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PERSPEKTIVE

Von Jobprofilen zu Wertschöpfung – wie Menschen und KI die Personalstrategien neu definieren

10 Minuten Lesezeit

8 Dezember 2025

Lesen Sie den Bericht zu Talent Reinventors

Wertschöpfung mit und für Menschen im KI-Zeitalter

Seit Jahrzehnten haben Führungskräfte und Unternehmen danach gestrebt, immer effizienter zu werden: schlankere Teams, schnellere Prozesse und mehr Automatisierung. Doch bei KI geht es nicht nur darum, bestehende Abläufe zu verbessern. KI schafft grundlegend neue Möglichkeiten für Menschen und Technologien, miteinander zu interagieren und Potenziale zu erschließen, die vorher nicht erkennbar waren. Sie ermöglicht uns, die Arbeit in einer beispiellosen Detailfülle zu erfassen, und zeigt genau, wie sich Aufgaben, Fähigkeiten und Technologie kombinieren lassen, um Ergebnisse zu erzielen.

Doch der größte Effekt der KI resultiert nicht aus der Automatisierung, sondern aus dem genaueren Verständnis der Arbeit und der Umgestaltung von Prozessen zur Verbesserung von Ergebnissen. Die nächste Wertschöpfungswelle entsteht, wenn Technologie neues menschliches Potenzial freisetzt.

Die Leistungsillusion

Stellen Sie sich Folgendes vor: Eine globale Bank investiert Millionen in KI und erwartet einen starken Anstieg der Produktivität. Sechs Monate später sehen die Dashboards großartig aus, es gibt mehr Automatisierung und die Transaktionszeiten sind gesunken. Die Kundenzufriedenheit hat sich jedoch nicht verändert und die Mitarbeiterbindung hat sich verschlechtert.

Warum? Der Grund dafür ist, dass Organisationen noch immer auf überholten Rollenbildern und Strukturen basieren und nicht auf die Verbesserung der Arbeitsabläufe. Das Ergebnis? Geschwindigkeit ohne echten Fortschritt. Menschen erledigen nach wie vor die Aufgaben, die Maschinen viel besser erledigen könnten. Maschinen fehlt das, was nur Menschen bieten können – Urteilsvermögen, Kreativität und Empathie.

Mehrwert erschließen: eine neue Dimension der Transparenz

Lange Zeit lag der Fokus von Führungskräften auf Headcount und klassischen Hierarchien. Doch wie die Arbeit tatsächlich verrichtet wird, bleibt oft verborgen. Stellenbeschreibungen enthalten eine Übersicht der Aufgaben, erfassen aber nicht wirklich, was für den Erfolg maßgeblich ist. Organigramme zeigen Hierarchien, aber keine individuellen Beiträge. Oftmals verlässt man sich auf Annahmen und nachträglich gelieferte Kennzahlen.

Das ändert sich jetzt. KI und Automatisierung machen einzelne Arbeitsschritte sichtbar. KI liefert eine neue, umfassende Perspektive auf die Arbeit und ermöglicht mehr Klarheit bei der Betrachtung von Aktivitäten unter Berücksichtigung von Branchenkontext, geschäftlichen Abläufen und makroökonomischen Trends. Moderne KI-Modelle analysieren die Informationen schnell, um praktische Szenarien für eine möglichst optimale Erledigung von Aufgaben aufzuzeigen, bei denen das Potenzial von Menschen und Maschinen gleichermaßen berücksichtigt wird. Dank dieser schnellen Echtzeit-Transparenz können Führungskräfte erkennen, wo Maschinen einen Mehrwert schaffen und wo menschliche Fähigkeiten entscheidend sind.

Die Aufteilung der Arbeit in ihre einzelnen Bestandteile macht Effizienzpotenziale sichtbar und schafft eine gemeinsame Sprache: ein gemeinsames Verständnis davon, wie Wertschöpfung über Menschen, Prozesse und Technologie hinweg entsteht.

Diese neue Transparenz führt dazu, dass die Frage nicht mehr lautet: „Wie können wir das mit weniger Personal bewerkstelligen?“, sondern: „Wie sollte diese Tätigkeit gestaltet werden, um bessere Ergebnisse in Bezug auf Innovation, Wachstum und Produktivität zu erzielen?“

Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Unsere Befragung veranschaulicht die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. 84 % der Führungskräfte planen, innerhalb von fünf Jahren Rollen und Teams rund um KI-Agenten neu zu gestalten. 38 % der Top-Führungskräfte gehen davon aus, dass sich Rollen durch KI erheblich verändern werden. Doch nur eine von fünf befragten Personen gestaltet Arbeit mit AI im Kern neu. Diese Diskrepanz macht deutlich, wo in Zukunft Wettbewerbsvor- oder -nachteile entstehen werden.

