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BERICHT

Die Umsetzungslücke bei Investitionsprojekten

Ihre Strategie ist klar. Ihre Investition ist real. Warum kommt sie dann nicht in der Praxis an?

5 Minuten Lesezeit

5 August 2026

In Kürze

  • 73–77 % der Führungskräfte sind der Meinung, dass sie die Leistung in den Bereichen Kosten, Planung und Zeitplan verbessern. Nur 13 % der Mitarbeitenden geben an, dass diese Entscheidungen ihre tägliche Arbeit bestimmen.

  • Die Kluft ist struktureller Natur: Signale aus der Praxis werden gefiltert, Prioritäten gehen bei der Weitergabe verloren und Dashboards helfen den Mitarbeitenden, die die Arbeit tatsächlich erledigen, nicht weiter.

  • Um diese Lücke zu schließen, bedarf es eines Umsetzungsmodells, das die Gegebenheiten vor Ort schnell genug in Entscheidungen umsetzt, um die Ergebnisse zu beeinflussen.

Sie investieren in die richtigen Dinge. Trotzdem geht immer noch etwas schief.

Die Verantwortlichen für Investitionsprojekte vernachlässigen die Umsetzung nicht. Sie sichern deren Umsetzung durch digitale Tools, Planungssysteme, Berichtsstrukturen und Governance ab. Doch bei den 1.050 Führungskräften und Mitarbeitenden, die Accenture befragt hat, hält sich die Diskrepanz zwischen dem, was die Führung für erfolgreich hält, und dem, was die Teams vor Ort tagtäglich erleben.

73–77 %

der Führungskräfte glauben, dass sie einen positiven Einfluss auf die Projektkosten, die Planung und die Einhaltung des Zeitplans haben.

Nur 13 %

der Mitarbeitenden geben an, dass die Entscheidungen der Führungskräfte ihre tägliche Arbeit nachhaltig beeinflussen.

Die Kluft zwischen dem Selbstvertrauen an der Spitze und der Realität vor Ort entscheidet letztendlich über Erfolg oder Misserfolg eines Projekts. Und diese Kluft schließt sich nicht von selbst.

Das Problem ist nicht, dass Führungskräfte mit ihren Entscheidungen falsch liegen. Das Problem ist, dass ihre Absichten an Wirkung verlieren, je weiter sie sich von der Vorstandsetage bis an den Ort der Umsetzung bewegen. Die Signale, die Führungskräften helfen würden, rechtzeitig gegenzusteuern, werden gefiltert, verzögert oder dringen gar nicht erst durch. Und die Technologie, die eigentlich die Distanz überbrücken soll, vergrößert sie oft noch.

Herausforderungen bei Design und Beschaffung gehören zu den größten Hürden, mit denen Beschäftigte vor Ort konfrontiert sind.
Herausforderungen bei Design und Beschaffung gehören zu den größten Hürden, mit denen Beschäftigte vor Ort konfrontiert sind.

Drei Stellen, an denen die Umsetzung ins Stocken gerät

Die Kluft zwischen Strategie und Realität vor Ort entsteht meist auf drei vorhersehbare Arten. Zu verstehen, wo Ihr Projekt an Boden verliert, ist der erste Schritt, um ihn zurückzugewinnen.

In den meisten Organisationen wird es stärker belohnt, auf Kurs zu wirken, als tatsächlich auf Kurs zu sein. Wenn Teams unter Druck stehen, Ziele als erreicht darzustellen, werden Warnsignale oft ausgeblendet, bevor sie die richtigen Entscheidungsträger erreichen. Sobald ein Problem im Bericht auftaucht, hat es meist bereits Auswirkungen auf Kosten oder Zeitplan. Nur 13 % der Beschäftigten sagen, dass Projektziele ihre täglichen Entscheidungen konsequent beeinflussen. Die Informationen sind vorhanden. Sie bewegen sich nur nicht schnell genug, um noch etwas zu bewirken.

