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PERSPEKTIVE

Von digitalen zu intelligenten Unternehmenssystemen

Effizienz hat Unternehmen schneller gemacht. Intelligenz wird sie smarter machen.

10 Minuten Lesezeit

14 April 2026

In Kürze

  • Daten allein machen ein Unternehmen nicht intelligent. Intelligenz entsteht erst, wenn Daten, Wissen und Entscheidungen unternehmensweit als eine Einheit funktionieren.

  • Unter der Führung von Menschen unterstützen intelligente Systeme Unternehmen dabei, kontinuierlich zu lernen, ihre Entscheidungen zu verbessern und durch Innovation voranzukommen.

Wir haben schon früher revolutionäre technologische Entwicklungen erlebt: Die Elektrifizierung veränderte grundlegend, wie Industrie Arbeit mit Energie versorgt. Das Internet hat verändert, wie wir uns miteinander verbinden. Die Cloud hat verändert, wie wir skalieren. Und Mobiltelefonie hat verändert, wie wir interagieren.

Aber fortschrittliche KI ist anders: Sie verändert die Art und Weise, wie Unternehmen denken, lernen und handeln – sie verkürzt die Zeitspanne zwischen Information, Entscheidung und Aktion und leitet eine Industrialisierung von Intelligenz ein.

Die meisten Unternehmen arbeiten heute effizienter als jemals zuvor, dank eines Jahrzehnts der digitalen Transformation, die Abläufe mithilfe von Cloud, Automatisierung und Analytics umgestaltet hat.

Doch Effizienz ist nicht gleich Intelligenz

Viele Unternehmen sind in den letzten zehn Jahren nicht besser darin geworden, Chancen frühzeitig zu erkennen, Risiken vorherzusagen oder Einblicke ohne großen manuellen Aufwand in Maßnahmen zu verwandeln. Die digitale Transformation hat die Effizient gesteigert, hat aber keine Enterprise Intelligence geschaffen.

Enterprise Intelligence beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, zu erkennen, was geschieht, zu verstehen, was dies bedeutet, und im richtigen Moment zu reagieren – ohne sich auf starre Regeln oder umfangreiche manuelle Eingriffe zu verlassen.

Der Grund dafür ist einfach: Digitale Systeme sind sehr gut darin, vordefinierte Prozesse auszuführen, haben aber keinen Einblick in den Kontext. Sie können keine Nuancen interpretieren, keine Absichten verstehen und sich nicht anpassen, wenn etwas Unerwartetes passiert. Sie sind vollständig auf menschliche Interpretation angewiesen, um Daten zu verstehen, Signale systemübergreifend zu verknüpfen und Veränderungen einzuleiten. Entsprechend funktionieren Unternehmen gut, wenn die Bedingungen stabil sind, haben aber Schwierigkeiten, sobald die Komplexität zunimmt: Die Entscheidungsfindung verlangsamt sich, die Innovation bleibt punktuell und der Fortschritt wird durch menschliche Kapazitäten eingeschränkt.

Der nächste Produktivitätssprung wird nicht allein durch schnellere digitale Prozesse entstehen, sondern durch intelligente Prozesse, die kontinuierlich dazulernen und sich verbessern. Intelligente Prozesse werden von Systemen gesteuert, die den Kontext verstehen, aus Ergebnissen lernen und sich kontinuierlich anpassen. Mit ihnen funktionieren Unternehmen nicht mehr wie eine Ansammlung starrer Workflows, sondern wie ein lebendiges System.

Willkommen im intelligenten Unternehmen, in dem digitale Intelligenz alles durchdringt: von der Strategie bis hin zur täglichen Arbeit. Entscheidungen werden nicht mehr nur punktuell, sondern kontinuierlich getroffen, angetrieben durch Echtzeitdaten und Simulationen, während das Unternehmen Veränderungen bei Nachfrage, Risiken und Chancen erkennt und sich sofort anpasst. Intelligenz ist in jedes Produkt, jeden Service und jede Interaktion eingebettet und ermöglicht automatisch personalisierte Erlebnisse, dynamische Preisgestaltung und wertschöpfende Daten, während das gesamte Ökosystem direkt in Geschäftsabläufe eingebunden wird. Der Mensch bleibt dabei jederzeit in der Führungsrolle – nicht als bloßer Kontrolleur von Automatisierung, sondern als Trainer und Gestalter, der intelligente Systeme prägt, Strategien steuert, Leitplanken und Zielkonflikte definiert und managt, Kreativität einbringt, die technologische Entwicklung im Einklang mit dem Geschäft vorantreibt und Verantwortung für Ergebnisse übernimmt.

