STUDIE

In Kürze

In Kürze

  • Kriminalität wird immer komplexer und bislang unbekannte Straftaten entwickeln sich. Der Zugriff auf digitale Technologien macht es möglich.
  • Die historische Trennung der zuständigen Behörden erschwert die Ermittlungen: Ungehinderte Kommunikation und Kooperation sollen Abhilfe schaffen.
  • Daten und Informationen sowie deren Auswertung sind also essentiell für erkenntnisgestützte Polizeiarbeit.


Wer an Verbrechen denkt, hat vermutlich einen Einbruch oder Raubüberfall vor Augen. Tatsächlich sind die Zahlen für diese traditionellen Arten von Kriminalität mit meist überschaubarem Schaden für das Opfer in vielen entwickelten Ländern aber eher rückläufig. Die Polizeiarbeit wird dadurch dennoch kaum entlastet. Denn Kriminalität wird immer komplexer und bislang unbekannte Straftaten entwickeln sich.
Der Zugriff auf digitale Technologien macht es möglich: Hier öffnen sich ganz neue Kanäle für Straftäter. Grenzen zwischen Staaten und Bundesländern spielen dann häufig keine Rolle mehr. Die historische Trennung der zuständigen Sicherheitsbehörden erschweren in diesen Fällen aber die Ermittlung: Ungehinderte Kommunikation und Kooperation sollen hier nun Abhilfe schaffen – und zwar dringend.

Neue Modelle der Polizeizusammenarbeit

Mit zunehmender Komplexität der Kriminalität und steigenden Kosten ihrer Bekämpfung führen Einzellösungen nicht mehr ans Ziel, auch wenn es natürlich weiterhin Leuchtturmprojekte einzelner Polizeiorganisationen geben soll und muss. Essentiell für eine erfolgreiche Polizeiarbeit in diesem dramatisch veränderten und sich immer weiter wandelnden Umfeld ist aber die partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Sicherheitsbehörden für nationale Lösungen.

Daten und Informationen sowie deren Auswertung sollen allen beteiligten Sicherheitsbehörden jederzeit bei Bedarf zur Verfügung stehen. Das kann nur eine nationale Plattform leisten, auf der Daten gesammelt, getauscht und analysiert werden.

Gerade in der Polizeiarbeit basieren effektive Entscheidungen auf Erkenntnissen, die aus ermittelten Rohdaten mit möglichst geringem Zeitverlust gewonnen werden. Fortschrittliche Analytik ist also essentiell für erkenntnisgestützte Polizeiarbeit. Es gibt bereits viele erprobte Techniken und Ansätze zur Verwertung von Daten, etwa Cloud Computing, maschinelles Lernen und rechnergestützte Visualisierung.

Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit

Antizipierte und entsprechend verhinderte Straftaten tauchen nicht unbedingt in Statistiken auf. Hier müssten möglicherweise neue Maßstäbe etabliert werden. Ebenso wichtig ist maximale Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit, vor allem wenn es um die privaten Daten einzelner Bürger geht. Es geht um Teamarbeit, wie eine Accenture-Studie ergab, bei der mehrere Tausend Personen in acht Ländern befragt wurden.

75%

der Teilnehmer wollten eine aktive Rolle bei der Berichterstattung von Kriminalität spielen und auch zeitnahe Informationen von den Sicherheitsbehörden erhalten, etwa über digitale Medien.

Bernd Karl

Leiter Digitale Transformation in Der Öffentlichen Verwaltung


Uwe Langer

Leiter Öffentliche Sicherheit Für Deutschland, Accenture

MEHR ZU DIESEM THEMA


ABONNEMENT-CENTER
Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden