Digitale Disruption kein neuer Trend sondern längst Realität und Teil des täglichen Geschäfts in Media- und Technologieunternehmen. Dabei agieren manche Unternehmen als Disruptoren, andere wiederum werden "disrupted". Die meisten sind sich jedoch darüber bewusst, dass digitale Transformation notwendig ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben. 70 Prozent aller Transformationsbemühungen verfehlen allerdings ihre Ziele. Von den 1,3 Billionen US-Dollar, die im letzten Jahr für digitale Transformation ausgegeben wurden, gingen schätzungsweise 900 Milliarden verloren.1

In Anbetracht dieser drohenden und realen Verluste müssen Medien- und Technologieunternehmen ihren Ansatz so verändern, dass sie aus ihren Initiativen zur digitalen Transformation auch die angestrebten Ziele erreichen. Über alle Branchen hinweg geben 93 Prozent der Unternehmen an, beim Projektmanagement mit standardisierten Tools wie klassischem Project Management Office (PMO) zu arbeiten.2 Doch die digitale Transformation verlangt mehr als bloß Statusverfolgung und die Eskalation von Risiken. Gefragt ist eine ergebnisorientierte Transformation, um die Transformation mit Fokus auf ihren Beitrag zur Wertschöpfung des Unternehmens voranzutreiben: Transformation Management Office (TMO). TMO ist nicht nur ein Wortspiel, sondern ein Facelift von PMO. Es ist ein komplett neuer Ansatz, der darauf ausgerichtet ist, dass die angestrebten Ziele auch tatsächlich erreicht werden.

Drei von vier Unternehmen haben kein Vertrauen in ihre Fähigkeit, eine Transformation erfolgreich umzusetzen.3 Hier setzt TMO an. Es umfasst vier Bereiche: Wertbeitrag, Design, Umsetzung und Business-Akzeptanz. TMOs fungieren dabei etwa wie eine Versicherung zur Risikominimierung für besonders komplexe und wichtige digitale Transformationsprojekte.

Unternehmen brauchen TMO-Kompetenz, um den Wert ihrer Transformation zu maximieren.

Risiko #1: Potentieller Wertverlust

Warum traditionelles PMO nicht funktioniert: Es setzt zwar an einer klaren Ausrichtung auf Gewinn an, doch verfügt nicht über die notwendige Stringenz, um sicherzustellen, dass die Transformation die angestrebten Ziele und den avisierten Wertbeitrag auch tatsächlich erreicht. So profitieren beispielsweise nur 13 Prozent der befragten Unternehmen sowohl von Kosteneinsparungen als auch von neuem Wachstum durch ihre Investition in neue Technologien. Dabei erhoffen sich 80 Prozent der Führungskräfte neue Effizienz, neues Wachstum und neue Nutzererlebnisse.4

Die Nutzung von TMO stellt sicher, dass Unternehmen, Finanzabteilung und Entscheider eine starke Verbindung zwischen dem Wert und der Ausführung der Transformation etablieren. Mit leistungsstarkem TMO lässt sich definierter Wert in bindenden und realisierten Wert verwandeln.

Risiko #2: Falsch ausgerichtete Lösungen

Warum herkömmliches PMO nicht funktioniert: Kernkomponenten des Businessdesigns werden ignoriert. PMO operiert mit einem standardisierten „Lift-and-Shift“-Modell, dass auf den bestehenden Betriebsabläufen des Unternehmens beruht. Das steht im Kontrast zu Geschäftsmodellen, die sich darauf konzentrieren, wie sich das Unternehmen neu ausrichten und verändern muss, um die avisierten Ziele zu erreichen.

