Die COVID-19-Pandemie hat weltweit für Unsicherheit gesorgt und zu Umbrüchen geführt. Es sind angespannte Zeiten, in denen sich Führungskräfte um das Wohl ihrer Familien und Mitarbeiter sorgen und zugleich vor völlig neuen geschäftlichen Herausforderungen stehen.

Dies ist kein gewöhnlicher wirtschaftlicher Abschwung. Fundamentale Veränderungen im Kaufverhalten, in den Lieferketten und dem Marktverhalten bringen Unternehmen aus dem Gleichgewicht. Trends lassen sich nicht mehr vorhersagen und analysieren. Etablierte Benchmarks und bisher genutzte Erfahrungswerte sind plötzlich nicht mehr anwendbar. Trotz dieses hohen Grades an Unsicherheit ist es möglich, einen Teil der Kontrolle wiederzuerlangen: indem Sie Ihr Unternehmen schützen und sich intensiver denn je um Ihre Kunden und Mitarbeiter kümmern.

Normalität gibt es nicht mehr. Und doch lernen führende Unternehmen gerade, dass sie die Unsicherheit durch schnelle Reaktionen meistern können. Die folgenden Hinweise helfen dabei, die Stabilität Ihres Unternehmens zurückzugewinnen und den Weg für zukünftiges Wachstum zu bereiten.

Schützen Sie Ihren Kernumsatz und kümmern Sie sich noch besser um Ihre Kunden

Für die derzeitige Situation gibt es kein Handbuch. Trotzdem liefern frühere Krisen wertvolle Hinweise. Der erste Schritt heißt Kundenbindung. Der amerikanische Komponist Stephen Sondheim schrieb: "Um zu bekommen, was man will, sollte man das bewahren, was man schon hat." Hören Sie Ihren Stammkunden und den wichtigsten Kundengruppen zu und erfüllen Sie deren Wünsche. Langfristig werden diejenigen Unternehmen erfolgreich sein, die Marktveränderungen vorhersagen und sich schnellstmöglich auf neue Kundenbedürfnisse einstellen können.

Wir empfehlen die drei folgenden Maßnahmen:

Schaffen Sie Transparenz über sich ständig verändernde Situationen

Historische Modelle und Daten haben ausgedient. Jetzt braucht es kontinuierlich aktualisierte Informationen zu Veränderungen der Kundensituation, des Kundenverhaltens und ihrer Nachfrage. Und dies individuell für die verschiedenen Märkte. Achten Sie auf unerwartete Trends und werten Sie wichtige neue Indikatoren aus, wie beispielsweise die Gesundheitsdaten der Bevölkerung.

Passen Sie Ihre Dienstleistungen den neuen Kundenanforderungen an

Nur wer bestehende Produkte, Angeboten und Services an die neuen Anforderungen anpassen kann, kann seine Kunden auch weiterhin zufriedenstellend bedienen. Identifizieren Sie dazu die für Sie relevantesten Kundengruppen und entwickeln Sie einen Investitionsplan, um sinnvoll zu digitalisieren, Mensch und Maschine zielgerichtet zu kombinieren und die letzte Meile zu Ihren Kunden zu optimieren.

Implementieren Sie schnelle (und virtuelle) Prozesse

Botschaften, Angebote und der Umgang mit Kunden sollten sich dem Kundenverhalten anpassen. Bewerten Sie Ihre Kontakte neu und setzen Sie auf innovative Ideen, um neue Chancen zu ergreifen. Lassen Sie sich dabei nicht von veralteten Kosten- und Budgetverteilungen einschränken. Verteilen Sie Ihr Anlagevermögen so um, dass damit neue Geschäftsmodelle ermöglicht werden können, indem bestehende Investitionen, Preisstrategien und physische Anlagen im Verhältnis zu den lokalen Gegebenheiten und der Nachfragesituation bewertet werden.

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Identifizieren Sie dann mögliche Wachstumsfelder

Die Zukunft gehört den Vorbereiteten. Es mag wenig zielführend klingen, seine Zeit jetzt in die Suche nach künftigen Wachstumsfeldern zu investieren. Doch Erfahrungen aus den letzten beiden Rezessionen haben gezeigt: Unternehmen, die ihre Wachstumspläne und Kostenstrategien ausbalanciert haben, standen nach der Krise deutlich besser da als ihre Wettbewerber.

Um bestens vorbereitet zu sein, sollten Sie sich besonders auf diese 3 Ziele konzentrieren.

