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ÖBB UND ACCENTURE
ERMÖGLICHEN STÖRUNGSFREIES
SURFEN AUF DER SCHIENE

ÖBB Personenverkehr AG
 
Sitz
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Wien, Österreich
Vorstand
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Dr. Valerie Hackl, Mag. Evelyn Palla, Siegfried Stumpf
Mitarbeiter
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rund 2 700 (2017)
Fahrgäste
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rund 244 Mio. (2016)
Branche
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Transport und Logistik

Wir sind sehr stolz auf unser Unterhaltungssystem und W-LAN im Railjet, weil es nicht nur zukunftsweisend, sondern auch Ergebnis echter Pionierarbeit ist. Dank der Testerfahrung und der agilen Methodiken, die das Accenture Team zur Stabilisierung des Onboard-Portals einbrachte, war auch der ambitionierte Zeitplan einhaltbar.


Dr. Valerie Hackl, Mitglied des Vorstandes, ÖBB-Personenverkehr AG

Stabiles W-LAN macht den Zug noch attraktiver

Um den Zug als State-of-the-Art-Transportmittel attraktiv zu halten, forciert die ÖBB laufend Modernisierung und Digitalisierung. Zu erstklassigem Service zählt, dass die Kunden im Railjet kostenlos Internetzugang über stabiles W-LAN haben oder via Onboard-Portal aktuelle Informationen erhalten können.
Die Idee entstand vor der Fußball-EM 2016: Zugreisende sollten die Spiele ihres Nationalteams auch auf der Schiene live verfolgen können. Der Weg zu diesem Ziel führte über die Einrichtung eines W-LANs in jedem Bahnwaggon, das ausreichend Bandbreite bietet, damit alle Passagiere parallel ihre Mobilgeräte zum Streamen aus dem Internet nutzen können. Voraussetzung dafür war wiederum die Installation von Hard- und Software, die permanent eine gute Verbindung herstellt und unterschiedlichen Smartphones oder Laptops stabilen Zugang gewährt sowie zugleich das Onboard-Informationssystem einbindet.


Ein Zug bewegt sich mit bis zu 230 Stundenkilometern durch das Land, und es können bis zu 400 Passagiere gleichzeitig an Bord sein, die das W-LAN nutzen möchten. Für diese Anforderung haben wir eine stabile Lösung gefunden.


Michael Zettel, Country Managing Director, Accenture Österreich

Hohe Belastungen erfordern eine individuelle Lösung

Theoretisch ist klar, welche Hardware es für so eine Anforderung braucht und was die Software leisten soll. Die praktische Umsetzung aber erfordert spezielles Know-how, da für derart komplexe Aufgaben keine Standardlösungen existieren. Also holte ÖBB mit Accenture einen erfahren Experten an Bord.
Auf die Kompetenz von Accenture vertraute ÖBB nicht zuletzt deshalb, weil man schon gemeinsam eine Ticketshop-App an den Start gebracht hatte, die den Kundenservice auf ein neues Niveau hob. Hinzu kam die Fähigkeit nicht nur zur Entwicklung individueller Lösungen, sondern vor allem auch zum umfassenden Testen der Komponenten im Labor sowie auf der Strecke. Accenture hat schon ähnliche Projekte begleitet und verfügt über die notwendigen Prozesse und Tools, um Fehler oder Schwachstellen von Systemen dieser Art transparent zu machen sowie Hard- und Software den realen Anforderungen anzupassen.

Technik im Praxistest an die Grenzen getrieben

Lange Tunnel, tiefe Täler, Fahrten über Staatsgrenzen nach Deutschland oder Ungarn: Mobilfunkempfang und W-LAN müssen beim Einsatz im Zug enorm leistungsfähig sein. Erfolgsentscheidend für das ÖBB-Projekt waren harte Tests unter realen Bedingungen, damit das System jederzeit stabil ist.
Deshalb entwickelten die Accenture-Experten ein umfassendes Konzept für Tests im eigenen Labor sowie bei Feldversuchen. „Binnen weniger Wochen haben wir tausende Kilometer quer durch Österreich abgespult, um Hard- und Software unter realen Bedingungen an ihre Grenzen zu treiben“, sagt der Projektleiter Nikolas Atzinger. Ziel des siebenköpfigen Teams, welches das Projekt in knapp fünf Monaten vom Testdesign in den Regelbetrieb brachte: Herauszufinden, was die kritischen Komponenten sind, bei welchen Endgeräten oder welcher Belastung das System kollabiert – und jeden Fehler ausmerzen.

Wir haben mit rund 50 verschiedenen Laptops sowie Apple- und Android-Smartphones im Zug zwischen Wien und Salzburg Daten heruntergeladen, gesurft, gestreamt und dabei alle möglichen Endgeräte und Konstellationen ausprobiert, um eventuelle Schwachstellen zu finden und beheben zu können.


