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Kurzdarstellung

Kurzdarstellung

  • Damit die Wettbewerbsfähigkeit langfristig erhalten und Wachstum auch fernab des Kerngeschäfts erzielt werden kann, müssen Unternehmen agiler werden. Viele Unternehmen betrachten #Ökosysteme als relevanten Hebel dazu.
  • Die Studie von Accenture Strategy zeigt, dass auch deutsche Unternehmen die Vorteile erkennen, die sich ihnen durch ein bewusst aufgebautes Ökosystem bietet. Fast 2/3 der Befragten sind in Ökosystemen aktiv.
  • Allerdings schaffen es viele Unternehmen bisher nicht, das angestrebte Umsatzwachstum, welches sie sich aus der Beteiligung an Ökosystemen versprochen hatten, auch zu realisieren.


Ökosysteme verändern alle Branchen. Unternehmen, die nicht darauf eingestellt sind, riskieren einen Wertverlust. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen aus 20 Branchen — mit einem Gesamtwert von $26 Billionen — sind hochgradig anfällig für die daraus entstehende Disruption.1

Das Potenzial von Ökosystemen: Erkannt!

Accenture Strategy befragte 1.252 Führungskräfte aus verschiedenen Branchen weltweit – darunter 100 aus Deutschland – um besser zu verstehen, in welchem Ausmaß Unternehmen die Gelegenheit für Ökosysteme wahrnehmen. Das Ergebnis: Unternehmen nutzen neue Geschäftsmodelle, um der Disruption zu begegnen oder sie sogar selber voranzutreiben. Nahezu zwei Drittel der befragten deutschen Führungskräfte (62 Prozent) suchen aktiv nach Ökosystemen und neuen Geschäftsmodellen. Allerdings mangelt es oft an den notwendigen Erfahrungen und Fähigkeiten, marktführende Ökosysteme ins Leben zu rufen.

54%

der befragten deutschen Führungskräfte würden Ökosysteme bilden, um frischen Wind in ihre Branche zu bringen.

85%

der befragten Geschäftsführer in Deutschland sind der Meinung, dass gegenwärtige Geschäftsmodelle in den nächsten 5 Jahren überholt sein werden – als Treiber dieses Wandels nennen sie Ökosysteme.

Die Basis für zukünftiges Wachstum: ÖKOSYSTEME

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Viel Einsatz. Wenig Fortschritt.

Viele der von uns befragten Führungskräfte in Deutschland erleben nicht das Umsatzwachstum das sie durch die Teilnahme an einem Ökosystem anvisiert hatten. Zwar streben 57 Prozent der Unternehmen Wachstumsraten von 3-4 Prozent an – doch nur 40 Prozent erreichen dieses Ziel tatsächlich. Lediglich zehn Prozent der Unternehmen erleben ein Wachstum von fünf Prozent oder mehr, obwohl ein Drittel der Unternehmen dieses Ziel ansteuert.

Umsatzwachstumsraten durch Ökosysteme – angestrebt und erreicht

Die durch Ökosysteme anvisierten und tatsächlich erreichten Wachstumsraten zeigen, dass zwar 57 Prozent der Unternehmen eine Wachstumsrate von 3 bis 4 Prozent anstreben, aber nur 40 Prozent dies auch erreichen. Nur 10 Prozent der Unternehmen erfahren durch Ökosysteme ein Wachstum von 5 Prozent oder mehr. 10 Prozent der Unternehmen strebten eine Wachstumsrate von 1 bis 2 Prozent an und 48 Prozent erreichten dies.

Der Aufbau eines Ökosystems

Ökosysteme erreichen ihre Ziele und verändern dabei ganze Branchen, wenn die drei folgenden Säulen klar definiert sind:

  1. Strategie
    Führungskräfte in Deutschland glauben, dass eine Teilnahme an Ökosystemen Unternehmen mehr Innovationskraft (64 Prozent), Zugang zu neuen Kunden (64 Prozent) und Märkten (42 Prozent) sowie Umsatzwachstum (58 Prozent) bringt. Doch viele Unternehmen tun sich schwer damit, den strategischen Ansatz und die Ziele für ihr Ökosystem zu definieren. Viele Führungskräfte (80 Prozent) sagen, dass Ökosysteme wichtig für ihre Disruptionsstrategie sind, doch 33 Prozent sehen sich außerstande, eine Balance zwischen dem laufenden und dem neuen Geschäftsmodell zu finden. Ökosysteme verlangen neues Denken und eine bessere Verteilung der Ressourcen.
  2. Geschäftsmodell
    Neue Geschäftsmodelle und die daraus entwickelten Produkte und Services machten 2015 nur 1 bis 5 Prozent des Jahresumsatzes aus; für 2020 wird erwartet, dass dies auf 30 Prozent steigt.2 Ökosysteme helfen, diese Produkte und Services schnell zu entwickeln und erfolgreich in den Markt zu bringen. Voraussetzung dafür ist, dass innerhalb des Ökosystems sowohl das eigene Ertragsmodell als auch Kunden, Märkte und Kanäle klar definiert sind.
  3. Operating Model
    Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb des Ökosystems, müssen Führungskräfte ihre Denkweise grundlegend verändern und ihre Unternehmensperspektive um die Ökosystemperspektive ergänzen. Sie müssen ihren Partnern im Ökosystem erlauben, ihre Stärken auszuspielen. Viele Führungskräfte fühlen sich jedoch unwohl bei dem Gedanken, Kontrolle abzugeben. Dies wird am Beispiel Daten deutlich, denn das Teilen von Daten ist Grundvoraussetzung für ein gesundes Ökosystem. Gleichzeitig ist dies ein besonders sensibler Bereich: Obwohl die Mehrheit der deutschen Führungskräfte (55 %) Plattformen nutzen möchten, um Daten und/oder Informationen mit anderen Unternehmen zu teilen, sind viele zurückhaltend, wenn es um geistiges Eigentum (35 %) oder Cyber-Sicherheit (34 %) geht.