Betrachten Sie Ihr Unternehmen aus der Kundenperspektive

Die Krise eröffnet eine einmalige Chance, Vertrauen zu Ihren Kunden aufzubauen und sich an deren Wünschen neu auszurichten. Dazu gehört auch die Art und Weise, wie Kunden einkaufen möchten und worauf sie bei Dienstleistungen Wert legen. Achten Sie darauf, nicht als Nutznießer der momentanen Situation zu erscheinen, selbst wenn Sie von einer gestiegenen Nachfrage für ihre Produkte in der Krise profitieren.

Überdenken Sie Ihre Vertriebskanäle und Ihr Ökosystem

Die Flexibiltät des Geschäftsmodells ist entscheidend. Entkoppeln Sie Ihr Kerngeschäft, um für neue Modelle und Steuerungsmethoden offen zu sein. Sie brauchen Partner in Ihrem Ökosystem, die experimentierfreudig sind und schnell skalieren können. Prüfen Sie, wie andere Unternehmen sich auf die derzeitige Situation einstellen. Nutzen Sie die einmaligen Chancen, neues Anlagevermögen, geistiges Eigentum und Talente mit Wachstumspotenzial zu gewinnen.

Definieren Sie eine neue Investitionsstrategie für Ihr Portfolio

Wirtschaftliche Abschwünge erfordern portfolioorientierte Investitionsentscheidungen. Gehen Sie dabei nach dem Hedgefond-Prinzip vor – bei Ihren Geschäftseinheiten, Marken, Funktionen und wichtigen Partnerschaften. Ermitteln Sie, wie Kunden die Erfahrungen mit Ihrem Unternehmen bewerten, um Investitionen gezielt und mit Erfolg durchführen zu können. Überdenken Sie Ihre Preismodelle und Zahlungsbedingungen. Nutzen Sie neue Forecasting-Methoden, um die künftige Nachfrage zu prognostizieren und passen Sie Ihre Investitionsentscheidungen entsprechend an.

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Richten Sie Ihre Unternehmensstrategie auf die neue Normalität aus

Um in der Erholungsphase wachsen zu können, betrachten Vorreiter das Thema Disruption jetzt stärker als zuvor. Sie entwerfen Strategien, um ihre Organisation stabiler und wettbewerbsfähiger zu machen.

Wenn Sie an die fernere Zukunft denken - in der es ein "Business as usual" so vielleicht nicht mehr geben wird - sollten Sie die drei folgenden Maßnahmen berücksichtigen:

Das Ökosystem auf die Probe stellen

Disruption entsteht an den Sollbruchstellen im Ökosystem einer Branche. Bereiten Sie sich auf die daraus folgenden Konsequenzen vor, denn sie können selbst jahrzehntelang geltende Wettbewerbsvorteile zunichte machen. Nehmen Sie die Unsicherheit an und spielen Sie verschiedene Szenarien für die Zukunft Ihres Unternehmens durch.

Investitionsentscheidungen neu ausrichten

Zu den wichtigsten Entscheidungen der nächsten Monate gehört es, die Investitionsverteilung neu zu bewerten und anzupassen. Aber übertreiben Sie es nicht. Eine überstürzte radikale Kürzung der Kundeninvestitionen kann unbeabsichtigte und nachteilige Folgen haben, die sich erst im Nachhinein klar erkennen lassen.

Die Widerstandsfähigkeit stärken

Unternehmen überleben, wenn sie widerstandsfähig sind. Beschleunigen Sie Ihre strategische Zielsetzung, bauen Sie neue, kritische Fähigkeiten auf und investieren Sie schon in neue Wachstumsfelder, wenn sich andere noch von der Krise erholen.

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Aus dem scheinbar Unmöglichen lernen

Wir haben gesehen und gelernt, was alles möglich gemacht werden kann: Gerätehersteller und Automobilkonzerne können in nur zehn Tagen Beatmungsgeräte entwerfen und produzieren. Brauereien können Handdesinfektionsmittel herstellen, Modemarken Gesichtsmasken nähen und Tabakfirmen klinische Studien unterstützen. All das in wenigen Tagen und Wochen. Es ist viel mehr möglich, als gedacht.

Was wir auch gelernt haben: Wir können in einer Geschwindigkeit innovativ werden, zusammenarbeiten und erfolgreich sein, die wohl niemand für realistisch gehalten hat. Werden wir zu Produktentwicklungszyklen zurückkehren, die 18 oder gar 36 Monate dauern? Wie reagieren CEOs, wenn ihnen das nächste Mal jemand sagt, dass etwas unmöglich sei? Wir sollten nicht gleich wieder verlernen, was wir gerade erfahren haben. Es liegt an uns, diese neu entdeckten Fähigkeiten zu nutzen – zum Wohle unserer Unternehmen und unseres eigenen Lebens.

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