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NEWS-ARTIKEL

Fünf Eigenschaften technologieorientierter CEOs

10-MINUTEN LESEDAUER

3 November 2025

Was zeichnet Führungskräfte aus, die Technologie für echte strategische Vorteile nutzen? Fünf zentrale Eigenschaften und Fragen, mit denen Sie ihre eigenen Leistungen hinterfragen:

Als der CEO eines globalen Einzelhandelsunternehmens kürzlich zunehmendem Druck durch Online-Konkurrenten ausgesetzt war, entschied er sich für eine unkonventionelle Reaktion. Anstatt sich auf die Strategie zu verlassen, die einst das Wachstum des Unternehmens vorangetrieben hatte, tauchte er in neue Technologien ein. Er suchte Rat bei externen Fachleuten, stellte Führungskräfte mit Digitalkompetenz ein und schloss neue Technologiepartnerschaften.

Diese persönliche Neuerfindung legte den Grundstein für eine Neuausrichtung des Unternehmens. Der CEO verwandelte das Einzelhandelsunternehmen in einen Digital-First-Wettbewerber, indem er die Filialen zu Logistikzentren für Online-Bestellungen umfunktionierte, Daten in die Kundeninteraktionen integrierte und eine technologiegestützte Werbeplattform einführte.

Die Erfahrung des Einzelhandels-CEOs spiegelt einen größeren Wandel in der Unternehmensführung wider: den Aufstieg von CEOs, die ihren Geschäftssinn mit technologischer Kompetenz verbinden, um strategische Vorteile zu schaffen. Ob Unternehmen die Veränderung selbst herbeiführen oder ihr nur unterliegen, hängt zunehmend davon ab, ob ihre Führungskräfte in der Lage sind, Technologien zu nutzen, insbesondere im Zeitalter der KI.

Heute haben laut unserer Untersuchung nur 5,9 % der CEOs der 2.660 größten Unternehmen weltweit jemals im Technologiebereich gearbeitet, und nur 3,2 % hatten technische Positionen inne. Dennoch zeigt sich in unserer Forschungs- und Beratungsarbeit zunehmend, dass Erfahrung keine Frage des Schicksals ist. Immer mehr Führungskräfte eignen sich derzeit das Wissen an, um mutige Entscheidungen zu treffen, Stakeholder zu überzeugen und ihre Unternehmen in neue Wachstumsbereiche zu führen.

Diese neue Gruppe von technologieorientierten CEOs betrachtet technologische Kompetenz als eine wesentliche Quelle für strategische Vorteile. Das bedeutet nicht, dass sie sich nebenbei mit Chatbots oder Dashboards beschäftigen. Vielmehr untersuchen sie, wie fortschrittliche Systeme, die Technologien von KI-Agenten bis hin zu Drohnen und Robotern kombinieren, Branchen neu definieren können. Anstatt diese hochrangigen strategischen Entscheidungen dem CIO oder CTO zu überlassen, entwickeln sie das Fachwissen, um technologiegetriebene Transformationen selbst zu steuern.

Was diesen Wandel ermöglicht, ist nicht der Zugang zu Tools – die gibt es überall. Es ist die Denkweise. Technologien entwickeln sich rasant weiter und werden immer erschwinglicher, wodurch die Eintrittsbarrieren für etablierte Unternehmen aller Branchen sinken. Die Unternehmen, die an die Spitze gelangen, sind jene, deren CEOs Technologie nicht als Kostenblock, sondern als Treiber für Wachstum verstehen. Sie besitzen das Selbstvertrauen, das Potenzial ihrer Organisation neu zu definieren. Dafür nutzen sie Technologie über Kunden, Produkte, Kanäle und Daten hinweg.

Wir haben den Aufstieg solcher Führungskräfte genau untersucht. Basierend auf Tausenden von Kundenprojekten und umfangreicher Forschung haben wir fünf Eigenschaften identifiziert, die technologieorientierte CEOs auszeichnen. Anhand von Beispielen aus der Praxis wollen wir untersuchen, wie diese Eigenschaften CEOs in die Lage versetzen, über inkrementelle Gewinne hinauszugehen und eine umfassende Neuerfindung anzustreben. Sehen wir uns auch die fünf Fragen an, die sich jede Führungskraft stellen sollte, um ihre Bereitschaft für dieses neue Zeitalter zu messen – und zu stärken.

