Die Digitalisierung stellt gewohnte Geschäftsprozesse auf den Kopf. Die Märkte sind von rasantem Wandel geprägt. Immer schneller tauchen neue Wettbewerber scheinbar aus dem Nichts auf. Sie bieten Produkte und Dienstleistungen, die alle gewohnten Muster sprengen. Das ist alles andere als „Business as usual“.

Doch genau so funktioniert das Kostenmanagement der meisten Unternehmen noch immer: Sie bestimmen ihre Budgets auf Basis der Ereignisse im Vorjahr. Es ist dringend an der Zeit, die Kostenstrukturen völlig neu zu denken – und zwar auf Basis dessen, was in einer neuen disruptiven Umgebung notwendig ist. Sie sollten ihren Ressourcenbedarf nicht anhand der Vorjahres-Performance, sondern in Echtzeit mittels Zero-Based-Budgeting (ZBB) ermitteln. So wird Kapital für Aktivitäten frei, die das Wachstum ankurbeln.

Was ist Zero-Based Budgeting?

Zero-Based Budgeting (ZBB) schafft Transparenz über die Verursacher von Kosten. Mithilfe eines ZBB-Ansatzes kann eine detaillierte Kostenvorhersage erstellt und unnötige Kosten vermieden werden. Die so erzielten Einsparungen können zielgerichtet den Aktivitäten zugewiesen werden, die letztendlich das Wachstum fördern.

Hierfür müssen die Anforderungen oder Kosten der einzelnen Budgetposten unter Einhaltung strenger Richtlinien und von den Cost-Category Ownern festgelegter Top-down-Ziele begründet werden. Dieser Detaillierungsgrad ermöglicht zudem ein internes und externes Benchmarking.

Kernergebnisse

Zero-Based-Budgeting fördert Wachstum, indem es Verschwendung verhindert und Kapital freisetzt, das sich in profitablere Aktivitäten investieren lässt. Im Kern geht es bei Zero-Based-Budgeting darum, Unternehmen agiler, kosteneffizienter und wettbewerbsfähiger zu machen. Kleinteilige Ansätze, die vor allem fixe Kosten und Umsatzkosten abstellen, sind ein häufiger Fehler bei der Umsetzung von Sparmaßnahmen.

Laut einer Untersuchung von Accenture ist nur etwa die Hälfte der Unternehmen (51 %) in der Lage, die erzielten Kostenersparnisse für ein oder zwei Jahre aufrechtzuerhalten.

Diese Ansätze kratzen nur an der Oberfläche und bergen die Gefahr, dass das Unternehmen wertvolle, differenzierende Fähigkeiten verliert. Unternehmen müssen sich auf ihre Kernziele konzentrieren. Finanzielle Mittel, die nicht auf diese Ziele einzahlen, sollten in Wachstum investiert werden. Zero-Based-Budgeting macht Unternehmen leistungsfähiger und fördert Wachstum. Ohne Zero-Based-Budgeting steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die wachstumsnotwendigen finanziellen Ressourcen einfach nicht da sind.

Wie wird Zero-Based Budgeting angewendet?

Ob Zero-Based-Budgeting wirklich profitables und nachhaltiges Wachstum fördert, hängt von einigen Faktoren ab - insbesondere von einer wirksamen Kombination aus kulturellem Wandel, besseren Geschäftsprozessen und dem Einsatz von Technologie – gestützt durch ein fundiertes Verständnis der Branchendynamik.



Unternehmen müssen ihre Ausgaben konsequent transparenter gestalten und durch verbesserte Rechenschaftspflicht, Prozessoptimierung und kulturellen Wandel für die Nachhaltigkeit der Einsparungen sorgen. Besonders wichtig ist dabei die enge Verknüpfung von Kostenreduktion mit den strategischen Wachstumszielen.

Strategische Kostensenkung kann nur erfolgreich sein, wenn die Ersparnisse in Unternehmensbereiche reinvestiert werden, die Wachstum, Innovation, Produktivität oder die Kundenerfahrung fördern.

Kris Timmermans

Senior Managing Director – Accenture Strategy, Supply Chain, Operations & Sustainability Strategy​


Shin Shuda

Managing Director – Accenture Strategy, Consumer Goods & Services

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