Ein Zero-Based-Mindset (ZBx) ist das maßgebliche Tool für Kostentransformation. Die Untersuchung Jenseits des ZBB-Hypes zeigt, dass die weltweit größten Unternehmen so ihre Kostenbasis um durchschnittlich 15 Prozent senken und Einsparungen von mehr als 260 Millionen US-Dollar pro Jahr erzielen konnten.1 Etwa jedes zweite Unternehmen (52%) investierte die eingesparten Kosten in die Umsetzung seiner Wachstumsagenda.2

Inzwischen realisieren allerdings immer mehr Führungskräfte, dass strategische Priorisierung einen 360-Grad-Blick auf künftige Geschäftschancen erfordert. Nur wer neben dem finanziellen Ertrag auch die ökologischen und sozialen Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit beachtet, wird den Erwartungen von Kunden und anderen Stakeholdern gerecht und schafft es, Risiken langfristig zu minimieren und das Vertrauen zu erhalten. Dies zeigt die aktuelle Studie „From Me to We: Der Aufstieg der Marken mit Mission“: 62 Prozent der Verbraucher weltweit wünschen, dass Unternehmen zu wichtigen aktuellen Themen wie Nachhaltigkeit, Transparenz und fairen Arbeitsbedingungen Position beziehen.3

Unternehmen, denen es nicht gelingt, diese gesellschaftlichen Erwartungen zu erfüllen, riskieren Wertverluste. Laut der Accenture Strategy Studie Der finanzielle Wert von Vertrauen erlebten 54 Prozent der Unternehmen innerhalb der letzten zweieinhalb Jahre einen Vertrauensverlust, der Einbußen im Wert von insgesamt 180 Milliarden US-Dollar zur Folge hatte.4 Für ein Unternehmen mit einem Umsatz von 30 Milliarden US-Dollar kann ein solcher Vorfall Verluste von 2 Milliarden US-Dollar bedeuten.5

Unternehmen sollten sich daher fragen: Wie können wir profitabel sein und gleichzeitig unsere Performance in puncto Nachhaltigkeit verbessern und das Vertrauen der Stakeholder stärken?

Wert sichern

Viele Unternehmen verschenken Gewinne. Sie versäumen es, Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit zu nutzen, um ihre Kosten zu optimieren, beispielsweise durch Innovationen in der Kreislaufwirtschaft oder der Anwendung von Zero-Based-Konzepten, um ihre Nachhaltigkeitsziele schneller zu erreichen. Alle Kosten haben Konsequenzen – sei es für die Umwelt oder für Personalentscheidungen in der Supply Chain. Deshalb geht die nächste Generation von Zero-Based-Lösungen noch weiter und identifiziert Synergien zwischen Initiativen zur Kosteneffizienz sowie Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und Vertrauen.

Nachhaltigkeitsorientierte ZBx-Programme bieten neue datengesteuerte Einblicke und strategische Möglichkeiten, denn sie verbinden zwei Kernelemente:

ZBx-Analytics: Nachhaltigkeitsaspekte inkludieren

Alle Kosten, ob im direkten oder indirekten Bereich, haben Konsequenzen für die Umwelt und die Gesellschaft – positive oder negative. Durch die Kombination von detaillierten Finanzdaten mit Nachhaltigkeits-Benchmarks können Unternehmen eine neue Sicht auf Kosten und Nachhaltigkeit gewinnen. Künftige Opportunitäten können anhand zahlreicher Parameter priorisiert und direkte Kosteneinsparungen und Konsequenzen für die Nachhaltigkeit berücksichtigt werden (beispielsweise für Co2-Bilanz und Wasserverbrauch oder Personalentscheidungen in der Supply Chain). Diese ganzheitliche Perspektive ermöglicht es Unternehmen, Initiativen zu bevorzugen, die weniger Umweltrisiken bedeuten (z.B. durch Reduktion in ressourcenintensiven Kategorien wie Reisen, Energieverbrauch oder Rohstoffen) oder Entscheidungen zu treffen, die die Beschäftigungssituation unterstützen (z.B. durch die Auswahl des Standorts).

Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit - ungeahnte Einsparpotenziale

Die Kreislaufwirtschaft und rasante technologische Innovationen eröffnen neue Wege, „quartile-zero cost performance“ zu erreichen.6 Accenture Strategy und das World Economic Forum haben in einer gemeinsamen Studie 19 Lösungen zur Vierten Industriellen Revolution identifiziert, die den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft beschleunigen, Abfall minimieren und Kosteneffizienz steigern können, darunter künstliche Intelligenz, das Internet der Materialien (IoM), maschinelles Sehen und Robotics. Ein nachhaltigkeitsorientierter ZBx-Ansatz nutzt diese Innovationen, um Kostenkurven dramatisch zu transformieren und in einigen Fällen sogar die existierenden Benchmarks zu übertreffen.

Führende Unternehmen haben erkannt, dass es sich lohnt, neben Wachstum und Profitabilität auch Nachhaltigkeit und Vertrauen zu berücksichtigen. Damit konnten sie bereits deutliche Vorteile sichern bzw. können diese erwarten. Hier einige Beispiele:

  • Unilever berichtete über Einsparungen in Höhe von 2 Milliarden Euro im Jahr 2017 und dass das Unternehmen seit 2008 durch Energie- und Umwelteffizienz Einsparungen von 490 Millionen Euro erreichen konnte.7 Gleichzeitig erzielten die nachhaltigen Marken des Unternehmens 70 Prozent des Unilever-Wachstums im Jahr 2017.8
  • Anheuser-Busch InBev sorgte für Schlagzeilen mit der Ankündigung, dass die gesamte Energie, die das Unternehmen zukauft, bis zum Jahr 2025 aus erneuerbaren Quellen kommen soll. Dies dürfte die operationale Co2-Bilanz des Getränkegiganten um 30 Prozent reduzieren.9

Wenn Unternehmen zum Betrieb ihrer Produktionsstätten erneuerbare Energien nutzen, wenn sie aufhören, nicht regenerierbare Kunststoffe zu verwenden oder innovative Wege zur Abfallreduzierung finden, nutzen sie damit Alternativen, die ihnen mehr als nur Wachstum und Gewinn einbringen. Ihre Anstrengungen kommen auch der Gesellschaft und Umwelt zugute. Ein Gewinn für die drei Säulen der Nachhaltigkeit.

Nachhaltiges, profitables Wachstum

Unternehmen, die es schaffen, ihre Rentabilitäts- und Nachhaltigkeitsziele zu verbinden, werden von Stakeholdern und Aktionären besonders geschätzt. Die Einsparungen werden intern besser angenommen, sie sind langfristiger und führen zum schnelleren Erreichen der Nachhaltigkeitsziele. Ein solch nachhaltigkeitsorientierter ZBx-Ansatz trägt dazu bei, die Belegschaft hinter dem Kernziel des Unternehmens zu versammeln und motiviert die Mitarbeiter dazu, Einsparziele zu erreichen und zu sichern. Das ist besonders wertvoll, da Unternehmen den Buy-in der Unternehmenskultur (67%) und Change Management (41%) als die beiden schwierigsten Hindernisse betrachten, die es bei ZBx-Projekten zu überwinden gilt.10

Die Erweiterung von ZBx um den Aspekt der Nachhaltigkeit, ermöglicht nicht nur künftige Investitionen, sondern hilft Unternehmen auch dabei, Vertrauen und Wachstum zu fördern.

Harry Morrison

Managing Director – Accenture Strategy, Supply Chain, Operations & Sustainability


Mathieu Prado

Senior Manager – Accenture Strategy, Consumer Goods


Lucas Ribeiro

Manager – Accenture Strategy, Supply Chain, Operations & Sustainability Strategy

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