Ein intelligentes Unternehmen unterscheidet sich grundlegend vom alten Modell: Es ist agil, datengestützt und optimiert sich selbst. Hierbei nutzt es Intelligenz nicht nur, um das Geschäft zu führen, sondern um es in Echtzeit zu transformieren.

Jedes intelligente Unternehmen braucht ein intelligentes digitales Gehirn.

Das Herzstück der Enterprise Intelligence bildet eine einzige Ebene, die alles verbindet – ein intelligentes digitales Gehirn, das der Technologie den Kontext und die Anpassungsfähigkeit verleiht, die ihr bislang gefehlt haben. Diese Ebene erfasst das Wissen, den Kontext, das Gedächtnis und die Entscheidungslogik des Unternehmens. Sie verwandelt Fachwissen, Leitfäden, Richtlinien, Kundeninteraktionen, Asset-Historie, Lieferantenwissen, betrieblichen Kontext und semantische Strukturen in Code, damit die KI versteht, wie das Geschäft tatsächlich funktioniert. Die meisten Unternehmen verfügen über Daten. Weitaus weniger verfügen über organisiertes Wissen. Und noch weniger haben den Kontext operationalisiert. Doch das ist entscheidend – denn in einer Welt, in der Foundation-Modelle weit verbreitet sind, steht generische KI jedem zur Verfügung; unternehmensspezifische Intelligenz hingegen nicht. Deshalb glauben wir, dass die nächste Entwicklungsstufe nicht nur von Daten abhängt, sondern auch vom unternehmenseigenen Kontext.

Ein Intellligent Digital Brain beseitigt drei strukturelle Hindernisse, die eine Skalierung von KI im Unternehmen verhindern. Erstens fehlt es vorgefertigten Modellen am nötigen Unternehmenskontext. Sie verstehen keine unternehmensspezifische Sprache, Produkte oder betrieblichen Gegebenheiten, was ihre Nützlichkeit bei realen Entscheidungen einschränkt. Zweitens verfügen Unternehmen bereits über umfangreiches firmeneigenes Wissen in Bezug auf Daten, Systeme und Mitarbeitende. Doch ohne eine Möglichkeit, dieses Wissen zu verknüpfen und zu strukturieren, bleibt es unzugänglich und KI-Agenten bleiben generisch statt unternehmensorientiert. Drittens darf KI nicht statisch sein. Wenn sich Strategien, Märkte und Betriebsabläufe verändern, muss KI über ihren gesamten Lebenszyklus kontinuierlich dazulernen, sich anpassen und kontrolliert werden.

Ein Intelligent Digital Brain schafft Systeme, die Ziele verstehen, aus Ergebnissen lernen und sich unter menschlicher Anleitung kontinuierlich anpassen. So werden aus allgemeinen KI-Modellen unternehmensspezifische, agentenbasierte Funktionen. Dadurch ist die Intelligenz nicht mehr auf isolierte Bereiche beschränkt, sondern durchdringt das gesamte Unternehmen auf einheitliche Weise. Ein Intelligent Digital Brain bildet die Grundlage für Unternehmen, die über Effizienz hinausgehen und wirklich intelligent arbeiten wollen – eine unverzichtbare Fähigkeit im Zeitalter von KI.

Ein intelligentes digitales Gehirn ist nicht einfach nur ein umbenanntes Large Language Model (LLM) oder ein generisches Agenten-Toolkit. Es wird speziell für das jeweilige Unternehmen entwickelt und versteht die Organisation, ihre Branchendynamik und das breitere Ökosystem. Es ist modular aufgebaut und ermöglicht eine branchenspezifische Ausführung – mit Funktions- und Branchenvarianten für Sektoren wie Bankwesen oder Telekommunikation, die sich schnell aktivieren und an die Gegebenheiten des Marktes anpassen lassen.