Eigenschaften erfolgreicher technologieorientierter Führungskräfte

Sie setzen sich persönlich für Technologie ein

Die Frage, die Sie sich stellen sollten: Nutzen Sie täglich neue Technologien, um zu lernen und Ihre persönliche Arbeitsweise zu verbessern?

Der erste Schritt auf dem Weg zu einem technologieorientierten CEO besteht darin, zu erkennen, dass der Erfolg Ihres Unternehmens in dieser neuen Welt bei Ihnen beginnt. Da neue Technologien wie KI die Wettbewerbslandschaft verändern, müssen CEOs mehr als nur oberflächliche Kenntnisse darüber haben. Das Verständnis der Grenzen von Technologien wie LLMs (große Sprachmodelle), digitalen Zwillingen und Robotik ist nicht nur nützlich, sondern unerlässlich. Technologie ist nicht länger eine rein unterstützende Funktion. Sie ist ein grundlegender Bestandteil von Strategie, Betrieb und Wachstum.

Ein technologieorientierter CEO muss Zeit investieren, um selbst zu verstehen, wie diese Systeme funktionieren. Erst durch dieses persönliche Lernen wird er in die Lage versetzt, ihren praktischen Nutzen richtig einzuschätzen. So können wesentliche Geschäftschancen und Herausforderungen gezielt adressiert werden. Führungskräfte, die sowohl mit Prompt Engineering vertraut sind als auch verstehen, wie Datenstrukturen die Leistung von Modellen beeinflussen, sind klar im Vorteil. Sie kennen die strategischen Risiken und Chancen dieser Technologien. So können sie deutlich schnellere und präzisere Entscheidungen treffen. Außerdem genießen sie als Verfechter des Wandels weitaus mehr Glaubwürdigkeit. Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung müssen CEOs als aktive Lernende vorangehen – sie müssen das Tempo für die Führungsetage vorgeben und deutlich machen, dass kontinuierliches Lernen eine Führungsaufgabe ist und nicht delegiert werden darf.

Der stärkste kulturelle Wandel findet statt, wenn die Person an der Spitze aktiv lernt und experimentiert. Um ein Unternehmen dazu zu bewegen, schnell mit neuen Technologien zu experimentieren, müssen CEOs eine Kultur fördern, die fragt: „Warum können wir nicht Technologien einsetzen, um Barrieren zu überwinden, die wir zuvor für unüberwindbar hielten?“

Diese CEOs investieren persönlich und beruflich Zeit in die Aneignung disruptiver Geschäftsmodelle, Innovationen, Technologien, Daten und Ökosysteme. Sie setzen sich das Ziel, zu einem der weltweit führenden Technologieunternehmen zu werden, und entwickeln Strategien, um dieses Ziel zu erreichen. Einige, wie Vicki Brady, CEO des Telekommunikationsriesen Telstra, widmen ganze Team-Offsites (nicht nur ein oder zwei Sitzungen) dem Erlernen der Anwendung neuer Technologien in ihrem Unternehmen.

Wenn der CEO mit gutem Beispiel vorangeht, wird Technologie zur Aufgabe aller. Dieser Wandel entfacht neue Energie im Unternehmen: Die Menschen fühlen sich ermächtigt, Dinge auszuprobieren, zu testen, zu scheitern und sich anzupassen. Das Ergebnis ist ein Unternehmen, das Technologie nicht mehr nur zur vorsichtigen Optimierung einsetzt, sondern damit seine Grundlagen völlig neu erfindet. In der heutigen Geschäftswelt ist diese kulturelle Stärke der entscheidende Wettbewerbsvorteil.

