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STUDIE

Die nächste Ära der nachhaltigen Führung

Erkenntnisse aus der CEO-Studie 2025 von UN Global Compact und Accenture

5 MINUTEN LESEZEIT

16 September 2025

Kurz und knapp

  • 88 % der CEOs glauben, dass die Argumente für Nachhaltigkeit heute relevanter sind als noch vor fünf Jahren.

  • Da nur ein Drittel der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) auf Kurs sind, fordern 90 % der CEOs ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger dazu auf, weiterhin in Nachhaltigkeitsinitiativen zu investieren.

  • Es gibt fünf wichtige Maßnahmen, die CEOs ergreifen können, um Impulse zu setzen, Vertrauen aufzubauen und den öffentlichen und privaten Sektor aufeinander abzustimmen, um systemische Wirkung zu erzielen.

Eine neue Ära pragmatischer Nachhaltigkeit

Nachhaltige Führung durchläuft derzeit einen tiefgreifenden Wandel. Die CEOs von heute bewegen sich in einem Umfeld, das durch zersplitterte Unternehmensführung, rasante technologische Fortschritte und zunehmende globale Krisen geprägt ist.

Diese neue Ära erfordert praktische Maßnahmen. Die Herausforderung ist klar: Ambitionierte, langfristige Nachhaltigkeitsziele in konkrete, messbare Schritte umsetzen, die sowohl kurz- als auch langfristig Wirkung erzielen. Führungskräfte konzentrieren sich auf die Dinge, die ihren Organisationen heute am wichtigsten sind, während sie gleichzeitig sicherstellen, dass ihre Strategien mit einer umfassenderen Vision für die Zukunft im Einklang stehen.

Dennoch bleibt ein auffälliges Paradox bestehen. Während fast alle CEOs sich weiterhin für Klima- und ESG-Ziele engagieren, trauen sich nur wenige, ihre Fortschritte öffentlich bekannt zu geben. Die nächsten fünf Jahre sind ein entscheidendes Zeitfenster. Der Privatsektor muss sich entweder für einen systemischen Wandel zusammenschließen oder riskieren, getrennt in Untätigkeit zu verharren.

Wie haben sich die Ansichten der CEOs zum Thema Nachhaltigkeit im Laufe der Zeit verändert?

Während Nachhaltigkeit früher in erster Linie ein Thema der Marke und der Reputation war, erkennen CEOs heute, dass es für Resilienz und Wachstum entscheidend ist, Nachhaltigkeit in die Kernstrategie und -abläufe zu integrieren.

72 %

2007 haben 72 % der CEOs Marken- und Reputationsergebnisse priorisiert.

79 %

Bis 2020 haben 79 % der CEOs wirtschaftliche Argumente für mindestens ein SDG erkannt.

88 %

2025 glauben 88 % der CEOs, dass die wirtschaftlichen Argumente für Nachhaltigkeit heute stärker sind als noch vor fünf Jahren. Und 97 % bleiben den SDGs verpflichtet.

Da Nachhaltigkeit zunehmend von der Öffentlichkeit erwartet wird, sehen sich CEOs mit veränderten Einflussfaktoren konfrontiert. Verbrauchende und Regierungen treiben die Nachhaltigkeitsagenda von Unternehmen mittlerweile stärker voran als traditionelle Stakeholder – und CEOs gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

Wichtige Themen, die Ansichten von CEOs zum Thema Nachhaltigkeit heute beeinflussen

Globale Ereignisse, technologische Durchbrüche, politischer Wandel und sich verändernde gesellschaftliche Erwartungen beeinflussen Nachhaltigkeit und die Welt grundlegend. Als Reaktion auf diesen wachsenden Druck verankern CEOs Nachhaltigkeit zunehmend in ihrer Strategie, ihren Geschäftsabläufen und Führungsprioritäten, statt sich auf bloße Bekenntnisse zu beschränken.

Technologie und Innovation

Technologische Fortschritte beeinflussen nahezu alle Bereiche der Wirtschaft und Zivilgesellschaft, einschließlich der Nachhaltigkeitsprioritäten, bringen jedoch neue Herausforderungen mit sich.

Erneuerbare Energien: Wachstum ist der Schlüssel zur Erfüllung der globalen Nachfrage.

93 %

der CEOs glauben, dass die Wirtschaft seit 2000 den Fortschritt im Bereich der erneuerbaren Energien vorangetrieben hat.