In der Praxis ist diese Individualisierung entscheidend. Ein Digital Brain für das Bankwesen kann beispielsweise mit proprietären Daten, Branchen-Benchmarks und fachlichen Ontologien vortrainiert werden – mit vorgefertigten, zertifizierten Agenten für KYC, Compliance und Kundeninteraktionen. Im Gegensatz dazu wird ein Digital Brain für den Technologiebereich vielleicht mit Wissen über B2B-Wertschöpfungsketten und über die Betriebsmodelle globaler Technologieunternehmen trainiert.

Nehmen wir als Beispiel eine große Geschäftsbank, die einheitliche Intelligenz anstrebt, um sowohl Kundschaft als auch Personal besser zu unterstützen. Zwar nutzt die Bank bereits KI in Bereichen wie Kreditwesen, Betrugsbekämpfung und Betrieb, doch ihr Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau einer einheitlichen Intelligenzebene, die Entscheidungen in jedem Kanal einheitlich steuert: von Kundeninteraktionen bis hin zu internen Workflows.

Diese Bemühungen beginnen bei den Grundlagen: der Verknüpfung fragmentierter Daten über verschiedene Funktionsbereiche hinweg. Indem diese Signale in Echtzeit verknüpft werden, baut die Bank ein Intelligent Digital Brain auf, das Zusammenhänge interpretiert, Optionen vorschlägt und eine einheitliche Entscheidungsfindung im gesamten Unternehmen ermöglicht.

Der Wert von Kontext und Individualisierung ist exponentiell. Nehmen wir Shopping als Beispiel: In einer globalen Studie unter 18.000 Verbrauchenden im Jahr 2025 gaben 75 % an, dass sie KI als persönlichem Einkaufsberater vertrauen würden. 45 % sagten jedoch auch, dass ihr Vertrauen schwindet, wenn KI-Antworten nicht persönlich relevant sind oder die Ergebnisse nicht authentisch wirken.

Mit anderen Worten: Ohne Kontext oder Relevanz können selbst die besten KI-Modelle nicht die Erwartungen der Verbrauchenden erfüllen.

Und wenn der Kontext schon in der Verbraucherwelt so wichtig ist – wo die Probleme, die gelöst werden müssen, verhältnismäßig unkompliziert sind –, dann folgt daraus, dass Kontext in Unternehmen sogar noch wichtiger ist. Unternehmen sind komplexe, ineinandergreifende Systeme aus Daten, Prozessen und Menschen. Sie verlassen sich heute stark auf manuelle Eingriffe, um Lücken zu schließen, die die Technologie nicht abdecken kann, da Systeme keinen gemeinsamen Kontext haben und nicht in der Lage sind, sich an veränderte Bedingungen anzupassen.

Das Intelligent Digital Brain schließt diese Lücke, ohne dass bestehende Technologie-Stacks vollständig ersetzt werden müssen. Für die meisten Unternehmen, die bereits in die digitale Transformation investiert haben und derzeit Daten- und KI-Fähigkeiten aufbauen, ist die Aktivierung dieses Intelligent Digital Brains eher ein gezielter, effektiver Schritt als eine umfassende Umgestaltung – dennoch sind die Möglichkeiten und Vorteile, die hierdurch entstehen, beträchtlich.

Indem das Intelligent Digital Brain bestehende Systeme um Intelligenz und Kontext erweitert, macht es verborgene Ineffizienzen sichtbar und beseitigt diese. Das führt dazu, dass Unternehmen deutlich mehr Wert aus bereits vorhandener Technologie erschließen.

Der Wechsel zwischen verschiedenen Technologien verursacht hohe Kosten: Mitarbeitende wechseln fast 1.200 Mal am Tag zwischen Anwendungen hin und her und verlieren dadurch bis zu vier Stunden pro Woche oder 32 Tage im Jahr – einfach nur, weil Systeme keinen Kontext austauschen und nicht miteinander kommunizieren können.

Doch die Beseitigung dieser Ineffizienzen ist nur der Anfang. Ein Intelligent Digital Brain geht auch tiefere strukturelle Probleme an, die sowohl IT- als auch geschäftliche Führungskräfte frustrieren und die Unternehmen daran hindern, größere Ziele zu erreichen. Es befreit Daten aus ihren Silos, erfasst Unternehmenswissen, bevor es durch das Ausscheiden von Mitarbeitenden verloren geht, und wandelt generische KI in bereichsspezifische Intelligenz um. Zudem entwickelt es starre, regelbasierte Systeme zu adaptiven Systemen weiter, die im Laufe der Zeit dazulernen und sich verbessern. Entscheidend ist, dass das Intelligent Digital Brain Plattformen, Prozesse und Partner zu einem einheitlichen Ökosystem verbindet, wodurch das Unternehmen als koordinierte Einheit agieren kann, statt als Ansammlung isolierter Komponenten. Dieser Wandel führt Unternehmen weg von reaktiver Problemlösung und hin zu einer bewussten, wertorientierten Ausführung.