Satya Nadellas Transformation von Microsoft ist ein weiteres Paradebeispiel für kulturellen Wandel. Als er CEO wurde, verlor Microsoft im Bereich Cloud- und Verbrauchertechnologie zunehmend an Boden. Nadella veränderte die Unternehmenskultur von „alles wissen“ zu „alles lernen“. Er drängte die Führungskräfte dazu, Annahmen zu hinterfragen und schneller zu handeln. Er traf mutige Entscheidungen: Er nahm erfolgreiche Produkte aus dem Sortiment, formierte Teams neu und entließ Führungskräfte, die sich gegen Veränderungen sträubten. Nadellas Führung war nicht nur strategisch, sondern auch kulturell. Er schuf einen Lernmechanismus, der mit einer sich schnell verändernden Welt Schritt halten konnte.

Für diesen kulturellen Wandel ist kein technischer Hintergrund erforderlich. Er erfordert Überzeugung. CEOs müssen davon überzeugt sein, dass die Zukunft ihres Unternehmens davon abhängt, schneller zu lernen als die Konkurrenz. Sie müssen dieses Verhalten selbst vorleben – viel lesen, mit Tools experimentieren und nah an der Front bleiben. Die erfolgreichsten Neuerfindungen beginnen nicht mit einem neuen Produkt. Sie beginnen mit einer neuen Denkweise, die jeden Tag durch das Handeln des CEOs bekräftigt wird.

Sie erfinden Geschäftsmodelle mit mutigen Technologieinvestitionen neu

Die Frage, die Sie sich stellen sollten: Was sind Ihre drei wichtigsten strategischen Technologieinvestitionen?

Die meisten CEOs drängen ihre Teams heute dazu, Technologien zur Verbesserung der Betriebsabläufe zu nutzen. Technologieorientierte CEOs gehen jedoch noch einen Schritt weiter: Sie nutzen Technologie als Katalysator, um zu überdenken, wie Unternehmen Mehrwert schaffen und verteilen. Für diese CEOs besteht die Chance nicht nur darin, das alte Modell zu digitalisieren, sondern ein ganz neues Konzept zu entwerfen. CEOs müssen aufhören, Technologie als taktisches Werkzeug zu betrachten, und beginnen, sie als Grundlage für eine neue strategische Architektur zu behandeln.

Das bedeutet, dass sie ihre Zeit dort investieren müssen, wo es am wichtigsten ist. Der Fokus des CEOs sollte auf den transformativen Investitionen liegen – die Durchbrüche, die Märkte, Modelle und die Ausrichtung des Unternehmens neu gestalten. Grundlegende Anwendungen sind nach wie vor wichtig, können und sollten jedoch an das Team delegiert werden. Was nicht delegiert werden kann, ist die Verantwortung, das langfristige strategische Potenzial der Technologie zu erkennen, sich dafür zu engagieren und es persönlich zu gestalten.

Auf Initiative von Paul Hudson, CEO von Sanofi, wurde eine proprietäre Plattform entwickelt, die KI im Unternehmen integriert, von der frühen Phase der Arzneimittelforschung und -entwicklung bis hin zur Herstellung und Lieferung. Damit positionierte Hudson Sanofi als datengesteuerte Innovationsplattform neu. Die Auswirkungen auf das wissenschaftliche Modell des Unternehmens haben wiederum die Entwicklungszeiten verkürzt und die Erfolgswahrscheinlichkeit für neue Therapien erhöht. Hudson gewann die Unterstützung der Führungskräfte mit seinem Engagement für eine durchgängige Integration und der Einsicht, dass die neuen Erkenntnisse und die Umverteilung von Ressourcen, die durch KI ermöglicht werden, bahnbrechend sein können.

Solche CEOs zeigen die Bereitschaft, Technologie zu nutzen, um die Grundsätze zu überdenken. Sie fragen sich: „Wenn wir bei Null anfangen würden, wie würde dieses Geschäft in einer technologieorientierten Welt aussehen?“ Die Antworten veranlassen sie dazu, Kernsysteme neu zu gestalten, die Logik des Unternehmens neu zu definieren und neue Wachstumsmotoren zu schaffen.