67 % der Beschäftigten sagen, dass die Projektziele weitgehend klar sind. Doch Klarheit auf Führungsebene wird nicht automatisch zur Orientierungshilfe am Ort der Umsetzung. Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, passen sich Teams vor Ort lokal an. Gibt es kein gemeinsames Verständnis von Erfolg, verfolgt jede Projektebene ihre eigenen Ziele. Termine verschieben sich. Die Kosten steigen. Und im Nachhinein zeigt die Analyse: Alle haben hart gearbeitet – nur nicht auf dasselbe Ziel hin.

Führungskräfte berichten von einer großen Verbreitung digitaler Tools. Teams vor Ort schildern jedoch eine völlig andere Realität. Die Technologie ist nicht das Problem. Entscheidend ist, wie sie eingesetzt wird. 83 % der Beschäftigten mit Zugang zu KI-gestützten Tools für Planung und Terminsteuerung berichten von einem positiven Effekt. Von den Beschäftigten mit entsprechenden Schulungen sagen 48 %, dass sie deutlich davon profitieren. Das Potenzial ist real. Es kommt nur darauf an, es auf die richtigen Ziele auszurichten.

Die Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung schließen

Die Verantwortlichen in der Projektleitung, Bauleitung, Projektabwicklung und Projektsteuerung spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie sind nah genug am Geschehen, um zu wissen, was tatsächlich passiert, und gleichzeitig in der Position, Entscheidungen zu beeinflussen, bevor sich Probleme konkret auswirken.

Ihre Aufgabe ist es, zwischen Betriebsrealität und Führung zu vermitteln: Erkenntnisse vor Ort sichtbar machen, Teams bei veränderten Rahmenbedingungen auf Kurs zu halten und digitale Investitionen auf die Umsetzung statt nur auf das Reporting auszurichten.

Doch die richtigen Personen allein sind nur ein Teil der Lösung. Sie brauchen ein passendes Umsetzungsmodell, das sie unterstützt.

Letztendlich kann das Schließen der Lücke durch drei Aspekte gelingen: gefilterte Berichte durch echte Signale aus der Praxis ersetzen, alle Ebenen des Projekts auf ein gemeinsames Wertverständnis ausrichten und Technologie für den Einsatz vor Ort entwickeln – statt für das Dashboard der Führungsebene.

Die Leistung ist da. Sie wartet vor Ort.

Führungskräfte haben die Strategie. Teams vor Ort kennen die Realität. Die Chance liegt darin, diese beiden Perspektiven zu verbinden – bevor Verzögerungen, Nacharbeitsbedarf und Stillstände entstehen.

Im Hinblick auf Performance bei Investitionsprojekten gehört die nächste Ära denjenigen Unternehmen, die früh genug auf das reagieren, was vor Ort geschieht, sodass der Ausgang noch beeinflusst werden kann.

Was Verantwortliche für Investitionsprojekte stoppen und starten sollten

Ein Überblick über die Veränderungen, die Führungskräfte bei Investitionsprojekten vornehmen können, um die Umsetzung vor Ort zu verbessern.

Reporting durch echte Erkenntnisse aus der Praxis ersetzen
Reporting durch echte Erkenntnisse aus der Praxis ersetzen
Führung und Teams vor Ort auf ein gemeinsames Wertverständnis ausrichten
Führung und Teams vor Ort auf ein gemeinsames Wertverständnis ausrichten
Technologie für eine praxisnahe Umsetzung entwickeln, nicht für die Sichtbarkeit auf Führungsebene
Technologie für eine praxisnahe Umsetzung entwickeln, nicht für die Sichtbarkeit auf Führungsebene

VON

Adam Shaw

Infrastructure & Capital Projects Lead – Industry X, Americas

Jonas Kampik

Managing Director – Supply Chain & Engineering, Infrastructure & Capital Projects EMEA Lead

Alberto Sanz

Manager – Accenture Research, Infrastructure & Capital Projects, EMEA