Life Trends 2026
Sich in der Komplexität der heutigen Welt zurechtzufinden, ist eine heroische Leistung, da die Moderne das menschliche Bedürfnis nach Stabilität, Mitwirkung und Verbundenheit auf die Probe stellt. Die Signale sind eindeutig: Menschen sind bereit, neue Wege zu beschreiten, die ihr Leben verbessern, und erinnern Unternehmen daran, dass das Potenzial der Technologie untrennbar mit dem menschlichen Potenzial verbunden ist. Bericht herunterladen.
Fünf neue Trends, die die Zukunft prägen: Verstehen, Entwickeln und Handeln für bedeutendes Wachstum.
-
01. Mehr Stabilität
01. Mehr StabilitätStabilität entwickelt sich zu dem emotionalen Anker, den Menschen suchen. Marken, die in turbulenten Zeiten Verlässlichkeit bieten, werden belohnt.
-
02. Menschliche Entwicklungen
02. Menschliche EntwicklungenKI verändert sowohl den Alltag als auch die transformative Entwicklung und macht das Leben effizienter. Gleichzeitig gefährdet sie Substanz und Kompetenz.
-
03. Menschenzentrierte KI
03. Menschenzentrierte KIWährend KI‑Transformationen voranschreiten, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Schwerpunkt auf die menschliche Erfahrung zu verlagern.
-
04. Die neue Lust am Spielen
04. Die neue Lust am SpielenDie natürliche Motivation zum Spielen verändert die Mainstream-Kultur und die Lebensqualität.
-
05. Älterwerden
05. ÄlterwerdenMedizinische Innovationen und das Gesetz des Alterns werden neu geschrieben, was in der gesamten Gesellschaft neue Energien freisetzt, insbesondere für Menschen über 40.
Mehr Stabilität
Stabilität entwickelt sich zu dem emotionalen Anker, den Menschen suchen. Marken, die in turbulenten Zeiten Verlässlichkeit bieten, werden belohnt.
Das große Ganze
Angesichts ständig kippender Narrative, aufgrund derer sich Werte und Normen über Nacht verändern, gewinnt jede Schlagzeile an Bedeutung. Menschen sind emotional stark involviert. Für Business-Leader ist das hohe Tempo des Wandels ebenso real. Vor diesem Hintergrund ist Stabilität zu einem immer wichtigeren Wert geworden, zu einem echten Premiumfaktor. Sie ist die Grundlage für Vertrauen. Stabilität ist das, was Kund:innen heutzutage von Produkten, Dienstleistungen und Markenerlebnissen erwarten.
Die aktuelle Situation
Für viele Menschen beginnt der Tag damit, dass sie automatisch zu ihrem Smartphone greifen: „Was habe ich verpasst?“ Aggressive, direkt auf die Zielgruppe ausgerichtete Medienstrategien verändern die Agenda über Nacht. Das ist emotional und intellektuell anstrengend und kompliziert, doch während die Menschen nach Bewältigungsstrategien suchen, zeigen sie ein breites Spektrum an Verhaltensweisen.
Das Vertrauen in traditionelle Nachrichtenkanäle schwindet weiter, und „Hot takes“ in den sozialen Medien sind mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Feeds. Distanzierung ist zu einem Bewältigungsmechanismus geworden. Die einen suchen Zuflucht in den kleinen Glücksmomenten im Alltag. Andere stellen das System durch Proteste oder Einschränkungen ihrer Konsumgewohnheiten in Frage.
Business-Leader stehen im Fokus und es wird von ihnen erwartet, dass sie das Unternehmen, ihre Mitarbeitenden und ihre Kund:innen souverän und besonnen führen.
Warum das so wichtig ist
Unternehmen dürfen sich nicht von jedem Trend mitreißen lassen. Sie brauchen Anker – klare, stabile Grundlagen, die auch dann Halt geben, wenn alles andere im stetigen Wandel ist. Wachstumschancen entstehen, wenn Unternehmen Kund:innen auf eine Weise ansprechen, die Komplexität reduziert und Stabilität in einer bewegten Welt schafft.
65 %
der Führungskräfte geben an, dass sie ein permanentes, funktionsübergreifendes Interventionsteam zusammengestellt haben, um schnell auf wirtschaftliche, politische und regulatorische Entwicklungen zu reagieren.
46 %
geben an, dass sich ihr Wunsch nach Stabilität in ihrem Leben verstärkt hat.
45 %
der Befragten geben an, dass sie von den ständigen Überraschungen des Wandels fasziniert sind.