Sie betrachten Daten als strategisches Unterscheidungsmerkmal

Die Frage, die Sie sich stellen sollten: Können Sie die wirklich strategischen Daten Ihres Unternehmens identifizieren und die Schritte benennen, die Sie unternehmen, um deren Wert zu steigern?

Traditionell haben CEOs Daten als eine weitere Informationsquelle für die Entscheidungsfindung betrachtet. Diese Sichtweise reicht heute nicht mehr aus. Daten haben sich zu einem der mächtigsten strategischen Vermögenswerte eines Unternehmens entwickelt. Sie können völlig neue Produkte, Dienstleistungen und Ertragsmodelle erschließen. Aber um diesen Wert auch zu nutzen, muss der CEO die Verantwortung für die Vision übernehmen. Die Datenstrategie muss ihre Wurzeln in der Führungsetage haben und darf nicht unter Schichten von isolierten Infrastrukturen begraben oder an einen Chief Data Officer delegiert werden, dem es an Unterstützung mangelt.

Einige CEOs übernehmen heute de facto die Rolle des Chief Data Officers. Sie verstehen es, strukturierte, unstrukturierte, synthetische und externe Daten zu kombinieren, um eine Neuerfindung einzuleiten. Sie verstehen die rechtlichen, regulatorischen, ethischen und politischen Aspekte im Zusammenhang mit Daten – und wissen, wie sie damit umgehen müssen. Noch wichtiger ist, dass diese CEOs Daten nicht als IT-Problem betrachten, sondern als Rohstoff für die Wertschöpfung und nachhaltige Differenzierung. Als CEOs können sie den Abbau von Silos und Investitionen in unternehmensweite Datenplattformen beschleunigen.

Da nur der CEO die Befugnis hat, funktionsübergreifend zu agieren und Anreize neu zu setzen, muss er auch die organisatorische Trägheit überwinden, die Daten in Silos gefangen hält. Ohne diese Intervention auf höchster Ebene können Datenstrategien ins Stocken geraten, da sie durch Revierkämpfe und falsch ausgerichtete Prioritäten fragmentiert werden.

Wenn CEOs sich persönlich für eine einheitliche Datenstrategie einsetzen, erzwingen sie eine einheitliche Ausrichtung. Sie beschleunigen Investitionen in unternehmensweite Plattformen. Sie stellen sicher, dass Teams Daten mit der erforderlichen Geschwindigkeit und dem nötigen Vertrauen teilen, verwalten und aktivieren, um Einblicke und Innovationen zu skalieren. Damit schaffen sie die digitale Grundlage für Agilität, Automatisierung und Wachstum.

Nehmen wir als Beispiel Onur Genç, CEO der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA). Er hat das Bankwesen bei dem spanischen Bankengiganten nicht nur digitalisiert, sondern neu erfunden. Genç reduzierte das Onboarding von Kunden von Tagen auf Minuten, indem er externe und interne Daten zusammenführte. Die BBVA hat ihren digitalen Umsatz in den letzten vier Jahren verdoppelt, und heute werden 70 % ihres Umsatzes digital erzielt.

Sie werden zu Magneten für Tech-Talente

Die Frage, die Sie sich stellen sollten: Welche persönliche Rolle spielen Sie bei der Einstellung und Bindung von Top-Technologietalenten?

Technologiekompetenz entscheidet heute über den Erfolg: Unternehmen, die die besten Ingenieur:innen, Datenwissenschaftler:innen, KI-Spezialist:innen und Führungskräfte anziehen und die mit Technologie disruptive Werte schaffen können, werden gewinnen. Diese Talente lassen sich jedoch nicht von schrittweisen Veränderungen oder einer untergeordneten Position in der Organisationsstruktur begeistern. Sie möchten sich mit bedeutungsvollen Problemen mit echten Auswirkungen befassen und mit Führungskräften zusammenarbeiten, die ihr Fachwissen schätzen. Aus diesem Grund müssen CEOs von heute zu Talentmagneten werden und sich persönlich für die Rekrutierung, Bindung und Förderung von Top-Technologietalenten einsetzen.

