Die Qualität von Online-Dienstleistungen lässt sich nicht allein durch Technik verbessern. Selbstverständlich ist Technik auch ein Thema, wenn es um die Digitalisierung geht. Doch um die technische Machbarkeit und Umsetzung von analog zu digital kümmern sich die IT-Fachleute.

Wichtiger ist es, die Anwender selbst, sprich Bürger, Unternehmen und Mitarbeiter, einzubeziehen - nicht nur vorab oder am Ende des Projekts, sondern während des kompletten Entwicklungsprozesses.

Beispielsweise wird dies in Innovation Labs bereits effektiv und erfolgreich umgesetzt. Dort liegt der Fokus auf echten Menschen mit ihren echten Problemen und Bedürfnissen. So wird erprobt, wie das digitale Produkt an sie angepasst werden kann. Diese Herangehensweise verspricht schnelle und gleichzeitig nutzerfreundliche Ergebnisse, die die fachlichen Punkte wie User Experience, User Interface, Customer Journey - also das Nutzererlebnis und die Nutzerfreundlichkeit des Onlinedienstes bis zum gewünschten Ergebnis - optimal begleiten. Selbstverständlich unter Beachtung aller rechtlichen Aspekte bezüglich Sicherheit und Datenschutz.

„Funktionierendes E- und Open-Government ist kein Zufall. Es erfordert eine zentrale Steuerung und Verankerung in allen Bereichen sowie einen Kulturwandel.“

Beschlussvorlage des Stadtrats von München zur Einrichtung von Innovationsmanagement

Was leisten Innovation Labs?

Wichtigste Aufgabe von Innovations-Laboren ist das Generieren von Ideen und die Entwickelung eines funktionierenden Prototyps. Doch mit welchem Ziel?

Für die Behörden des Öffentlichen Dienstes sind es vor allem die Ziele der Digitalisierung, die definiert werden müssen. Denn im Rahmen der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) müssen die Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen ihre Verwaltungsleistungen bis zum 31.12.2022 auch online anbieten.

Es gilt, neue digitale Dienste schnell und flexibel bereitzustellen – unter Nutzung neuer Technologien und anhand von agilen Methoden.

Die Rahmenbedingungen dafür lassen sich durch Innovation Labs schaffen.

Zusammenarbeit statt Insellösung

Das Innovationsmanagement begleitet die Entwicklung der Ideen bis hin zur ersten produktiven Version, auf die idealerweise Implementierung und Skalierung folgen.

Innovation Labs bringen Fach-, IT- und Rechtsexperten mit den Nutzern, die im Mittelpunkt stehen, zusammen. Dies geschieht bereits während des Prozesses und nicht erst am Ende, wenn ein Produkt entstanden ist, das unreflektiert in eine Form getrieben wurde.

Schon früh gelingt es in Innovation Labs, eine Idee auf ihre digitalen und skalierbaren Möglichkeiten zu prüfen, die Komplexität ihrer Umsetzung abzuschätzen und ihren Nutzen, wie beispielsweise Zeit- oder Kostenersparnis oder höhere Servicequalität, zu ermitteln.

Innovation Labs

  • Erzeugen einen greifbaren Mehrwert, denn sie stellen Grundsätzliches in Frage, liefern Lösungen und zeigen Schwächen auf
  • Fördern das Technologieverständnis in den beteiligten Fachbereichen
  • Bringen begeisterte Multiplikatoren hervor, die die Innovationskultur weitertragen
  • Steigern die Akzeptanz der späteren Nutzer
  • Sind flexibel, bündeln interdisziplinär Kompetenzen und bringen so schnell erlebbare Ergebnisse

Wissenstransfer von Forschung und Wirtschaft

Einen nicht unerheblichen Beitrag leistet ein Innovations-Ökosystem, das in der Stadt durch Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung Unterstützung findet. So gelingt es einem Innovation Lab, auch Universitäten und Forschungseinrichtungen, Start-ups, Unternehmen, NGOs und andere Städte mit an den Tisch zu holen. Vor allem die Privatwirtschaft hat das Potenzial dieser Herangehensweise erkannt und unterstützt Innovation Labs als Digital-Labore, Start-up-Garagen, Digitalen Werkbänke oder Future Camps.

Erfahrung und Wissen aus möglichst vielen Quellen reifen in Innovationslabor in kurzer Zeit zu konkreten Lösungsansätzen und Prototypen heran, die durch Feedback-Runden mit den Experten und Erprobung durch die späteren Anwender getestet werden. Fehler werden so schnell erkannt und korrigiert. Positive Aspekte werden vertieft und weiterverfolgt.

Auf diese Weise werden Produkte entwickelt, die sich nach dem Bedarf der Behörde und der Bürger richten und die von allen, an der Entwicklung Beteiligten, akzeptiert und unterstützt werden.

Bernd Karl

Leiter Digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung

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