Das Intelligent Digital Brain unterstützt zudem Fähigkeiten, die zuvor unerreichbar waren, da es Aspekte erkennen kann, zu denen regelbasierte Systeme nicht in der Lage waren – und so erhalten Führungskräfte zusätzliche Einblicke. Es verbindet Prozesse, die bisher nie wirklich zusammengewirkt haben, bereichert Entscheidungen mit Kontext, den kein System bisher interpretieren konnte, und ermöglicht es Agenten, autonom zu arbeiten. In diesem Modell behalten Menschen die volle Kontrolle: Sie geben die Richtung vor, treffen Entscheidungen und setzen Grenzen, während intelligente Systeme mit Geschwindigkeit und Präzision arbeiten.

Langfristig kann dieser Ansatz die Vorteile exponentiell steigern: Er beschleunigt die Entscheidungsfindung, verbessert die Risikominderung und schärft die Ausführung, wodurch ein Synergieeffekt entsteht, der den Unternehmenswert um ein Vielfaches steigern kann.

Wie das Intelligent Digital Brain branchenübergreifend funktioniert

Um das Intelligent Digital Brain in der Praxis greifbar zu machen, ist es hilfreich, einen Blick darauf zu werfen, wie führende Unternehmen es einsetzen, um ihre zentralen Abläufe zu transformieren. Wir haben bereits ein Beispiel aus dem Bankwesen angesprochen. Im Folgenden sehen Sie, wie auch andere Branchen intelligenter werden:

Bei einem globalen Hightech-Unternehmen ist das Intelligent Digital Brain zum Motor der geschäftlichen Leistung geworden. Das System bezieht Signale aus dem gesamten Ökosystem, darunter Partneraktivitäten, Kaufabsicht, Kampagnenleistung, Verkaufsdaten und Wettbewerbsentwicklung. Es lernt, wie Kunden und Kundinnen Kaufentscheidungen treffen, wie Partner Geschäfte beeinflussen und welche Wirkung Marketinginhalte entfalten, und verwandelt diese Informationen in tägliche Updates für Account-Strategien und in personalisierte Empfehlungen für den Vertrieb. Marketing arbeitet eng mit dem Intelligent Digital Brain zusammen, co‑kreiert und testet Inhalte, die sich mit jeder Interaktion selbst optimieren, während Partnermanager Budgets automatisch an die tatsächliche Performance anpassen – statt auf Vermutungen zu setzen. So entsteht ein Dynamic Commercial Brain, das sich kontinuierlich weiterentwickelt und Vertriebs-, Marketing- und Partnerkanäle in einem einheitlichen System vereint. Prozessverbesserungen entstehen nicht mehr nur durch punktuelle Umstrukturierungen; stattdessen entwickeln sich die Prozesse im Laufe der Zeit organisch weiter und optimieren sich selbst.

Eine Privatkundenbank hat einen ähnlichen Ansatz gewählt, um ihr Hypothekengeschäft neu zu gestalten. Wenn Kundinnen und Kunden einen Antrag stellen, aktiviert das Intelligent Digital Brain eine Reihe von KI-Agenten, die den Prozess dynamisch steuern. Sie nutzen multimodale Ansätze, um strukturierte Formulare, Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge und Ausweisdokumente abzurufen und zusammenzuführen. Dokumenten- und Risikoprüfung werden von spezialisierten Agenten übernommen, die Vollständigkeit, Echtheit und Berechtigung bewerten. Hierbei verknüpfen sie Finanzdaten mit Risikoregeln und Compliance-Anforderungen, alles direkt im Kontext der jeweiligen Kundinnen und Kunden. Das Intelligent Digital Brain stützt sich auf ein semantisches Modell, das die Beziehungen zwischen Kreditnehmenden, finanziellen Verpflichtungen, gesetzlichen Richtlinien und Kreditstrukturen versteht, wodurch Entscheidungen sowohl präzise als auch nachvollziehbar sind. Bei jedem Antrag lernt das Modell aus Kreditergebnissen und manuellen Eingriffen und verbessert so im Laufe der Zeit seine Modelle und sein Urteilsvermögen. Was früher Wochen dauerte, geschieht nun in wenigen Stunden, und das mit höherer Präzision und einem besseren Kundenerlebnis – angetrieben von einem Prozess, der kontinuierlich dazulernt, anstatt regelmäßig manuell umgestaltet werden zu müssen.

