ACCENTURE STUDIE

Überblick

Überblick

  • Die neue Accenture Studie zeigt, wie intelligente Technologien Aufgaben, Anforderungsprofile und Arbeitsabläufe neu gestalten.
  • Klassischen Aus- und Weiterbildungsmethoden sind nicht in der Lage, die neuen Fähigkeiten zeitgerecht vermitteln.
  • Neue Lernansätze sind daher nötig, damit Unternehmen die Potenziale von intelligenten Technologien tatsächlich realisieren können.
  • Die Eckpfeiler der neuen Lernansätze: Ausbau von erfahrungsorientierten Lernformaten und -methoden, Erweiterung des individuellen Kompetenzmix einzelner Mitarbeiter und Beteiligung aller Mitarbeitergruppen.


Der Wettlauf hat begonnen

Intelligente Systeme und Maschinen werden die Wertschöpfungsprozesse und damit die Arbeitsabläufe und Arbeitsinhalte fundamental verändern. Um die darin liegenden Potenziale nutzen zu können, müssen sich Mitarbeiter in relativ kurzer Zeit völlig neue Fähigkeiten aneignen. Dies führt zu einem regelrechten Wettlauf zwischen Technologieinnovation und frühzeitiger, zielgerichteter Weiterbildung.

Allerdings werden diese neuen, immer wichtiger werdenden Fähigkeiten und Kompetenzen oft nicht im Rahmen von Seminaren vermittelt. Sie erfordern Übung und Erfahrungen, die nur in der Praxis und über die Zeit erworben werden können.

Einige größere Unternehmen experimentieren bereits mit neuen Methoden des lebenslangen Lernens. Denn herkömmliche Aus- und Weiterbildungsmethoden erweisen sich häufig als ineffektiv und ungeeignet, wenn es um die Vermittlung der neu benötigten Fähigkeiten geht. Insbesondere kleine Unternehmen laufen Gefahr, hier abgehängt zu werden, denn für sie ist es besonders schwer, die neuen Lernansätze schnell umzusetzen. Der dadurch entstehende potenzielle Schaden für die Volkswirtschaft ist enorm.

„Die Potenziale neuer Technologien lassen sich nur dann ausschöpfen, wenn die Mitarbeiter über die notwendigen Fähigkeiten, Kompetenzen und das richtige Mindset verfügen. Der Mensch macht auch weiterhin den entscheidenden Unterschied.“

Rouven Fuchs

Managing Director Accenture Strategy – T&O

11,5Bn USD

Potenzielles Wirtschaftswachstum auf Basis intelligenter Technologien, das in Gefahr ist, wenn 14 der G20-Staaten es nicht schaffen, die Kompetenzlücke zu schließen.

90 %

Der Anteil der Arbeitszeit, den intelligente Technologien beeinflussen werden – durch Augmentation oder durch Automatisierung.

Aus unserer Analyse geht hervor, dass die Volksrepublik China in den nächsten zehn Jahren 1,7 Prozentpunkte ihrer jährlichen Wachstumsrate einbüßen könnte, wenn es dem Land nicht gelingt, die Kompetenzlücke zu schließen. Mexiko und Südafrika könnten dadurch sogar bis zu 1,8 Prozentpunkte verlieren. Selbst Volkswirtschaften mit einem höheren Kompetenzniveau könnten hohe Verluste einfahren: bis zu 975 Milliarden US-Dollar in den USA und bis zu 264 Milliarden US-Dollar in Deutschland.

Sollte es den G20-Staaten nicht gelingen, die nötigen Fähigkeiten und Kompetenzen für das neue Technologie-Zeitalter zu entwickeln, steht in den nächsten zehn Jahren ein Wirtschaftswachstum von 11,5 Billionen US-Dollar auf dem Spiel.

GDP growth at risk due to skills gap

Wie wirkt sich Technologie auf die Nachfrage nach Fähigkeiten aus?

Unsere Analyse zeigt, dass die Verschiebung in der Nachfrage abhängig von der Tätigkeit selber ist sowie davon, ob sie durch intelligente Technologien automatisiert oder augmentiert wird. Augmentation bedeutet, dass intelligente Technologien helfen, die menschlichen Fähigkeiten zu erweitern und den Wert ihrer Arbeit zu steigern. Wir gehen davon aus, dass insgesamt 51 Prozent der Arbeitszeit augmentiert und 38 Prozent automatisiert werden könnten.

Größter Nutzen intelligenter Technologien: Arbeit augmentieren.

