STUDIE

In Kürze

In Kürze

  • Die deutschen Top500-Unternehmen sind während der Pandemie langsamer gewachsen als erwartet.
  • Lieferengpässe, Wertewandel, Innovationsdruck: Sie sind mit einer multidimensionalen Transformation konfrontiert.
  • Erfolg hat, wer Technologien als Innovationstreiber nutzt, Nachhaltigkeit als Kernelement des Geschäfts versteht und sich auf Talente konzentriert.
  • Accenture gibt Handlungsempfehlungen, die deutschen Unternehmen bei diesem Wandel helfen können.


Die multidimensionale Transformation der Top500

Die Pandemie hat den Vorreitern der Digitalisierung einen weiteren Schub verliehen und damit den Innovationsdruck für die Top500 verstärkt. Insgesamt ist die deutsche Wirtschaft in den vergangenen beiden Jahren langsamer gewachsen als erwartet. Hinzu kommen bereits 2020/2021 erkennbare geopolitische Spannungen, weitere Engpässe in der Lieferkette, der demografische Wandel und die Inflation. Und auch nachhaltiges Wirtschaften ist heute keine Kür mehr, sondern Pflicht. Wie also können Unternehmen ihren Erfolg sichern?

Das untersucht die neue Top500-Studie. Accenture analysiert darin die Erfolgsmodelle der erfolgreichsten deutschen Unternehmen und leitet Handlungsempfehlungen ab. Diese sind nun umso wichtiger, betrachtet man die beispiellosen Entwicklungen in der Ukraine. Denn die erwähnten Faktoren dürften sich künftig nur noch weiter verschärfen. Entscheidend wird dann sein, wie Organisationen die beschleunigte und multidimensionale Transformation bewältigen werden.


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Im Pandemiejahr 2020 verzeichneten die deutschen Top500 einen Umsatzverlust von 3,9 Prozent. Die Großunternehmen schlugen sich dabei besser als die deutsche Wirtschaft insgesamt – das nationale Bruttoinlandsprodukt (BIP) verlor 4,6 Prozent. Im weiteren Vergleich litten die deutschen Großunternehmen stärker unter der Krise als die Weltwirtschaft, denn das globale BIP sank lediglich um 3,4 Prozent.

Fest steht, dass die Transformation erhebliche Auswirkungen auf den Wettbewerb haben wird. Erfolgreiche Start-ups, dynamische Mittelständler sowie Großunternehmen, die den Wandel vorantreiben, werden mit innovativen Geschäftsmodellen in den Vordergrund treten. Die Folge: Wer verharrt, wird schrumpfen.

Komplexere Anforderungen
in einer neuen Welt

Die Voraussetzungen für eine positive Umsatzentwicklung der Top500-Konzerne haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend und drastisch verändert. Das betrifft einerseits äußere Faktoren: die Digitalisierung, den Wertewandel in der Gesellschaft, die ein nachhaltigeres Handeln verlangt und natürlich den Fachkräftemangel. Auf der anderen Seite sind die Unternehmen mit geopolitischen Spannungen und einer staatlichen Regulierung in Krisenzeiten konfrontiert. Diese führen unter anderem zu Unterbrechungen in den Lieferketten und damit zu Engpässen bei der Produktion. Eines haben all diese Entwicklungen gemeinsam: Unternehmen müssen in der Lage sein, sich schnell anzupassen.

83%

der deutschen Unternehmen sehen sich mit einem technologischen Wandel von nie da gewesenem Ausmaß und Tempo konfrontiert.

-10,3%

Die dominierende Automobilindustrie hatte 2020 einen Umsatzrückgang um mehr als 80 Milliarden Euro zu verzeichnen.

81,9%

der verarbeitenden Unternehmen in Deutschland haben mit Knappheit bei den Vorprodukten zu kämpfen.

Schneller Technologiewandel setzt unter Druck

Den Wettbewerb entscheidet immer deutlicher, wer neueste Technologien schneller nutzt als andere. Die USA und China sind besonders disruptionsbereit.

Dringlichkeit von Nachhaltigkeit nimmt rasant zu

Gesetzgebung, Kund:innen und Investierende verlangen Taten: Unternehmen müssen entlang der gesamten Wertschöpfungskette neue Standards etablieren.