Menschliche Entwicklungen
KI verändert sowohl den Alltag als auch die transformative Entwicklung und macht das Leben effizienter. Gleichzeitig gefährdet sie Substanz und Kompetenz.
Das große Ganze
Alltägliche und transformative Entwicklungen prägen das Leben. Entlang dieses Weges erkennen Menschen den Wert von KI. Im Alltag liefert KI sofortige Antworten, die Entdeckungen zu „Zero-Click“-Momenten machen. Für Menschen fühlt sich das nahtlos an. Für Marken bedroht es Sichtbarkeit und Kontrolle. KI hält auch Einzug in Bereiche wie Lernen, Liebe und Verlust, da Menschen sie für künstliche Beziehungen nutzen. So wie sich die Lebenswege der Menschen verändern, müssen sich auch Geschäftsstrategien ändern, um relevant zu bleiben.
Die aktuelle Situation
Menschen beginnen, KI in fast allen Bereichen ihres Lebens einzusetzen – manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Was mit alltäglichen Bedürfnissen wie schnellen Antworten beginnt, verändert das Verhalten insgesamt. Herkömmliche Suchmodelle erforderten früher mehrere Klicks. Heute liefern KI-gesteuerte Zusammenfassungen und Chat-Schnittstellen sofortige Ergebnisse, allerdings auf Kosten der Erkundung und Sichtbarkeit der Marke. Plattformen kontrollieren zunehmend, was angezeigt wird, sodass Marken ihre Strategien an eine KI-vermittelte Umgebung anpassen müssen.
Mit zunehmender Abhängigkeit erweitern Menschen den Einsatz von KI auf tieferliegende Bereiche: Bildung, Arbeit und sogar emotionale Unterstützung. KI-Tutoren können kritisches Denken anregen, doch Schnelllösungen bergen die Gefahr, dass Verständnis, Kompetenzen und Kreativität darunter leiden. Manche wenden sich an Chatbots, um Trost oder Rat zu finden, doch Trauer- oder Wachstumsprozesse lassen sich nicht ohne Folgen an die KI auslagern.
Warum das so wichtig ist
Von schnellen Antworten bis hin zu tiefgreifenden Veränderungen – KI wird zunehmend Teil des menschlichen Alltags. Marken, die die Lebensrealität ihrer Kund:innen in den Vordergrund stellen, werden relevant bleiben. Ganz gleich, ob es darum geht, etwas zu erledigen oder etwas sehr Persönliches zu bewältigen – Marken müssen verstehen, wo sie sich einbringen können und wann sie sich zurückhalten sollten.
64 %
der Menschen glauben, dass KI ihre Denkmuster verbessern kann, wenn sie richtig eingesetzt wird.
47 %
der 18- bis 24-Jährigen finden es einfacher, einem Chatbot ihre Emotionen und inneren Gefühle mitzuteilen als einem Menschen.
31 %
der täglichen KI-Nutzer:innen geben an, dass ihnen durch KI bewusst geworden ist, wie ähnlich sich alle Markenbotschaften anhören.
Menschenzentrierte KI
Die Transformation durch KI ist in vollem Gange, aber nun ist es an der Zeit, den Fokus wieder auf das menschliche Erlebnis zu richten.
Das große Ganze
Technologie hat schon immer zum Ziel gehabt, menschliches Potenzial zu erweitern. Mit dem Versprechen der generativen KI steht die Technologie kurz davor, die Zukunft zu revolutionieren. Wie dies geschieht und welche Ergebnisse diese Revolution mit sich bringt, liegt ganz bei uns Menschen. Menschenzentriertes Design war noch nie so wichtig wie heute, insbesondere wenn wir nach Wachstum streben. Wenn wir organisatorische KI-Transformationen vom Menschen aus gestalten, schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass KI zu einem Wegbereiter für außergewöhnliche, ja sogar „heroische“ Wachstumssprünge wird, die von ganz normalen Menschen erzielt werden.
Die aktuelle Situation
Die Geschichte der KI in Unternehmen wird in zwei Geschwindigkeiten erzählt, wobei die eine die andere überholt. Führungskräfte sehen Chancen für Skalierbarkeit, Effizienz und Transformation, während Mitarbeitende, die mit der KI-Integration in Echtzeit leben, auch andere Chancen und Risiken erkennen.
Bislang stand bei der allgemeinen KI-Entwicklung die Technologie im Vordergrund, da KI-Tools im Zuge von Transformationen in den Mittelpunkt der Neuausrichtung von Unternehmen gerückt sind. Medien-Schlagzeilen zeichnen ein Bild der Schuldverschiebung und berichten davon, dass Organisationen und Menschen das Potenzial von KI bislang nicht ausschöpfen.
