STUDIE

In Kürze

In Kürze

  • Bis zum Jahr 2030 wird der gesamte Datenmarkt im Internet der Dinge einen Wert von mehr als 3,6 Billionen US-Dollar erreichen.
  • Telekommunikationsunternehmen können an diesem Geschäft partizipieren, indem sie ihr wertvollstes Gut, die Daten, gewinnbringend monetarisieren.
  • Um Marktführer zu werden, sollten sie in einzelnen vertikalen Branchen beginnen und alle Aktivitäten an Konnektivität, ihrer Kernkompetenz, ausrichten.
  • Im weiteren Verlauf entwickeln erfolgreiche TK-Unternehmen eine Plattform mit Partnern im Ökosystem, die branchenübergreifende Innovation vorantreibt und so exponentiellen Mehrwert schafft.


Telekommunikationsunternehmen haben einen ihrer wertvollsten Schätze seit Jahren unterschätzt: Ihre Daten. Die Daten, die über ihre Netz-Infrastruktur transportiert werden, gewinnen im Kontext des IoT einen enormen Wert. Schätzungen zufolge steigt dieser bis 2030 auf rund 3,6 Billionen US-Dollar an.

Dank ihrer langjährigen Erfahrung im Aufbau und Betrieb von Netzwerken sowie dem Management von Konnektivität und Daten befinden sich TK-Unternehmen in der Pole Position, um diese Entwicklung für sich wertsteigernd zu nutzen. Es gilt jedoch, keine Zeit zu verlieren. Bis zum Jahr 2020 wird jedes vierte Großunternehmen Daten auf offiziellen Plattformen für Online-Datenhandel einkaufen oder verkaufen.

Telekommunikationsunternehmen wissen, dass sie sich ihren Anteil am zukünftigen IoT-Markt sichern müssen. Viele sind sich jedoch im Unklaren darüber, wie sie das angehen sollen.

Brian Berg

Principal Director – Accenture Strategy, Kommunikation, Medien & Technologie

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Eine zukunftsfähige Eintrittsstrategie

Für viele TK-Unternehmen ist der Markteintritt in das Internet der Dinge (IoT) völliges Neuland und bedeutet einen Abschied vom traditionellen Kerngeschäft. TK-Unternehmen sollten zunächst das Rückgrat Ihres Geschäftes — Konnektivität — nutzen, bevor sie andere Wertschöpfungsstrategien verfolgen, die das IoT-Umfeld bietet.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Aufbau eines Ökosystems vertikaler Industrien, nachdem sich die TK-unternehmen als vertrauenswürdiger Partner für IoT-Konnektivität etabliert haben. Um sich anfangs nicht zu verzetteln, sollte ein strukturierter Lernprozess entlang erster, einzelner Industrielösungen angestrebt werden. Später können dann komplexere Geschäftsmodelle mit „Cross-Industrie-Lösungen“ etabliert werden. Letztendlich werden es diese komplexen, branchenübergreifenden Anwendungen sein, die echte Innovation und komplett neue Wertschöpfungspotenziale ermöglichen.

Telekommunikationsunternehmen können beispielsweise den Wert von IoT-Daten erschließen, indem sie ein branchenübergreifendes Ökosystem für Fahrzeugkonnektivität aufbauen. Das Ziel: Völlig neue Kunden-Erlebnisse über Branchengrenzen hinweg — von Versicherungen bis hin zu dynamischen Parkleitsystemen.

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Die Basis: Kundenvertrauen

Telekommunikationsunternehmen haben sich über Jahre hinweg das Vertrauen ihrer Kunden erarbeitet. Dieses Vertrauen müssen sie bewahren.