Das bedeutet, dass CEOs die Rekrutierung von hochrangigen Technologietalenten nicht mehr an den CIO, den Chief HR Officer oder die darunter liegenden Ebenen auslagern können. In einer Welt, die zunehmend von digitaler Disruption geprägt ist, erfordert die Gewinnung von erfahrenen Technologieführungskräften ein direktes und nachhaltiges Engagement des Chief Executive. Mindestens einmal im Monat sollten CEOs mit hochkarätigen Technologieführungskräften außerhalb ihres Unternehmens in Kontakt treten, unabhängig davon, ob eine Stelle sofort verfügbar ist oder nicht. Dies schafft die Voraussetzungen dafür, dass CEOs mit Top-Talenten, die etwas bewegen können, ins Gespräch kommen und sie für sich gewinnen können.

Diese Dialoge sind strategischer Natur und nicht transaktional. Während solcher Gespräche sollte der CEO persönlich eine überzeugende Vision davon vermitteln, wohin sich die Branche entwickelt und wie ein Technologe aus einem leistungsstarken Umfeld dazu beitragen kann, eine Neuerfindung des Unternehmens zu ermöglichen – entweder als Mitglied der Geschäftsleitung oder des Vorstands.

Ohne ein technisch versiertes Führungsteam und einen technisch versierten Vorstand wird es einem CEO schwerfallen, Unterstützung für mutige, technologiegetriebene Entscheidungen zu gewinnen. Das liegt daran, dass eine strategische Neuerfindung mehr als nur eine Vision erfordert: Sie verlangt nach Verbündeten, die die Herausforderungen, die Werkzeuge und das Tempo des Wandels verstehen. Und sobald die richtigen Talente an Bord sind, muss sich der CEO noch stärker engagieren – mit regelmäßigen, zweiwöchentlichen Check-ins, um sicherzustellen, dass die Integration reibungslos verläuft und die Führungskraft vom ersten Tag an Wirkung erzielen kann.

Als Nächstes müssen CEOs die technologischen Fähigkeiten an der Spitze mit einer konsequenten Unternehmensführung in Einklang bringen. Vermeiden Sie es, die Verantwortung einer einzelnen Person zu übertragen, ohne zu klären, welchen Beitrag die übrigen Führungskräfte leisten werden. Ohne gemeinsame Rollen, klare Aufgaben und disziplinierte Koordination kommt die Dynamik zum Erliegen.

Der zuvor erwähnte CEO eines globalen Einzelhandelsunternehmens veranschaulicht diesen praxisorientierten Ansatz für Talent und Governance. Er holte eine neue Generation von Technologieführer:innen an Bord, um die digitale Strategie des Unternehmens neu zu erfinden. Darüber hinaus hat er diese Personen nicht nur eingestellt, sondern ihnen auch Verantwortung übertragen. Er hat die Abläufe neu strukturiert, die Unternehmenskultur auf dem Campus verändert und ein technologisches Umfeld geschaffen, das Spitzenkräfte anzieht. Indem er führende Technologieverantwortliche in den Mittelpunkt der Entscheidungsfindung stellte, stellte er sicher, dass Technologie nicht nur als Zusatzfunktion betrachtet wurde. Stattdessen wurde Technologie zum Wachstumsmotor des Unternehmens.

Es stimmt auch, dass fortschrittliche Technologien die Leistungsgrenze verschieben. CEOs, die dies verstehen, setzen nicht nur Tools ein. Sie gestalten auch die Art und Weise, wie Arbeit erledigt wird, neu. Ob durch intelligente Bots oder Robotik der nächsten Generation – diese CEOs nutzen Automatisierung, um sowohl Kosten zu senken als auch die Unternehmensfunktionen zu verbessern. Sie müssen verstehen, wo Technologie Hebelwirkung entfalten kann, angefangen bei der Führungsetage bis hin zur Frontlinie, die zunehmend auf Menschen und Maschinen angewiesen ist. Indem sie ihre Mitarbeitenden direkt in die Gestaltung der Zukunft einbeziehen, motivieren diese Führungskräfte andere, sich auf die technologiegetriebene Zukunft einzulassen, anstatt sich ihr zu widersetzen.