Innerhalb der Organisationen haben Mitarbeitende das Gefühl, dass ihre Bedenken nicht ernst genommen werden. Das führt zu Vertrauensverlust. Mitarbeitende wünschen sich Klarheit und Orientierung in Bezug darauf, welche Fähigkeiten wichtig sind, wie sie sich weiterbilden können und wie ihre zukünftigen Aufgaben aussehen könnten. Auch die Frage, wie die nächste Generation auf eine veränderte Arbeitswelt vorbereitet werden kann, beschäftigt die Menschen. Sie wünschen sich eine verantwortungsvolle Führung. Eine Zukunft, an die sie glauben können.
Warum das so wichtig ist
In den kommenden Jahren wird die Debatte über die Rolle des Menschen im Zeitalter intelligenter Maschinen weiter an Intensität gewinnen. Das ist notwendig. Es könnte sich dabei um die wichtigste gesellschaftliche Debatte handeln.
60 %
der Beschäftigten geben an, dass ihre Führungskräfte ihnen bestenfalls mäßige Anleitung im Umgang mit KI geben.
48 %
der 18- bis 24-Jährigen befürchten, dass KI ihnen ihren Arbeitsplatz wegnehmen oder ihre Karrierechancen verringern könnte.
28 %
der Erwerbstätigen glauben, dass ihre Führungskräfte die Bedenken der Mitarbeitenden gegenüber KI einigermaßen gut verstehen.
Die neue Lust am Spielen
Die natürliche Motivation zum Spielen verändert die Mainstream-Kultur und die Lebensqualität.
Das große Ganze
Menschen verwandeln mittlerweile alltägliche Orte in lebendige Third Spaces, also soziale Treffpunkte außerhalb von Zuhause und Arbeitsplatz, an denen sie ihre Zeit verbringen. Waschsalons veranstalten Konzerte, Fitnessstudios werden zu Treffpunkten, Kneipen dienen gleichzeitig als Friseursalons. Diese selbstorganisierten Räume legen mehr Wert auf Authentizität als auf Perfektion, und die meisten Menschen ziehen heutzutage unvollkommene, aber echte Erlebnisse kuratierten Erlebnissen vor. Es ist wichtiger, präsent zu sein. Marken sollten aufhören, über digitale Spektakel Reichweite zu erzielen, und stattdessen Verbindungen in realen Räumen ermöglichen. Kultur lebt heute vom Spiel. Spielen ist dynamisch, lokal und gibt den Menschen das Gefühl von Lebendigkeit.
Die aktuelle Situation
Spielen entwickelt sich zu einer starken kulturellen Kraft, die die Art und Weise, wie Menschen miteinander in Verbindung treten, Zugehörigkeit empfinden und Sinn stiften, neu gestaltet. In den Städten und Gemeinden werden Freizeit und Spontanität als wesentliche Bestandteile des Lebens zurückerobert, die Kreativität und Freude fördern. Im Mittelpunkt dieser Veränderung steht die Neugestaltung von Räumen außerhalb von Zuhause und Arbeitsplatz. Fitnessstudios, Gotteshäuser, Cafés und Bibliotheken verwandeln sich in Orte der Begegnung, während kleine Veranstaltungen und Underground-Treffen sich der Massenpräsenz widersetzen. Die Kultur verlagert sich offline, mit Nischen-Pop-up-Angeboten, Supper Clubs und Live-Auftritten, die Alternativen zur digitalen Übersättigung bieten. Das gemeinsame Essen im kleinen Kreis ohne Perfektionsanspruch konkurriert mit einem Abend in durchgestylten Restaurants. Auch das Wohlbefinden ist ein neuer Bereich des Themas „Spielen“, da die Menschen zunehmend Wert auf ihre körperliche und mentale Gesundheit legen.
Warum das so wichtig ist
Menschen bauen Kultur durch Spiel auf eine Weise wieder auf, die bewusst schwer zu quantifizieren ist. Unternehmen, die sich in die Welt hinauswagen und Menschen finden, die ihr Recht auf Spielen ausüben, eröffnen sich hier neue Chancen. Marken, die herausfinden, wie sie diese Menschen unaufdringlich unterstützen können, erschließen sich neue Wachstumschancen.
82 %
der Führungskräfte sagen, dass es wichtig ist, Veränderungen im Kundenverhalten, wie z. B. subtile Offline-Veränderungen, zu erkennen.
77 %
der Menschen lieben spontane Unterhaltungsmomente, insbesondere wenn diese Momente keinen praktischen Zweck erfüllen.