Wenn man Arbeit genauer betrachtet, wird ein wichtiger Grundsatz deutlich: Die Arbeitsweise sollte auf die Wertquelle abgestimmt sein. Einige Aufgaben werden am besten von Maschinen ausgeführt, während andere Aufgaben menschliche Vorstellungskraft und ethisches Urteilsvermögen erfordern.

Eine veränderte Perspektive auf die Arbeit ist jedoch nur der Anfang. Zu einem echten Durchbruch kommt es, wenn Führungskräfte diese Klarheit nutzen, um Talente dort einzusetzen, wo sie am wichtigsten sind, die richtigen Kompetenzen entwickeln und mutigere Entscheidungen bezüglich Investitionen, Ressourcen, Standortstrategien, Rollendesign und Teamstrukturen zu treffen.

Neues Personalmodell: Aufbau einer dynamischen Belegschaft mit KI

Eine Personalstrategie, die Mensch und KI vereint, nutzt Daten und KI, um menschliche Stärken laufend mit technologischen Fähigkeiten zu ergänzen. Dieses Konzept geht über die heutigen Rollen hinaus und entwirft Systeme, die sich gemeinsam mit der Arbeit weiterentwickeln. Es verbindet das Potenzial von Menschen und Technologie, um deren jeweilige Stärken zu nutzen, Probleme zu lösen und bahnbrechende Ergebnisse zu erzielen.

Dieser Wandel ändert die Art und Weise, wie Unternehmen die Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden bewerten, Investitionen tätigen und Wachstum vorantreiben. Anstatt die Hierarchie zu optimieren, können Führungskräfte bei der Neukonzeption die Wertschöpfung in den Mittelpunkt stellen. Und das nicht nur aus Effizienzgründen, sondern auch zur Einbindung der menschlichen Kreativität.

Bei der Neuverteilung der Arbeit auf Menschen und Maschinen kommt es darauf an, wie effektiv Führungskräfte dabei ein kohärentes, wertschöpfendes Ganzes orchestrieren. Aufgaben werden nun fließend zwischen fünf miteinander vernetzten Elementen der Belegschaft verteilt:

  1. Menschen: verfügen über Empathie, ethisches Urteilsvermögen, Kreativität, Führung.

  2. Zusammenarbeit Mensch-Maschine: Menschliche Arbeit wird durch digitale Tools ergänzt und erleichtert.

  3. Intelligente Automatisierung: Anwendung von Technologie auf regelbasierte, wiederkehrende Aufgaben.

  4. Generative KI: Erstellung von Inhalten, Designs, Insights, Code.

  5. Agentische KI: Einbindung autonomer Agenten in die Steuerung mehrstufiger Prozesse.

Die Grundbausteine der agentischen KI

Bei der agentischen Architektur werden KI-Agenten in einer Hierarchie organisiert, die effiziente Arbeitsabläufe und Entscheidungen fördern. Grundlage sind Utility-Agenten, die Aufgaben wie Datenerfassung, Sortierung und Analyse erledigen. Utility-Agenten sorgen dafür, dass wiederkehrende Prozesse reibungslos ablaufen.

Super-Agenten fungieren als Manager. Sie beaufsichtigen Utility-Agenten, koordinieren Arbeitsabläufe und gewährleisten die Ausrichtung auf umfassendere Ziele. Super-Agenten orchestrieren komplexe Aufgabenfolgen mit erweiterter Logik und sorgen so für die strategische Wirksamkeit der taktischen Ausführung.

Übergeordnete Orchestrator-Agenten verwalten Interaktionen zwischen mehreren Super-Agenten und kooperieren zuweilen direkt mit Utility-Agenten. Orchestrator-Agenten sorgen für harmonische Abläufe und Skalierbarkeit über den gesamten Betrieb hinweg. Dieser mehrstufige Ansatz ermöglicht Unternehmen die Automatisierung von Aufgaben und ganzen Workflows, wodurch Produktivität, Kosteneffizienz und skalierbare Innovationen gefördert werden.

