STUDIE

In Kürze

In Kürze

  • Künstliche Intelligenz wird tiefgreifende Auswirkungen auf alle Geschäftsbereiche haben. Deutsche IT-Fachkräfte müssen auf den Wandel vorbereitet sein.
  • Obwohl deutsche Führungskräfte mit massiven Veränderungen für die IT-Teams rechnen, unterschätzen viele von ihnen Umfang, Tempo und Reichweite dieser Veränderungen.
  • Die größte Herausforderung besteht darin, Kompetenzlücken schnell und wirksam zu schließen – durch Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter und innovative Wege, um neue Talente zu gewinnen.


Künstliche Intelligenz (KI) und andere digitale Technologien werden zu einem beispiellosen Wandel in Unternehmen und unserer Gesellschaft führen. Die Mehrheit der deutschen Führungskräfte (65%) glaubt, dass KI ihre Branche in den kommenden drei Jahren völlig umwälzen und den Wettbewerb massiv verändern wird. Darüber hinaus erwarten 67 Prozent, dass sich die Anforderungen an die IT-Mitarbeiter drastisch verändern werden. 71 Prozent sind zudem der Meinung, dass sich die benötigten Qualifikationen und das Talent Sourcing im gleichen Zeitraum entsprechend weiterentwickeln werden.

Obwohl Führungskräfte in Deutschland einen massiven disruptiven Wandel vorhersagen, glaubt die große Mehrheit (93%), dass die vorhandenen Qualifikationen ihrer IT-Belegschaft ausreichen, um den Bedarf ihres Unternehmens in den kommenden Jahren zu decken. Gerade jetzt, wo sich die großen Technologieunternehmen einen Wettkampf um die besten KI-Talente liefern, könnte sich dies allerdings als fatales Wunschdenken herausstellen.

72 Prozent der deutschen Führungskräfte sehen in der IT-Belegschaft ihres Unternehmens einen Wettbewerbsvorteil.

Ein entscheidender Moment für die IT

Um den neuen technologischen Herausforderungen zu begegnen, wollen deutsche Führungskräfte mit traditionellen Methoden wie Neueinstellungen, internen Weiterbildungen und externen Dienstleistern arbeiten. Wettbewerbsdruck und das wachsende Tempo des disruptiven Wandels sorgen jedoch dafür, dass Unternehmen auch nach weniger konventionellen Möglichkeiten Ausschau halten, um ihre IT-Kompetenzen zu sichern. So geben 37 Prozent der deutschen Führungskräfte an, dass ihr Unternehmen wahrscheinlich ein anderes aufkaufen wird, um sich hoch spezialisierte Fähigkeiten und Experten-Know-how zu sichern. Dieser sogenannte „Acqui-Hire“-Trend etabliert sich derzeit in vielen Branchen. Doch wird dies ausreichen, um die drohenden technologischen Kompetenzlücken zu schließen?

59 Prozent der deutschen Führungskräfte glauben, dass ihr Unternehmen in den nächsten drei Jahren Know-how zu neuen Technologien wie KI benötigen wird.

Die Zuversicht ist groß – doch KI steht bereits vor der Tür

Unsere Untersuchung zeigt, dass Führungskräfte aller Branchen, Märkte und Unternehmensgrößen darauf vertrauen, dass ihre IT-Fachleute in der Lage sind, die Anforderungen der kommenden drei Jahre zu meistern. Deutsche Manager sind außerdem überzeugt davon, dass die KI-Revolution direkt bevorsteht.

  • Etwa ein Viertel von ihnen betrachtet KI heute als Top-Priorität ihrer Strategie.
  • 40 Prozent erwarten, dass KI innerhalb eines Jahres zur strategischen Priorität wird.
  • 63 Prozent glauben, dass innerhalb der nächsten drei Jahre Menschen und Roboter in IT-Abteilungen gemeinsam arbeiten werden.

48 Prozent der deutschen Führungskräfte bezeichnen das KI-Know-how ihrer IT-Belegschaft als angemessen und ausreichend. Da Unternehmen verstärkt KI-Projekte umsetzen, könnte sich dies aber schon bald ändern. Denn KI-Kenntnisse sind dünn gesät und es ist nahezu unmöglich, diese Kompetenzlücke mit traditionellen Ansätzen zu schließen. Hinzu kommt, dass sich Arbeitsplätze, Prozesse und Geschäftsabläufe durch KI-Technologien stark verändern: Aufgaben werden automatisiert, andere werden erweitert und ganz neue kommen hinzu, so dass komplett neue Jobs entstehen. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Mitarbeiter.

Im Zusammenspiel von Mensch und Maschine wird ein tiefgreifendes Verständnis der Geschäftsabläufe von den IT-Fachkräften erwartet. Außerdem brauchen sie Fähigkeiten wie Problemlösung, Urteilsvermögen, Kommunikation und Empathie. Nur wenn Unternehmen ihre IT-Belegschaft entsprechend aufstellen, können sie das Wertschöpfungspotenzial von KI vollständig ausschöpfen.



Vorsprung durch Ökosysteme

Bei der Suche nach Technologie-Talenten gehen Unternehmen verschiedene Wege. Für die kommenden fünf Jahre planen sie neben der Neueinstellung von Vollzeitmitarbeitern, ihren Bedarf an IT-Leistungen zusätzlich mit Technologie-Dienstleistern und externen Partnern zu decken.

Darüber hinaus testen sie auch neue Wege, wie Crowdsourcing, Talentpools oder Zeitarbeit. Auch Partnerschaften bei der Personalbeschaffung verändern sich und müssen keine Einzelbeziehung zu einem IT-Personaldienstleister sein. Die Grenzen verschwinden, wenn sich mehrere Unternehmen zusammenschließen, um Talent-Ökosysteme aufzubauen, die Talente mit neuen Methoden schulen und fördern können. Diese Ansätze vernetzen Unternehmen mit riesigen Personal-Ökosystemen, sodass sie das benötigte technologische Know-how bekommen, wann und wo immer sie es gerade benötigen.

So klappt es mit der IT

Damit Unternehmen KI optimal nutzen können, bedarf es einiger grundlegender Veränderungen. Damit sollten Sie beginnen:

Konzipieren Sie Ihre IT-Organisation und Ihre Arbeitsweisen neu

Fördern Sie Ergebnisse und Agilität durch die Reorganisation technischer und geschäftlicher Funktionen in produktorientierten Teams. Mit Design Thinking und Rapid Prototyping können deutsche Unternehmen die Machbarkeit von Ideen prüfen und die besten davon schnell weiterentwickeln.

Fördern Sie „neue Qualifikationen“ in der IT

Starten Sie Pilotprojekte mit ausgewählten neuen Technologien. Überprüfen und priorisieren Sie in regelmäßigen Abständen die Qualifikationen, die für die Umsetzung dieser Projekte erforderlich sind. Das Schließen von Kompetenzlücken wird für deutsche IT-Leiter zur fortlaufenden Herausforderung.

Werden Sie bei der Entwicklung von Talent-Ökosystemen kreativ

Verfolgen Sie den Ansatz „nach oben gibt es keine Grenze“ und holen Sie das Maximum aus Talent-Ökosystemen heraus. Hochschulpartnerschaften, Ausbildungsprogramme – und selbst Gaming Conventions – können für technische und menschliche Skills ergiebige Quellen sein.

Über die Autoren

Diana Bersohn

Managing Director – Accenture Strategy


Tim Good

Managing Director – Accenture Strategy


John Shacklady

Managing Director – Accenture Strategy


McCree Lake

Senior Manager – Accenture Strategy

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