Der Competitive Agility Index von Accenture Strategy quantifiziert den finanziellen Wert von Vertrauen. Er zeigt: Kommunikationsunternehmen, die einen spürbaren Vertrauensverlust erleben, müssen mit einem Rückgang ihres potenziellen Umsatzwachstums um drei Prozent bzw. ihres EBITDA-Wachstums um zehn Prozent rechnen. Für ein TK-Unternehmen mit einem Umsatz von 25 Milliarden US-Dollar bedeutet dies einen Verlust von 750 Millionen US-Dollar ihres künftigen Umsatzes. Um dies zu verhindern und das Vertrauen ihrer Kunden auch zukünftig zu bewahren, sollten TK-Unternehmen erhöhte Sensibilität und Transparenz beim Umgang mit Kundendaten beweisen und über das gesamte Ökosystem hinweg Kontrollinstanzen einbauen.



Die nächsten Schritte

Erfolgreiche Telekommunikationsunternehmen werden aufbauend auf ihrer Kernkompetenz „Konnektivität“ das Vertrauen ihrer Kunden für neue Partnerschaften und neue Wachstumschancen im IoT-Markt nutzen. Das bedeutet in einer Übergangsphase gleichzeitig in zwei Welten unterwegs zu sein – dem „alten Kerngeschäft“ und den „neuen, innovativen Geschäftsfeldern“. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, ist die Erschließung neuer Geschäftsfelder jedoch unerlässlich.

Die erlernten Erkenntnisse aus einzelnen Industrielösungen helfen zukunftsorientierten TK-Unternehmen dabei, ihr Geschäft in Bereiche komplexerer Wertschöpfung auszudehnen und verschiedene Branchen zusammenzuführen. Dadurch können völlig neue Ebenen der Wertschöpfung geschaffen werden. Es gilt jedoch immer, folgende übergeordnete Kern-Prinzipien zu beachten:

Rücken Sie Ihre Stärken in den Vordergrund.

Werden Sie zum de facto „Ansprechpartner für Konnektivität und Daten“ im (IoT-) Ökosystem. Auf Basis dieser Ausgangslage sind Sie bestens für künftige, komplexere Wertschöpfungsmodelle gerüstet.

Akzeptieren Sie Ihre Schwächen.

Historisch gesehen ist eine TK-Organisation ein sehr stabiles, hochgradig industrialisiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen und Incentivierungs-Systemen, die auf ein stabiles Kerngeschäft ausgerichtet sind. Das IoT-Geschäft erfordert darüber hinaus gehende Expertise mit vertikalem Know-how und beratungsintensiveren Vertriebsstrategien. Um Wissenslücken zu schließen, müssen diese allerdings zunächst klar und ehrlich identifiziert werden.

Machen Sie Konkurrenten zu Partnern.

TK-Unternehmen müssen lernen, mit Wettbewerbern zusammenzuarbeiten. Wenn es ihnen gelingt, profitable, partnerschaftliche Beziehungen mit konkurrierenden Unternehmen und Plattformanbietern aufzubauen, erreichen sie gemeinsam deutlich schneller eine neue Ebene an Wertschöpfung.

Mobilisieren Sie Ihr Unternehmen.

Nehmen Sie sich Zeit und die notwendigen Ressourcen, um Ihre Vision mit Ihrem Team zu teilen und das Paradigma eines Ökosystems in Ihre Unternehmenskultur zu integrieren. Für weite Teile der Belegschaft wird dies eine erhebliche Veränderung bedeuten.

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Über die Autoren

Thanos Malevitis

Managing Director – Accenture Strategy, Technologie-Strategie


Kevan Yalowitz

Managing Director – Accenture Strategy, Software & Plattformen


Brian Berg

Principal Director – Accenture Strategy, Kommunikation, Medien & Technologie


Edward Gonzales

Senior Manager – Accenture Strategy, Kommunikation, Medien & Technologie

Mitwirkende

Felix Bengelsträter

Analyst – Accenture Strategy


Felix Frohböse

Manager – Accenture Strategy


Karin Lupsa-Henel

Analyst – Accenture Strategy

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