In zahlreichen Berufsfeldern eröffnet Augmentation vielversprechende Möglichkeiten. Betriebsvereinbarungen und arbeitsrechtliche Vorgaben legen fest, in welchem Ausmaß und zeitlichen Rahmen diese Möglichkeiten genutzt werden.

Work Automation Research

In den USA stellen Angehörige des Clusters Heil-, Pflege- & Sozialwesen – zum Beispiel Pflegefachkräfte oder Psychiater – die größte Beschäftigungsgruppe innerhalb der gesamten Volkswirtschaft dar. Die Studie zeigt ein hohes Augmentationspotenzial für diese Tätigkeitsfelder: 64 Prozent der Arbeitszeit könnten hier „augmentiert“ werden, 14 Prozent bereits in den nächsten zehn Jahren. Dies wird zu einem steigenden Bedarf an höher qualifizierten Fachkräften in diesen Bereichen führen. Wir gehen davon aus, dass bis zu 1,4 Millionen Arbeitskräften davon betroffen sind. Nur mit den Investitionen in die richtigen Qualifizierungsmaßnahmen lässt sich dieser Bedarf decken.

Die Mischung macht‘s

Für viele ist die Antwort auf den Fachkräftemangel sehr einfach: mehr Ingenieure ausbilden und die Anzahl der Absolventen erhöhen. Doch die Schaffung größerer Gruppen mit den gleichen Fähigkeiten löst das Problem nicht. Unsere Studie zeigt stattdessen zwei Kernaspekte auf:

  • Kreativität, sozio-emotionale Intelligenz und komplexe Argumentationsfähigkeiten sind Kompetenzen, die in allen Berufsfeldern immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Diese Fähigkeiten werden jedoch in fast keinem der heutigen Aus- und Weiterbildungsangebote vermittelt. Sie lassen sich nur durch - oftmals langjährige - Praxiserfahrung erwerben.
  • Der von jeder einzelnen Arbeitskraft verlangte Mix and Qualifikationen und Fähigkeiten wird immer komplexer. Deshalb ist es so wichtig, besonderen Fokus auf die inhaltliche Breite der Aus- und Weiterbildung jedes einzelnen Mitarbeiters zu legen.

Lernen neu gedacht: So setzen Sie es um

Ausbau erfahrungsorientierter Lernmethoden:
Von Design Thinking in den Führungsetagen bis hin zu Simulationstools für technische Aufgabenfelder, von berufsbegleitenden Weiterbildungsinitiativen bis hin zu Ausbildungsprogrammen: Nutzen Sie neue Technologien wie Virtual Reality und KI, um ein intensiveres, ansprechenderes und personalisiertes Lernen zu ermöglichen.

Der Mensch im Mittelpunkt:
Legen Sie die institutionelle Brille ab, die nur auf das gesamtheitliche Ergebnis, wie die Anzahl der Hochschulabsolventen oder der erworbenen Zertifizierungen fokussiert. Incentivieren Sie stattdessen jeden einzelnen Mitarbeiter, sein Kompetenzspektrum zu erweitern.

Beteiligung und individuelle Förderung aller Gruppen:
Unterstützen Sie die Arbeitskräfte, die von einer Verlagerung der Arbeit am stärksten betroffen sein werden und weniger Zugang zu Aus- und Weiterbildungsprogrammen haben. Dazu gehören vor allem ältere Arbeitskräfte, Arbeiter in gering qualifizierten Positionen oder kleinen Unternehmen. Geben Sie ihnen Orientierungshilfe, um die richtigen Weiterbildungs- oder Karrieremöglichkeiten zu ergreifen. Stellen Sie modulare Lernmöglichkeiten zur Verfügung, die den jeweiligen Lebensumständen gerecht werden. Unterstützen Sie die Mitarbeiter mit neuen Finanzierungsmodellen, beispielsweise Stipendien, um sie zu lebenslangem Lernen zu ermutigen.

Armen Ovanessoff

Principal Director – Accenture Research


Eva Sage-Gavin

Global Managing Director, Talent & Organization, Accenture


Laurence Morvan

Chief of Staff, Office of the Chairman & CEO, Accenture

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Lesedauer: 30 Minuten

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Darum muss man den Ausbau von Skills und Kompetenzen im 21. Jahrhundert beschleunigen.

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The Lifelong Learning Revolution (Revolution des lebenslangen Lernens) – in diesem zweiteiligen Podcast kommen Experten aus den Bereichen Bildungstechnologie und Corporate Learning zu Wort.



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