Nikolas Atzinger, Projektleiter, Accenture Österreich

Permanent mit sechs LTE-Modems auf Empfang

Herzstück des Systems ist der Mediaserver, der Datenpakete aus dem Internet über eine LAN-Verbindung in die Waggons verteilt beziehungsweise einem Nutzer das Hochladen von Informationen ermöglicht. Er kann diese Aufgabe aber nur erfüllen, wenn er eine stabile LTE-Mobilfunkverbindung hat.
Der Server nutzt sechs LTE-Modems, um sich in die Netze aller großen Mobilfunkanbieter einzuklinken – auch auf Strecken außerhalb Österreichs. Seine Software ermittelt laufend die stärkste Verbindung und sorgt kontinuierlich für einen reibungslosen Wechsel zwischen den Funkzellen. In der Testphase wurde geprüft, ob das Umschalten der LTE-Modems zwischen den Netzbetreibern reibungslos klappt. Außerdem klärten die Experten, wie lange Datenpakete beim Streaming von z.B. Live-Übertragungen zwischengespeichert werden sollten, falls die Verbindung mal kurz abbricht.

Jeder Fahrgast erhält eine ausreichende Bandbreite

Über LAN mit dem Mediaserver verbunden, sorgt in jedem Waggon ein WiFi-Accesspoint dafür, dass sich die Fahrgäste per W-LAN ins Internet einklinken können. Voraussetzung dafür ist aber, dass jedes Gerät erkannt wird und die Übertragungskapazität allen Nutzern gleichmäßig zur Verfügung steht.
Intelligente Algorithmen sorgen dafür, dass die Bandbreite des WLANs gleichmäßig verteilt wird. So lässt sich eine exzessive Nutzung durch einzelne Personen etwa für große Downloads unterbinden, welche die Surfgeschwindigkeit der Mitreisenden verlangsamen würden. Technisch überforderte Hardware wurde durch Ausprobieren aussortiert. „Während es im Labor gut ausgesehen hatte, startete im Praxistest etwa ein Accesspoint neu, sobald über 40 Mobilgeräte angemeldet waren, was sich als Hardwarefehler herausstellte“, so Accenture-Experte Atzinger. Rechtzeitig konnten optimierte Accesspoints bestellt werden.

Aktuelle Infos zu Anschlüssen und Verspätungen

Via Onboard-Portal, das ebenfalls vom Mediaserver gesteuert wird, erhalten die Reisenden auch aktuelle Informationen zum ÖBB-Fahrplan, etwa zu Anschlüssen und Verspätungen. Zudem haben sie Zugriff auf 120 Sendungen der ORF TVThek, die sich ohne Verbindung zum Internet konsumieren lassen.
Die Funktionalitäten mussten auf ihre Kompatibilität mit Hard- und Software getestet werden, damit für die Kunden ein rundes Serviceangebot entsteht – denn das umfangreiche Info- und Entertainment-Paket der ÖBB landet auf einer gemeinsamen Landing-Page. „Anfangs baute sich etwa eine Seite mit Zuginformationen auf Windows-Notebooks gut auf, war auf iPhones aber nicht mehr leserlich – da haben wir in der Testphase noch viel verbessert“, so Atzinger. Auch der Datenaustausch zwischen zentralem ÖBB-Server und dem Zug musste optimiert werden, damit die Kunden tatsächlich Reiseinfos in Echtzeit erhalten.

Unterhaltungssystem und W-LAN weltweit einzigartig

Mithilfe einer individuellen technischen Lösung, deren Hard- und Software im Labor wie in der Praxis auf Herz und Nieren geprüft wurde, macht ÖBB einen erneuten großen Schritt Richtung Digitalisierung und steigert die Kundenorientierung damit weiter.
Binnen weniger Monate machte das Projektteam eine gute Idee zu einem begeisternden Serviceangebot, das mit Übertragungen während der Fußball-EM seine Feuerprobe bestanden hat: Mit 99,7 Prozent ist die Verfügbarkeit von W-LAN/Internet im Railjet besser als in vielen Gebäuden. „Wir sind sehr stolz auf unser Unterhaltungssystem und W-LAN im Railjet, weil es nicht nur zukunftsweisend, sondern auch Ergebnis echter Pionierarbeit ist.“, sagt Dr. Valerie Hackl, Mitglied des Vorstandes der ÖBB-Personenverkehr AG. „Dank der Testerfahrung und der agilen Methodiken, die das Accenture Team zur Stabilisierung des Onboard-Portals einbrachte, war auch der ambitionierte Zeitplan einhaltbar.“

CTA
Abteil 1

Innerhalb von 3 Monaten wurden 51 Railjets umgebaut, ohne den laufenden Betrieb zu stören.

Info 1
Abteil 2

In jedem Waggon gibt es einen Accesspoint, der das W-Lan für die Passagiere ausstrahlt. Nicht nur innerhalb Österreichs, sondern auch in vielen weiteren Ländern, wie Liechtenstein und Tschechien.

Info 2
Abteil 3

Über Antennen wird das Signal verschiedener Mobilfunk-Anbieter empfangen und zu einem zentralen Router geleitet. Dieser bündelt den Datenstrom und leitet ihn zum Accesspoint weiter. Durch die Bündelung aller Signale wird die bestmögliche Leistung erzielt.

Info 3
Info 4 (Bäume)

Über 400 Fahrgäste werden im Zug mit kostenlosem W-LAN versorgt.

Info 5 (Schienen)

Mit dem Onboard-Portal in allen Railjets können die Passagiere ein umfangreiches Unterhaltungs- und Informationsangebot kostenlos nutzen.

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Kontakt

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Nikolas Atzinger
Projektleiter,
Accenture Österreich

Bild mit Internen Zug System © ÖBB Personenverkehrsgesellschaft