72 %

der CEOs erwarten bis 2050 erhebliche Fortschritte im Bereich erneuerbare Energien.

KI und das menschliche Potenzial: KI kann das operative und menschliche Potenzial steigern.

25 %

der CEOs haben das Tempo des technologischen Wandels als eine der größten Herausforderungen für ihre Unternehmen identifiziert.

Nur 27 %

dieser CEOs fühlen sich sehr gut darauf vorbereitet, damit umzugehen.

Nachhaltigkeitstools: Digitale Tools zur Nachverfolgung der Nachhaltigkeit werden eine wichtige Rolle spielen und erfordern nachhaltige Investitionen.

97 %

der befragten CEOs erwarten in den nächsten 25 Jahren Fortschritte im Bereich der digitalen Nachverfolgung und nachhaltiger Lieferketten.

Nur 27 %

betrachten diese Tools heute als oberste Priorität.

Geopolitik

Das derzeitige makroökonomische und politische Klima stellt sowohl eine Einschränkung als auch einen Katalysator für die Nachhaltigkeitsbemühungen des Privatsektors dar.

Globale Ziele. Lokale Gegebenheiten: CEOs müssen globale Ambitionen mit lokalen Gegebenheiten in Einklang bringen.

7 von 10

CEOs fühlten sich nicht „sehr gut vorbereitet“, um Handelsregulierung, Klimawandel oder Inflation und Preisvolatilität zu bewältigen.

Mehr als 20 %

der CEOs stuften „Krieg und Konflikte“ oder „politische Veränderungen“ als eine ihrer drei größten globalen Herausforderungen ein.

Kommunikation von Nachhaltigkeit: Unternehmen reduzieren ihre öffentlichen Botschaften, während sie ihre Nachhaltigkeitsziele hinter den Kulissen vorantreiben.

99 %

der CEOs halten an ihren Nachhaltigkeitsverpflichtungen fest.

Nur 50 %

der CEOs stimmen voll und ganz zu, dass sie sich wohl dabei fühlen, ihre Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit zu kommunizieren.

Mehr Stimmen und Führungsstärke

Ein wachsendes Netzwerk aus Investorinnen und Investoren, Regulierungsbehörden, Verbraucherinnen und Verbraucher und der Zivilgesellschaft weckt Erwartungen und setzt höhere Standards für das Handeln von Unternehmen.

Das Diagramm zeigt, wie Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Regierungen bis 2025 zu den wichtigsten Treibern der Nachhaltigkeit werden, während der Einfluss von Banken und NGOs abnimmt.

Kundennachfrage

60 %

der CEOs stuften Kundennachfrage und Verbraucherpräferenzen als drei der wichtigsten Faktoren für ihre Nachhaltigkeitsagenda ein.

Verbrauchereinfluss

4 von 10

CEOs haben die Verbraucherinnen und Verbraucher als die einzige Gruppe identifiziert, die den größten Einfluss auf ihren Nachhaltigkeitsansatz in den nächsten fünf Jahren hat.

Auswirkungen auf die Zusammenarbeit

97 %

der CEOs erwarten Fortschritte bei der Zusammenarbeit innerhalb der Branche und der Wertschöpfungskette, was darauf hindeutet, dass der Peer-Einfluss, die Abstimmung mit Lieferanten und die Zusammenarbeit innerhalb des gesamten Ökosystems mittlerweile von zentraler Bedeutung für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen sind.

Die Entscheidung liegt bei uns

CEOs diskutieren nicht mehr darüber, ob Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie gehört. Tatsächlich fordern 96 % der CEOs ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger dazu auf, Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer Unternehmensvision und -kultur zu stellen.

Die Zukunft ist nicht etwas, was wir erben, sondern etwas, das wir gestalten. Es gibt zwei Möglichkeiten, voranzukommen: koordinierte Beschleunigung oder getrennte Einführung. Die Zukunft, die wir gestalten, hängt von den Entscheidungen ab, die wir heute treffen – und erfordert den Mut, entschlossen zu handeln.

VON

Stephanie Jamison

Global Resources Industry Practice Chair and Global Sustainability Services Lead

Michael D. Hughes

Director – Sustainability Strategy & UN Programs Lead

Emilia Hull

Manager – Sustainability Strategy & Study Co-Lead

Jess Modeen

Manager – Sustainability Strategy & Study Co-Lead