TMO operiert in einem „Zielzustand/Ergebnis“-Modell mit einem ZBx mindset, bei dem das Unternehmen prüft, wo es investieren muss, um neue Ergebnisse zu erzielen, anstatt automatisch auf altbewährte Lösungsmuster zurückzugreifen. Eine Untersuchung von Accenture hat herausgefunden, dass 81 Prozent der Rotation Masters – Unternehmen, die das größte Verkaufs- und EBITD-Wachstum durch eine intelligente Neuausrichtung –verzeichnen – es für sehr wichtig halten, über existierende Geschäftsmodelle hinauszugehen und sich weiterzuentwickeln, um sich als künftiger Branchen-Leader manifestieren zu können.5



Risiko #3: Verzögerte Umsetzung

Warum traditionelles PMO nicht funktioniert: Es legt zu viel Wert auf Statusreports und -verfolgung, ohne die Gründe zu hinterfragen und fördert keine schnellen Entscheidungsprozesse. Dies trägt nicht dazu bei, die digitale Transformation im zeitlichen und finanziellen Rahmen zu halten.

PMO verfolgt Fortschritte. TMO fördert sie aktiv. Mit der richtigen Steuerung und Ausführung ermöglicht es TMO Unternehmen, komplexe Herausforderungen zu bewältigen, die durch überlappende Workstreams, verschiedene Stakeholder und komplizierte Datengeflechte entstehen. Herausforderungen, die zu großen digitalen Transformationen einfach dazugehören. Mit diesem Ansatz kann TMO sich auf das Wesentliche konzentrieren: die Umsetzung direkt an Design und Wertbeitrag zu binden.

Risiko #4: Mangelhafte Implementierung

Warum traditionelles PMO nicht funktioniert: Es versagt beim Change Management, da es bei den großen Veränderungsprozessen den Faktor "Mensch" vernachlässigt. Tatsächlich hat die emotionale Komponente große Auswirkungen auf das positive Ergebnis eines Transformationsprogramms. Ein hohes Maß an Angst und Frustration kann das Ergebnis um mehr als 20 Prozent schmälern, während ein hohes Maß an Begeisterung und Motivation zu einem um 50 Prozent besseren Resultat führen kann.6

Wesentliche Bestandteile eines effizient gestalteten TMO sind anwenderorientiertes Design und die Art der Umsetzung. Wenn Unternehmen sich entscheiden müssen, ob sie ihre Reichweite minimieren oder das Change Management eliminieren, tun sie weit besser daran, die Reichweite zu minimieren. Gutes TMO macht betroffene Stakeholder bereit für Veränderungen, so dass eine sauber ausgeführte Transformation tatsächlich die gewünschten Geschäftsergebnisse liefern kann.

Schalten Sie in den Transformations-Modus

Im digitalen Zeitalter ist Transformation essentiell, um Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Unternehmen sollten daher auf TMO setzen, um den Wert ihrer Transformationen zu maximieren. TMO bedeutet mehr, als Listen abzuarbeiten und Fristen einzuhalten. TMO bringt einen Paradigmenwechsel für Unternehmen hin zu einem Fokus auf die Realisierung des angestrebten Wertbeitrags und die Verwirklichung von Geschäftsergebnissen.

Die Regeln haben sich geändert, und wer gewinnen will, braucht mehr als Standard-PMO. Bei der Durchführung digitaler Transformationen stellt die Investition in TMO sicher, dass Unternehmen die beste Strategie, das richtige Coaching und die Top-Player haben, um ihr Ziel zu erreichen und sich ganz vorne zu platzieren.

1 Harvard Business Review, "Digital Transformation Is Not About Technology", März 13, 2019

2 Project Management Institute, “Success in Disruptive Times: Expanding the Value Delivery Landscape to Address the High Cost of Low Performance”, 2018

3 Progress, “Are Businesses Really Digitally Transforming or Living in Digital Denial?”, Mai 2016

4 Accenture, “Industry X.0 Combine and Conquer: Unlocking the Power of Digital”, 2017

5 Accenture, “Make Your Wise Pivot to the New”, Juni 14, 2018

6Big Change, Best Path: Successfully Managing Organizational Change with Wisdom, Analytics and Insight”, Kogan Page, 2015

Kimmi Grewal

Managing Director – Accenture Strategy, Communications, Media & Technology


Greg Douglass​

Senior Managing Director – Accenture Strategy, Communications, Media & Technology

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