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Eine bittere Pille für Pharmacy Benefit Manager

Warum PBMs schleunigst ihr Geschäftsmodell umstellen sollten, um im neuen Ökosystem des US-Gesundheitswesens zu bestehen.

ÜBERBLICK

Die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente betragen fast 10 Prozent der Ausgaben im US-Gesundheitswesen. Ein großer Teil dieses Budgets entfällt auf die Pharmacy Benefit Manager (PBMs), die Arzneimittel für 266 Millionen Verbraucher in den USA verwalten.

Die PBMs haben über Jahrzehnte hinweg eine wichtige Rolle in der Gesundheitsbranche gespielt und dabei gute Gewinne erzielt. Sie verlieren jedoch zusehends an Relevanz, da sie die Veränderungen im Ökosystem der Pharmaindustrie nicht mit vollzogen haben. Wenn sie ihr Geschäftsmodell nicht schnellstmöglich ändern, werden sie nicht in der Lage sein, ihren Anteil am Gesundheitswesen zu sichern – einem Markt, dessen Umsatzvolumen bald 4 Billionen US-Dollar betragen wird.

Kernergebnisse

Der US-Gesundheitsmarkt hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert – und dennoch haben PBMs bezüglich ihres Servicemodells am Status Quo festgehalten. Durch ihre fehlende Anpassung an die Entwicklungen innerhalb der Branche steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Vermittlerfunktion obsolet wird.

Zwei Marktveränderungen stellen für sie ein besonderes Risiko dar:

  • Das zunehmende Interesse der Kunden an digitalen Erlebnissen. Versicherer setzen zunehmend auf digitale Technologien, um die Medikamenteneinnahme der Patienten zu überwachen und deren Gesundheit zu verbessern. Alleine in den letzten zwei Jahren ist die Nutzung personalisierter Gesundheits-Apps und Wearables um das Doppelte gestiegen. Siebzig Prozent der Unternehmen investieren zunehmend in integrierte Lösungen auf Basis von künstlicher Intelligenz. Trotzdem halten PBMs unverändert an ihrem Betriebsmodell fest.

  • Das zunehmende Interesse der Branche an qualitativen Ergebnissen. Die Auftraggeber der Pharmacy Benefit Manager erwarten mehr als nur kostenbewusste Vermittlungen. Sie wünschen sich einen Partner, der ihnen bei der Erzielung besserer Resultate helfen kann. Dieser Erwartung werden die PBMs jedoch nicht gerecht, die Zufriedenheit der Patienten liegt lediglich zwischen 65 und 75 Prozent.




Empfehlungen



Um sich weiter im Markt behaupten zu können, müssen Pharmacy Benefit Manager ein Geschäftsmodell etablieren, welches ihnen die Differenzierung ihres Serviceangebots ermöglicht. Dazu ist die Ergreifung folgender fünf Maßnahmen notwendig:

  • Ergebnisorientierung – PBMs müssen sich Fähigkeiten aneignen, die ihnen einen Beitrag zu verbesserten Patienten-Outcomes ermöglicht.

  • Neudefinition ihrer Selbst – Sie müssen wertbasierte Erstattungsstrategien einführen.

  • Umgestaltung der Beziehungen – PBMs müssen eine nähere Bindung zu ihren Mitarbeitern und Verbrauchern aufbauen, etwa durch den Einsatz von Treueprogrammen.

  • Entwicklung hochwertiger Kundenerlebnisse – Sie müssen digitale Technologien nutzen, um ihren Auftraggebern die erwarteten bzw. erwünschten Erlebnisse zu liefern.

  • Aufbau unkonventioneller Partnerschaften – PBMs müssen sich mit anderen Akteuren des Ökosystems zusammenschließen, um die betriebliche Effizienz zu maximieren und ihren Auftraggebern mehr bzw. besser differenzierte Kundenerlebnisse zu bieten.


Autor

Milind Pawar

Milind Pawar
Managing Director – Accenture Strategy, Health

Milind Pawar arbeitet gemeinsam mit Kostenträgern, Anbietern und Pharmacy Benefit Managern (PBMs) im Gesundheitswesen an der Entwicklung und Umsetzung umfassender Strategien zur Leistungssteigerung. Die letzten zehn Jahre hat er im Rahmen von operativen Verbesserungsmaßnahmen neue Wertschöpfungslösungen entwickelt und damit für seine Klienten über 1 Milliarde US-Dollar Mehrwert pro Jahr generiert. Er ist in San Francisco tätig.

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