Lieferengpässe beeinträchtigen das Geschäft

Ressourcenknappheit ist Alltag. Die Exportorientierung der Top500 mit Just-in-time-Produktion und geringen Lagerbeständen wird zum Wachstumsrisiko.

Fachkräftemangel verstärkt sich

Immer mehr Arbeitsplätze bleiben unbesetzt. Vor allem Expert:innen für die Digitalisierung fehlen. Der demografische Wandel verschärft die Lage.

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Was die Top500 jetzt umsetzen müssen

Der Handlungs- und Zeitdruck für die Transformation ist unter den verschärften Wettbewerbsbedingungen für die Top500 enorm. Infolgedessen verändert sich das Mindset der Führungskräfte deutlich. Den meisten ist klar geworden, dass sie umgehend agieren müssen. Viele sind jedoch unsicher, welcher Weg aus der Krise führt.

Accenture sieht die wichtigsten Weichenstellungen in drei Aktionsfeldern: der Innovation, der Nachhaltigkeit und dem Talent-Management. Nur wer diesen Transformationsdreiklang beherrscht, wird zu den künftigen Wachstumschampions gehören.

In den kommenden Jahren werden sich die Top500-Unternehmen intensiv mit der multidimensionalen Transformation beschäftigen. Davon wird ihre Wettbewerbsfähigkeit abhängen.

Mit Innovationen der Krise entkommen

Global betrachtet müssen die Top500 ihre Chance im Technologiewettbewerb suchen. Im Schnitt planten sie, Digitalisierungsbudgets um 6,1 % zu erhöhen.

Nachhaltigkeit by Design

Führungskräfte sehen Nachhaltigkeit mehr und mehr als Kernelement neuer Produkte, Dienstleistungen und Prozesse. Sie wird damit zum Wettbewerbsfaktor.

Jetzt in Talent-Management investieren

Die Engpässe am Arbeitsmarkt verschärfen sich weiter. Die Top500 suchen daher auf neuen Kanälen – und denken Arbeitsmodelle neu.

Mit Technologien neues Wachstum generieren und Erlebnisse schaffen

Um neue zukunftsgerichtete Geschäftsmodelle zu entwickeln, müssen die Top500 in Hard- und Software investieren, mit denen sie Daten generieren, analysieren und nutzen können. Die Cloud wird immer mehr zum Rückgrat des Betriebsmodells. Sie ermöglicht auch unternehmensübergreifende Geschäftsmodelle: In einer zunehmend komplexeren Welt werden Unternehmen immer weniger in der Lage sein, allein den entscheidenden Technologiemix für bahnbrechende neue Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen. Cloudbasierte Lösungen spielen auch deshalb eine entscheidende Rolle, da sie unter anderem Ansätze für eine neue Customer Experience bieten. Ein zentrales Differenzierungsmerkmal am Markt.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor nutzen

Unternehmen, die ein Nachhaltigkeitsmanagement besonders intensiv in ihren Prozessen implementiert haben, erwirtschaften im Durchschnitt eine um 21 Prozent höhere EBITDA-Marge. Immer mehr Führungskräfte sehen daher in Nachhaltigkeit inzwischen einen Wettbewerbsfaktor – und einen Innovationstreiber. Der Fokus muss auf die Messbarkeit der Nachhaltigkeitsziele gelegt werden. Ebenso wichtig ist es, eine Berichterstattung über die Fortschritte zu etablieren.

Arbeitsformen überdenken

Wer Zukunftschancen ergreifen will, braucht die Menschen dafür. Unternehmen müssen in der Lage sein, trotz des demografischen Wandels genügend Fachkräfte mit der richtigen Qualifizierung zu gewinnen. Unternehmen individualisieren Arbeitsmodelle, dezentralisieren Teams und bauen eine neue Innovationskultur in der hybriden Arbeitswelt auf. In den globalen Talent-Netzwerken müssen sie attraktiv werden und Partner bei ihren Sourcing-Strategien stärker einbinden.

Für die Top500 waren die vergangenen Monate ein Aufbruch: Innovation in kleinen Schritten funktioniert heute nicht mehr. Es sind die ganz großen Sprünge, die zu großem Wachstum führen werden.

Christina Raab

Vorsitzende der Accenture-Ländergruppe Deutschland, Österreich und Schweiz


Dr. Moritz Hagenmüller

Senior Managing Director – Accenture Strategy, Austria, Switzerland & Germany

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