachhaltigkeit und die Steigerung des Unternehmenswerts. Unternehmen, die Daten, Workflows, Plattformen, Governance und Talente als ganzheitliches Konzept modernisieren, schaffen den Übergang von vereinzelten Fortschritten zu einem wiederholbaren Modell für die Skalierung von KI. Diejenigen, die keine Fortschritte machen, setzen weiterhin hoch entwickelte Modelle in Umgebungen ein, die diese nicht unterstützen können, ohne dass sich dies in der Bilanz nennenswert niederschlägt.
Die nächste Dekade KI‑getriebener Performance gehört den Unternehmen, die jetzt die richtigen Grundlagen schaffen.