Studie

In Kürze

In Kürze

  • Deutschland ist weltweit am drittstärksten von Extremwetter betroffen. Die Studie von Accenture zeigt Wege, wie Stromversorger sich wappnen können.
  • Sie zeigt aber auch: Versorgungsunternehmen auf der ganzen Welt sehen schwerwiegende Auswirkungen, aber nur wenige sind sehr gut darauf vorbereitet.
  • Drei strategische Leitsätze können Versorgungsunternehmen dabei helfen, eine effektive Strategie für Flexibilität und Resilienz zu entwickeln.
  • Denn gerade in der aktuellen Krise der Pandemie zeigt sich, wie wichtig Widerstandsfähigkeit ist.


Extremes Wetter: Ein weltweiter Wendepunkt

Wetterereignisse mit starken Auswirkungen sind weltweit zu beobachten. Auch in Deutschland werden Sturm, Hitze und Überflutungen häufiger und heftiger. Und selbst lokal auftretende, mittelschwere Ereignisse führen zu einer erhöhten Betriebsbelastung der Übertragungs- und Verteilungseinrichtungen. Unsere Studie zum Thema Digitales Stromnetz zeigte, dass 92% der Führungskräfte in europäischen Versorgungsunternehmen glauben, dass extreme Wetterverhältnisse ein erhöhtes finanzielles Risiko für ihr Unternehmen darstellen. 12 Prozent der in Europa Befragten fühlten sich darauf sehr schlecht vorbereitet.

Das deutsche Stromnetz gilt als besonders stabil und zuverlässig und steht mit dieser Zuverlässigkeit weit besser da als der europäische Durchschnitt. Doch die Vorzeichen ändern sich. Neue Herausforderungen gefährden die Netzstabilität und erfordern eine Anpassung der Strategie. Es gilt nunmehr nicht mehr, ein stabiles Netz zu halten, sondern widerstandsfähig gegenüber heftigen Ereignisse zu werden. Immer ist damit zu rechnen, dass auf eine Herausforderung eine zweite folgt, etwa ein extremes Wettereignis während man noch damit beschäftigt ist, die Folgen der aktuellen COVID19-Pandemie aufzuarbeiten.

9 von 10

Führungskräften von Versorgungsunternehmen sehen extreme Wetterereignisse als ein zunehmendes Risiko für die finanzielle Lebensfähigkeit ihrer Branche.

95%

der Führungskräfte von Versorgungsunternehmen weltweit glauben, dass der durch Emissionen verursachte Klimawandel zu extremen Wetterlagen beiträgt.

24%

der Führungskräfte von Versorgungsunternehmen fühlen sich sehr gut darauf vorbereitet, die Herausforderungen des extremen Wetters zu meistern.

Eine Strategie der Widerstandsfähigkeit bereitet Versorgungsunternehmen darauf vor, mit häufiger werdenden, schwerwiegenden Störereignissen umzugehen und sich schnell von ihnen zu erholen. Es geht nicht darum, die mühsam erreichte Zuverlässigkeit zu vernachlässigen, sondern um eine erweiterte Definition: Ein zuverlässiges Stromnetz braucht Widerstandsfähigkeit gegen Ereignisse wie extremes Wetter, Cyberattacken oder eine Pandemie.

Eine Hürde, die es zu nehmen gilt: Resilienz in der Versorgungswirtschaft ist für viele noch immer ein gestaltloses und wenig greifbares Konzept, denn weder in der Branche noch bei den Regulierungsbehörden gibt es eine allgemein akzeptierte Standarddefinition von Belastbarkeit.

Dabei ist es zum Schutz der Investitionen und im Sinne der Instandhaltung wichtig, dass eine effektive Strategie dazu befähigt, sich schnell von großen Ereignissen zu erholen.

Entwicklung einer wirksamen Resilienzstrategie

Den Versorgungsunternehmen obliegt es selbst, die Führung bei der Entwicklung ihrer Resilienz zu übernehmen, denn weder in der Branche noch bei den Regulierungsbehörden gibt es eine übergreifende Standarddefinition von Belastbarkeit. Der erste Schritt besteht darin, eine Basis für Resilienz zu schaffen und die zusätzlichen, unterstützenden Fähigkeiten zu entwickeln, die für eine flexible Reaktion angesichts extremer Bedingungen erforderlich sind.

Nicht aus den Augen verlieren sollte man dabei, dass eine wirksame Strategie der Widerstandsfähigkeit die Interessenvertreter - von den Aufsichtsbehörden bis hin zu den Kunden - davon überzeugt, dass die Investitionen in die Fähigkeiten zur Resilienz wertvoll sind. Es gilt, einem Paradoxon auszuweichen: Je besser auf Krisen reagiert wird, umso weniger spürt man die Krise.

Drei Leitsätze helfen bei der Entwicklung der Resilienzstrategie

Resilienz als Unternehmensziel definieren und kommunizieren

  • Investitions- und Leistungsziele festlegen, die das Risiko und den gesellschaftlichen Wert der Resilienz aufgreifen.
  • Klare Mechanismen zur Regulierung etablieren.
  • Eine solide quantitative Grundlage schaffen, um Resilienzrisiken zu analysieren und entsprechende Investitionen zu tätigen.

Aufbau eines resilienten Netzes

  • Neue Systemflexibilität durch Bereitstellung digitaler Lösungen aufbauen.
  • Künstliche Intelligenz (KI) und neue Technologien zur Verbesserung der Ausfallvorhersage nutzen und optimierte Strategien zur System-Wiederherstellung anwenden.

Entdecken neuer Produkte zur Resilienz

  • Resiliente Systeme beim Endverbraucher unterstützen und anbinden.
  • Differenzierte Lösungen für die Belastbarkeit von Netzen entwickeln, um schlecht versorgte Abnehmer und solche mit hohen Anforderungen an die Belastbarkeit zu unterstützen.
  • Errichten einer Basis für Resilienz – branchenübergreifend.

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Resilienz als Auftrag

Die Herausforderung, widerstandsfähiger zu werden, mag groß sein, aber sie ist auch unvermeidlich. Die Versorgungsunternehmen, die jetzt nicht handeln, bringen ihre Organisationen - und ihre Kunden - in Gefahr. Beginnen Sie jetzt damit, sich auf das Gesamtbild zu konzentrieren. Nutzen Sie die drei Elemente der Belastbarkeit - die grundsätzliche Basis, das Netz und die sich abzeichnenden Lösungen -, um Ihre eigene Belastbarkeitsstrategie zu entwerfen und umzusetzen. Die direktere Unterstützung von Resilienz ist ein wichtiger Teil des Wachstumskurses der Branche. Die Versorgungsunternehmen müssen politische Entscheidungsträger, Kunden und andere Interessengruppen davon überzeugen, Resilienz zu einem Teil des Aufgabenbereichs der Unternehmen zu machen.

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