Stellen Sie sich eine Aufgabe vor, die zunächst von einem Menschen bearbeitet und dann für mehr Effizienz automatisiert, anschließend mit generativer KI skaliert, zur ethischen Bewertung zurück an einen Menschen delegiert und zuweilen vollständig von agentischer KI koordiniert wird. Das ist kein Gedankenspiel, sondern genau das, was zurzeit passiert.

Erfolg hängt davon ab, dass Aufgaben dynamisch dem leistungsfähigsten Akteur zugewiesen werden, sei es ein Mensch, eine Maschine oder eine Kombination aus Mensch und Maschine. Unternehmen müssen dieses Gleichgewicht kontinuierlich anpassen, während sich Menschen und Technologien weiterentwickeln.

Bei der agentischen Architektur werden KI-Agenten in einer Hierarchie organisiert, die effiziente Arbeitsabläufe und Entscheidungen fördern.

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Diese Änderungen wurden noch nicht vollständig umgesetzt, aber sie sind ein Hinweis darauf, wie Unternehmen in Zukunft von Einblicken in die Art und Weise, wie Arbeit tatsächlich Wert schafft, profitieren werden.

Ein Leitfaden für Führungskräfte: Transformation der Personalstrategie mit KI-gestützten Erkenntnissen

Um das volle Potenzial von KI in Ihrer Personalstrategie zu nutzen, sollten Sie mit drei Schritten beginnen, die Sie auf keinen Fall bereuen werden:

Teilen Sie Jobs mithilfe von KI in einzelne Aufgaben auf. Dieses Konzept lässt sich auf der Grundlage bestehender Jobhierarchien und einer Kombination aus internen und externen Quellen entwickeln.

Tarieren Sie neu aus, welche Aufgaben durch Menschen, Automatisierung und KI erledigt werden sollen, und berücksichtigen Sie dabei nicht nur die Kosten, sondern auch die strategischen Auswirkungen. Flankieren Sie dies mit klarer Kommunikation und vertrauensbildenden Maßnahmen.

Entwickeln Sie KI-Kompetenz, Orchestrierungsfunktionen und adaptive Lernsysteme, die der Technologie und den Veränderungen in der Arbeitswelt voraus sind.

Kurzfristig sollten sich Führungskräfte auf die grundlegende Vorbereitung konzentrieren. Dazu gehört der Aufbau von KI-Kompetenz, Governance und kultureller Ausrichtung bei gleichzeitiger Schaffung der für Veränderungen erforderlichen Fähigkeiten, um Transparenz zu fördern und Vertrauen aufzubauen. Mittelfristig müssen Führungskräfte Agilität in Betriebsmodelle integrieren und Governance, Strukturen und Personalmodelle neu definieren, um schneller bessere Ergebnisse zu erzielen.

Die besten Führungskräfte betrachten KI als Instrument für zielgerichtete Gestaltung und diszipliniertes Management. Sie nutzen KI, um Unternehmen zu gestalten, die sich im Gleichschritt mit der Technologie weiterentwickeln und anpassen.

Der menschliche Vorteil

Die Arbeitswelt wird zukünftig vom Zusammenspiel von Mensch und KI geprägt sein, die sich gegenseitig ergänzen. Die Personalstrategie muss die Arbeit effektiv über die verschiedenen Elemente der Belegschaft – Mensch, Automatisierung, generative KI sowie agentische KI – hinweg orchestrieren und anpassungsfähige Arbeitsplätze schaffen. Der wahre Nutzen liegt in der Fähigkeit, Zeit und Ressourcen in Richtung Kreativität und Problemlösung zu lenken und neue Stellen und Arbeitsmethoden zu schaffen, die Produktivität und Engagement fördern. Dadurch bietet sich auch eine günstige Gelegenheit, Unternehmen aufzubauen, die flexibler sind und effektiver auf Veränderungen in ihrer externen Umgebung reagieren können. Das Ergebnis ist nicht nur mehr Effizienz. Sondern die Möglichkeit, neue Kapazitäten zu schaffen und Zeit in die wichtigsten geschäftlichen Prioritäten von heute und morgen zu investieren.

Führungskräfte, die diese Chance wirklich verstehen, setzen nicht einfach nur KI auf alte Prozesse auf. Sie gestalten die Arbeit grundlegend neu, entwickeln dynamischere Ansätze zum Aufbau von Kompetenzen und gestalten Unternehmen um, sodass sie anpassungsfähiger und resilienter werden.

Denn letzten Endes bietet das Zusammenspiel von Mensch und KI grenzenloses Potenzial.

VON

Karalee Close

Lead – Talent, Global

Stephen Wroblewski

Managing Director – Talent