Das Intelligent Digital Brain

Das Intelligent Digital Brain gibt Unternehmen die Fähigkeit, selbstständig zu denken und sich kontinuierlich an veränderte Daten, Kontexte und Bedingungen anzupassen. Es verwandelt das Versprechen der KI in ein praktisches Intelligenzsystem, das die Arbeit tatsächlich verbessert.

Im Kern spiegelt das Intelligent Digital Brain die drei menschlichen Eigenschaften wider, die Intelligenz definieren: Sprache, Gedächtnis und Argumentation. Während Sprache und logisches Denken mittlerweile fester Bestandteil der meisten LLMs sind, stellt das dauerhafte institutionelle Gedächtnis nach wie vor die entscheidende Lücke dar. Das Intelligent Digital Brain füllt diese Lücke, indem es ein strukturiertes Gedächtnis schafft, das sich kontinuierlich weiterentwickelt und Agenten dabei unterstützt, sich frühere Erfahrungen zu merken, darüber nachzudenken und sich so zu verbessern. Je leistungsfähiger es ist, desto mehr Autonomie kann man den darauf basierenden Agenten einräumen.

Im Gegensatz zu generischer KI, die ohne Kontext arbeitet, ist das Intelligent Digital Brain auf die individuellen Gegebenheiten des Unternehmens abgestimmt: auf seine Daten, Workflows und auf den Branchenkontext. Es wird zum zentralen Koordinator der Unternehmensprozesse, reagiert dynamisch auf Veränderungen und lernt kontinuierlich aus den Ergebnissen.

Die Architektur der Enterprise Intelligence

Ein Intelligent Digital Brain besteht aus fünf ineinandergreifenden Ebenen, die als ein einziges System zusammenwirken, das sich kontinuierlich weiterentwickelt.
01

Intelligente Datengrundlage

Jedes Unternehmen verfügt bereits über Daten, die in Datenbanken, CRM- oder ERP-Systemen und Data Lakes gespeichert sind. Was fehlt, ist die Verbindung. Diese Grundlage vereint strukturierte, semistrukturierte und unstrukturierte Daten auf einer sicheren, zugänglichen Ebene. Durch Ansätze wie Datenvirtualisierung, Data Fabric oder Zero-Copy-Techniken werden Informationen nutzbar, ohne dass endlose Duplikate entstehen. Indem Daten miteinander verbunden, nutzbar und aussagekräftig werden, entsteht letztlich der nötige Kontext.

02

Domänenontologien

Diese Ebene stellt das Unternehmenswörterbuch bereit: das Framework, das zeigt, wie Informationen miteinander in Beziehung stehen. Es handelt sich nicht um das schwerfällige Semantic Web der Vergangenheit, sondern um eine schlankere, adaptive Ontologie, die sich automatisch weiterentwickelt, sobald neue Daten und Terminologien hinzukommen. Diese Ontologie ermöglicht es Systemen, Beziehungen statt nur Bezeichnungen zu verstehen, und schafft so Bedeutung, die sowohl Menschen als auch Maschinen nutzen können.

03

Spezialisierte Modellebene

Dies ist die Denkebene des Intelligent Digital Brains, die alle KI-Modelle verbindet – egal, ob Foundation-, generative, prädiktive oder individuelle Modelle. Sie kann jeden beliebigen Anbieter oder Hyperscaler verwenden, die über Accenture oder andere von Kunden bevorzugte Tools integriert werden. Sie fungiert als dynamische Orchestrierungsebene, in der Modelle auf Grundlage von Genauigkeit, Kosten und Performance ausgewählt und kombiniert werden. Hier wird Intelligenz spezialisiert und spiegelt die individuellen Workflows des Unternehmens wider.