In einem Pharmaunternehmen beispielsweise sitzt nun ein Roboter in dem Raum, in dem Entscheidungen über klinische Studien getroffen werden. Er stimmt nicht ab, sondern informiert. Durch die Verarbeitung großer Mengen wissenschaftlicher Literatur und interner Daten liefert der Roboter Erkenntnisse, die für Menschen allein unmöglich wären. Das Ergebnis: bessere Entscheidungen, und zwar schneller. All dies wurde möglich, weil der CEO des Unternehmens die mutige Entscheidung traf, den Roboter in das Herz der Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu integrieren.

In der Versicherungsbranche verfolgte Peter Zaffino, Vorsitzender und CEO von AIG, einen ähnlichen Weg. Er hat die Risikoprüfung bei dem Versicherungsriesen nicht automatisiert, sondern optimiert. Zaffino machte deutlich, dass Risikoprüfer für das Unternehmen von zentraler Bedeutung sind, und stattete sie mit modernsten Datentools aus. So wurden die Mitarbeitenden gestärkt, anstatt verdrängt zu werden. Diese Mischung aus menschlichem Urteilsvermögen und maschineller Intelligenz ist nur möglich, wenn CEOs Tech-Talente zu einer sichtbaren Priorität machen und selbst innovatives Verhalten an den Tag legen.

Grundsätzlich investieren führende Unternehmen in KI-gestützte Systeme, die menschliches Urteilsvermögen mit der Geschwindigkeit von Maschinen verbinden. Sie schaffen neue Workflows, schulen ihre Mitarbeitenden um und passen Anreize an. Anstatt Menschen zu ersetzen, ergänzen sie sie. CEOs, die diese Nuance verstehen, werden den Weg vorgeben.

Sie pflegen und fördern Partnerschaften mit führenden Technologieunternehmen

Die Frage, die Sie sich stellen sollten: Haben Sie zu Ihren wichtigsten Technologiepartner:innen die gleiche persönliche Beziehung wie zu Ihren wichtigsten Kund:innen?

Kein Unternehmen kann isoliert innovativ sein. Die erfolgreichsten CEOs blicken über den Tellerrand hinaus und pflegen regelmäßig den Kontakt zu einem breiteren Technologieökosystem. Sie gehen Partnerschaften mit Technologiegiganten und Technologiedienstleistern ein, investieren in Start-ups und erwerben modernste Fähigkeiten. Sie wissen, wann sie etwas aufbauen, wann sie etwas kaufen und wann sie zusammenarbeiten müssen, und sie treffen diese Entscheidungen mit Präzision.

CEOs müssen sich wöchentlich mit Partner:innen aus dem Ökosystem und potenziellen Technologieakquisitionen auseinandersetzen. Diese Treffen sind unerlässlich – nicht nur, um Geschäfte zu bewerten, sondern auch, um gemeinsame Visionen zu entwickeln, Innovationen voranzutreiben und Marktvorteile zu erschließen. Führung bedeutet, aktiv mit externen Partnern zusammenzuarbeiten: gemeinsam Lösungen zu entwickeln, gemeinsam zu investieren, Roadmaps abzustimmen und die Partner eng einzubinden, wenn sich Prioritäten verschieben. CEOs, die sich persönlich engagieren, gewinnen Vertrauen, beschleunigen die Umsetzung und positionieren ihre Unternehmen im Zentrum der wichtigsten Innovationsnetzwerke.

Nicolas Hieronimus, CEO von L’Oréal, ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür. Er ging eine Partnerschaft mit Nvidia und Microsoft ein, um ein Beauty-Tech-Ökosystem zu schaffen, das Technologie mit Kosmetikwissenschaft verbindet. Durch diese Partnerschaft brachte L’Oréal KI-gestützte Shopping-Tools auf den Markt, die das Beauty-Erlebnis für Kund:innen in Echtzeit personalisieren. Hieronimus hat nicht versucht, alles intern aufzubauen. Vielmehr orchestrierte er ein Ökosystem, indem er interne Stärken mit externen Innovationen kombinierte.