64%

der deutschen Führungskräfte glauben, dass die Teilnahme an Ökosystemen Unternehmen dabei unterstützt, sich erfolgreich weiterzuentwickeln.

58%

versprechen sich von einer Teilnahme an einem Ökosystem ein Umsatzwachstum.

Setzen Sie Ihre Vision eines Ökosystems um

Führungskräfte sagen Ökosystemen eine prosperierende Zukunft voraus. In Deutschland glaubt man, dass Ökosysteme in den kommenden 3-5 Jahren neue Wettbewerbsvorteile schaffen werden (61 %). Sie sind auch der Meinung, dass sie mit den gewonnenen Daten und Analysen ihre Kundenservices optimieren (47 %), neue Kundenerfahrungen kreieren (43 %) sowie Innovation und Disruption vorantreiben können (38 %). Mit diesen Schritten können Sie Ihre Ökosystem-Vision verwirklichen:

  1. Definieren Sie das Ziel
    Unternehmenswachstum und die Aussicht auf ein signifikantes Umsatzpotenzial stehen im Zentrum von Ökosystemen. Um das Potenzial voll auszuschöpfen, brauchen alle Akteure des Ökosystems eine klare Strategie: Definieren Sie ihre Vision, ihren Business Case, ihre Prioritäten und ihren Fahrplan für das Ökosystem. Aus ihm sollte hervorgehen, wie Produkte und Services des Ökosystems konzipiert, implementiert und skaliert werden.
  2. Definieren Sie Ihre Rolle
    Jedes Unternehmen kann seinen Platz im Ökosystem finden, indem es sich fragt: Was sind unsere Stärken? Wer sind unsere Kunden? Wer sind unsere Partner? Was verkaufen wir? Wie erreichen wir Gewinne? Sind wir der Innovator, der Neuerungen aktiv vorantreibt? Der Aggregator, der eine transaktionelle Rolle in dem Ökosystem einnimmt? Oder der Orchestrator, der die Plattform aufbaut und die Partner zusammenbringt?
Klarheit über die eigenen Stärken und Ziele ist Grundvoraussetzung für den Aufbau eines erfolgreichen Ökosystems, das den Markt verändern kann.
  1. Wählen Sie Ihre Partner
    Ein Ökosystem lebt von den Stärken unterschiedlicher Partner. Die Partner in einem Ökosystem sollten sich ergänzende Fähigkeiten, den Willen zur Zusammenarbeit, Fachkenntnisse, gute Kundenbeziehungen sowie Datenverfügbarkeit vorweisen, wenn das Zusammenspiel im Ökosystem Früchte tragen soll.
  2. Orchestrieren Sie das Ökosystem
    Um das gemeinsame Ziel im Ökosystem tatsächlich zu erreichen, muss das Ökosystem-Konzept geplant und ausgetestet werden, sowie der Einfluss auf Kunden und Märkte. Weitere wichtige Aktivitäten für ein erfolgreiches Miteinander sind Gestaltung und Aufbau einer Architektur, einer Risikomatrix und einer Anbieterlandschaft, um die Skalierbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten.


In der kompetitiven Geschäftsumgebung von heute können Unternehmen diesen Weg nicht alleine gehen. Sie brauchen die Hilfe von Partnern, die die eigenen Stärken um weitere relevante Fähigkeiten ergänzen, wie Technologie-, Daten-, Analyse oder Kunden- und Branchenkenntnisse, die als Innovationsquelle dienen können.

1 Omar Abbosh, Michael Sutcliff and Vedrana Savic, “Disruption need not be an enigma,” Accenture, Accenture Disruptability Index, February 26, 2018.

2 World Economic Forum, “How to disrupt yourself,” 2016.

Michael Lyman

Senior Managing Director – Accenture Strategy, Insurance


Ron Ref

Managing Director – Accenture Strategy, Communications, Media & Technology


Oliver Wright

Managing Director – Accenture Strategy, Consumer Goods & Services

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