77 %
der Menschen wünschen sich, dass Marken Produkte für Wohlbefinden und Lebensfreude entwickeln.
Älterwerden
Medizinische Innovationen und das Gesetz des Alterns werden neu geschrieben, was in der gesamten Gesellschaft neue Energie freisetzt, insbesondere für Menschen über 40.
Das große Ganze
Das Älterwerden wird derzeit grundlegend neu definiert. Die Bevölkerungspyramide hat sich umgekehrt, und inzwischen gibt es mehr ältere Menschen als junge. Menschen über 40 sind gesünder, wohlhabender und einflussreicher als je zuvor. Sie sind Vorbilder, Unternehmer:innen und kulturelle Impulsgeber:innen. Wissenschaftliche Fortschritte verlängern nicht nur die Lebenserwartung, sondern auch die Vitalität und Möglichkeiten. Das Aufeinandertreffen dieser Signale führt branchenübergreifend zu einer disruptiven Veränderung des Verbraucherverhaltens.
Die aktuelle Situation
Viele Stereotypen über jugendliche Energie und das Älterwerden verschwinden allmählich. Überall entstehen neue persönliche Narrative. Ob körperlich, finanziell, kulturell oder in anderer Hinsicht: Menschen in der Lebensmitte und darüber hinaus genießen die Möglichkeit, neu zu definieren, was Altern bedeutet und wie es aussieht.
Sie gestalten ihr Leben im Alter neu und legen dabei Wert auf Gesundheit und Wohlbefinden. In den Bereichen Mode und Beauty zeigen sie, wie persönlicher Stil und Individualität im wörtlichen Sinne „alte” Annahmen hinter sich lassen können. Prominente mit grauen Haaren laufen auf den Laufstegen, „Grandfluencer” bauen sich online ein riesiges Publikum auf und DJs im besten Alter füllen die Nachtclubs.
Bahnbrechende Innovationen im Arzneimittelbereich setzen neue Maßstäbe und geben Menschen im fortgeschrittenen Alter neue Vitalität. Durch immer leichter zugängliche, Behandlungsmethoden haben viele Menschen die Möglichkeit, aktiver und gesünder zu altern. Über 50 % der Befragten geben an, dass sie Gesundheit und Wohlbefinden priorisieren, um die Länge und Qualität ihres Lebens zu maximieren.
Warum das so wichtig ist
Unternehmen suchen in der Regel bei jungen Menschen nach Anzeichen für neue Trends, oft auf Kosten älterer Generationen. Diese Anzeichen stellen jedoch die Denkweise infrage, wenn Trends in Bevölkerungsgruppen entstehen, die normalerweise übersehen werden. Es zählt zu den einflussreichsten Kräften, die unsere Gesellschaft heute prägen.
80 %
der Führungskräfte geben an, dass ihr Unternehmen seine Marketing- und Werbestrategien anpassen muss, um die Dynamik und den Einfluss älterer Generationen zu berücksichtigen.
50 %
der Menschen über 55 geben an, dass sie vorhaben, über das Rentenalter hinaus zu arbeiten, dies müssen oder möglicherweise tun werden.
28 %
der Menschen über 55 geben an, dass sie sich körperlich fitter fühlen als vor 3 bis 5 Jahren.
Wie dieser Bericht entstanden ist
Jedes Jahr untersucht das weltweite Netzwerk von Accenture, bestehend aus Designer:innen, Kreativen, Technolog:innen, Soziolog:innen und Anthropolog:innen aus über 40 Designstudios und Kreativagenturen, Signale des Wandels in ihren jeweiligen Ländern. Zusammen bilden diese Signale erste Trends. Diese werden mit Erkenntnissen von Führungskräften aus verschiedenen Branchen, Wissenschaftler:innen und Zukunftsforscher:innen kombiniert, um den sich abzeichnenden Trends eine erste Form zu geben. In externen, ausführlichen Interviews mit über 100 Personen in 10 Ländern wird untersucht, wie sich diese Trends für sie manifestieren. Abschließend testen wir das Ausmaß und die Ausprägung der Trends in einer umfangreichen Online-Umfrage unter über 25.000 Personen in 23 Ländern und mit 800 Führungskräften in 7 Ländern, um die Trends im Bericht „Accenture Life Trends 2026“ zu formulieren.
Dieser Bericht ist das Ergebnis intensiver Arbeit. Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben.
Autoren
Nick Law
Creative Strategy & Experience Lead – Accenture Song
Katie Burke
Global Thought Leadership Lead – Accenture Song
Agneta Björnsjö
Global Research Lead – Accenture Song
Jake Brody
Senior Managing Director – Accenture Song