04

Orchestrierung von Branchenagenten

Agenten fungieren als aktive Neuronen des Gehirns. Es sind intelligente digitale Teamkollegen, die Informationen verstehen, planen und gemeinsam mit den Menschen handeln können, die die Kontrolle haben. Sie können innerhalb von Plattformen wie SAP Joule, Salesforce Agentforce oder Oracle arbeiten oder unabhängig von Anwendungen und Datenquellen agieren. Ihre Effektivität beruht auf koordiniertem Denken, unterstützt durch branchen- und funktionsspezifische Muster, durch Frameworks für Agentenzertifizierung und durch Kooperationsmodelle wie „Trusted Agent Huddle“ für Aufgaben, die eine gemeinsame Entscheidungsfindung erfordern. Diese Fähigkeit lässt sich durch Bibliotheken mit Branchenmustern beschleunigen, die Agenten, Datenstrukturen und Lebenszyklustools abdecken, die eine schnelle, marktorientierte Aktivierung ermöglichen.

05

KI-Lebenszyklusmanagement

Jede Entscheidung erfordert Vertrauen und Governance. Diese Ebene verwaltet den gesamten Lebenszyklus von Modellen und Agenten – von der Erstellung bis zur Stilllegung – und integriert dabei von Beginn an verantwortungsvolle KI, Sicherheit und Beobachtbarkeit. Sie verbindet die Erfahrung von Accenture in den Bereichen Infrastruktur und Managed Services mit der Disziplin, die für groß angelegte, sichere KI erforderlich ist.

Zusammen verleihen diese fünf Ebenen Unternehmen die Fähigkeit zur Selbstoptimierung, indem sie ein Gehirn schaffen, das sich mit dem Unternehmen weiterentwickelt.

Warum das wichtig ist

Jahrzehntelang bedeutete Transformation punktuelle Verbesserungen: kostspielige Phasen der Umstrukturierung, gefolgt von langen Perioden der Stagnation. Das Intelligent Digital Brain verändert diesen Rhythmus: Es beseitigt Probleme in der Koordination, im Informationsmanagement und in der Entscheidungsfindung, die kontinuierlichen Verbesserungen bislang im Weg standen.

Mit dem Intelligent Digital Brain erhalten Unternehmen folgende Vorteile:

Wie sich das Intelligent Digital Brain in den digitalen Kern und die digitale Transformation einfügt

Wenn der digitale Kern der Körper ist, dann ist das Intelligent Digital Brain der Verstand. Der digitale Kern ist das operative Rückgrat, das das Unternehmen mit Erfassungssystemen, Datenplattformen und Anwendungen unterstützt. Das Intelligent Digital Brain ist die Intelligenzebene, die diesem Körper Intelligenz und Koordination verleiht. Einmal aktiviert, vervielfacht es den ROI jeder bisherigen Technologieinvestition.

Ähnlich wie der Schritt von den Grundrechenarten zur höheren Mathematik steigert die Entwicklung eines Unternehmensgehirns die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems. Hierdurch erhalten Unternehmen Möglichkeiten, die vorher unerreichbar waren: Sie können Muster erkennen, Maßnahmen koordinieren und Strategien anpassen, ohne jedes Mal die Technologie umgestalten zu müssen.

Das Ergebnis ist ein Unternehmen, das sich selbst verbessert und das immer schneller, intelligenter und innovativer wird, je länger es besteht.

Transformation wird zur Routine

Wenn sich Prozesse automatisch weiterentwickeln, ist Transformation kein einmaliges Ereignis mehr. Sie wird zu einer festen Eigenschaft des Unternehmens.

Ein Intelligent Digital Brain macht das möglich. Es vereint die neuesten Fortschritte im Bereich der KI mit einer pragmatischen Architektur, die auf Skalierbarkeit und Sicherheit ausgelegt ist und für kontinuierliches Lernen entwickelt wurde.

Dies ist die Intelligenzebene, die jedes moderne Unternehmen benötigt – kein Tool, kein Programm, sondern ein lebendiges System, das sieht, denkt und zielgerichtet handelt.

Unternehmen, die diesen Ansatz meistern, werden von punktuellen Transformationen zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung übergehen, bei der sich Technologie und Prozesse jeden Tag gemeinsam verbessern.

VON

Lan Guan

Chief AI and Data Officer; AI and Data Reinvention Engine Lead

Muqsit Ashraf

Group Chief Executive – Strategy

Surya Mukherjee

Principal Director – Accenture Research