Roland Busch, Präsident und CEO von Siemens, schlug einen ähnlichen Weg ein. Er baute eine Partnerschaft mit Nvidia aus und verband die beschleunigte Datenverarbeitung des Chipherstellers mit der Siemens Xcelerator-Plattform. Dieses Ökosystem bietet Siemens die Kernkompetenzen, um technologiegestütztes Produktdesign und Fabriksimulationen zu entwerfen, durchzuführen und zu verbessern.

Diese Führungskräfte wissen, dass der Aufbau von Wettbewerbsvorteilen in der heutigen Wirtschaft sowohl das Management von Ökosystemen als auch von Vermögenswerten erfordert. Die Aufgabe des CEOs besteht darin, das Unternehmen zu führen und es in die Netzwerke einzubinden, in denen die Zukunft gestaltet wird.

Persönliche Sponsoren der Transformation

Wir sind in das Zeitalter der technologieorientierten CEOs eingetreten, in dem die Beherrschung von KI, Daten und Automatisierung nicht mehr optional, sondern für eine dauerhafte Führungsrolle von zentraler Bedeutung ist. Erfolgreich werden diejenigen CEOs sein, die ihre Unternehmen neu erfinden, indem sie sich selbst neu erfinden. Sie müssen auch zu persönlichen Sponsoren der Transformation werden – Technologie beherrschen, Daten fördern, Talente gewinnen und Ökosysteme führen.

Dieser Wandel ist bereits im Gange. Die BBVA wuchs auf 50 Millionen digitale Nutzer:innen an, weil ihr CEO die Technologie persönlich gut genug verstand und anwendete, um mutige, technologiegestützte Entscheidungen zu treffen. Führende Unternehmen digitalisieren heute nicht einfach bestehende Workflows. Sie definieren neu, wie ihre Branchen aussehen könnten, beginnend an der Spitze.

CEOs definieren sich zunehmend durch ihre Beherrschung der Technologie und ihren Mut, sie einzusetzen. Neuerfindung ist keine Funktion. Sie ist eine Denkweise. Und in einer Welt des raschen Wandels ist Neuerfindung die wichtigste Aufgabe eines CEOs.

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von MIT Sloan Management Review.

Die Autoren danken Prashant P. Shukla, Emily Thornton, Joey Cofsky, Grace Campbell und Gururaj Rao für ihre Beiträge zu diesem Artikel.

Nachdruck aus MIT Sloan Management Review, (c) Massachusetts Institute of Technology, 2025. Der Artikel Five Traits of Tech-driven CEOs wurde ursprünglich am 30. Oktober 2025 veröffentlicht.

Referenzen

  1. Accenture Research verfolgt seit 2023 die Biografien von Führungskräften der Global-3000-Unternehmen. Für diese Studie haben wir eine Stichprobe von 2.660 CEOs aus Global-3000-Unternehmen analysiert, um die Verbreitung von Technologiekompetenz in der obersten Führungsebene zu bewerten. Wir haben drei verschiedene Indikatoren getestet: Erfahrung in einem Technologieunternehmen, fundierte Fachkenntnisse in bestimmten Technologiebereichen (wie KI oder Cloud Computing) und praktische Erfahrung in einer technischen Funktion – auch in Nicht-Technologieunternehmen. Für jeden der drei Indikatoren haben wir in Absprache mit führenden Forschungs- und Beratungsfachleuten eine eigene Liste von Unternehmen, Technologieschlüsselwörtern und Technologietiteln erstellt.

VON

Ravi Chanmugam

Stellvertretender Vorsitzender – Healthcare Reinvention Executive Advisory, Accenture Strategy

​Michael Lyman

Vorsitzender – Reinvention Executive Advisory, Accenture Strategy

Paul Daugherty

Vorsitzender des AI Advisory, TPG