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Medikamente sind nicht die beste medizin

Deutsche Pharmaunternehmen müssen sich dringend nach Alternativen umsehen – und nach mehr Agilität im Wettbewerb.

ÜBERBLICK

Millionen von Menschen in Deutschland nehmen Medikamente ein, die ihnen nicht helfen. Mit der zunehmenden Verbreitung von Gesundheitsdaten wird offensichtlich, dass die Ergebnisse klinischer Studien nicht der Realität entsprechen.

Die Pharmaindustrie braucht andere Ertragsmodelle und sollte sich entsprechend neu orientieren, zum Beispiel im Bereich der Services. Ein servicebasierter Ansatz ermöglicht es Unternehmen in den Bereichen Pharma, Medizintechnik und Biotechnologie sowohl ihre klinischen Ergebnisse als auch ihre Geschäftszahlen zu verbessern. Über diesen Ansatz können Unternehmen für ihre Patienten sowie das Gesundheitssystem neuen Nutzen generieren und wettbewerbsfähig bleiben.

Echte servicebasierte Angebote stellen an sich auch neue Erlösquellen dar. Um dieses Potenzial zu heben, müssen die Hersteller ihre Herangehensweise an Produkt-Servicebündel überdenken und gänzlich anders an den gesamten Entwicklungs- und Produktionsprozess herangehen. Nur so können sie gleichzeitig wachsen, profitabler werden, Vertrauen gewinnen und sich gegen neue Konkurrenten erfolgreich behaupten.

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JAN ISING

Managing Director – Accenture Strategy Life Science Industry Lead, Europe


Pharma-, Medizintechnik- und Biotechnologieunternehmen in Deutschland haben erkannt, dass sie über ihre traditionelle Produktpalette – nämlich den Medikamenten und medizinischen Produkten – hinausblicken müssen. Nur so lassen sich die Erfolge im Gesundheitswesen für Patienten und die Geschäftsergebnisse der Unternehmen gleichermaßen verbessern. Servicebasierte Ansätze bieten eine Alternative. Die Unternehmen können den Patienten nicht nur ein neues Niveau an Services und Unterstützung bieten, sondern dabei auch ihr Nutzenversprechen modifizieren sowie Verbraucherpräferenzen und Loyalität aufbauen. Bei all dem Zugriff auf Daten, den digitale Technologien heute ermöglichen, sind gezielte Services, die einen echten und relevanten Nutzen bieten, kein Wunschdenken mehr

KERNERGEBNISSE

Um von den Vorteilen eines dienstleistungsbasierten Ansatzes zu profitieren, müssen sich Pharma-, Medizintechnik- und Biotechnologieunternehmen in Deutschland, ebenso wie in anderen Ländern, auf mehrere wichtige Marktrealitäten einstellen:
  • Medikamente liefern nicht immer Ergebnisse.
    Wenn Daten nahelegen, dass die Ergebnisse eines Präparats den Preis nicht rechtfertigen, schwindet das Vertrauen von Kostenträgern, Versorgern und Patienten. Das erhöht den Druck auf die Preisgestaltung, aber vielmehr auf die Produktakzeptanz. Künftig wird dieser noch zunehmen und der (nicht stattfindende) Wirkungsnachweis wird durch digitale Technologien noch einfacher.

  • Verpasste Chancen tun weh.
    Mit einem Medical Evidence Programm können Unternehmen den Wert von Services messen, um sie mit Erstattungen zu verknüpfen und einen positiven Wertbeitrag zu erzielen. Ein solches Programm misst zusätzlich zur Therapie den Effekt flankierender Services, indem es Daten zur Wirkung unabhängig von Medikamenten bewertet.

  • Services sollten aus Forschung und Entwicklung hervorgehen.
    Die Pharmabranche muss Services mit der gleichen Sorgfalt konzipieren und entwickeln wie klassische medizinische Produkte. Die Nutzung von Daten aus der Therapie hilft dabei, den Wert solcher Services sowie der Bündelung mit einem Produkt bereits in den frühesten Entwicklungsstadien zu erkennen – und nicht erst im Nachhinein.
Mit einer servicebasierten Strategie könnte die Pharmabranche rund fünf Milliarden US-Dollar an Gesundheitsausgaben einsparen, die heutzutage für ungeeignete Services verschwendet werden, und diese Ersparnis in Wachstum und Innovation investieren.
Mit einer servicebasierten Strategie könnte die Pharmabranche rund fünf Milliarden US-Dollar an Gesundheitsausgaben einsparen, die heutzutage für ungeeignete Services verschwendet werden, und diese Ersparnis in Wachstum und Innovation investieren.
Nur 40 Prozent der Unternehmen können den Effekt ihrer Services auf Patienten- und Geschäftsergebnisse messen bzw. nachweisen.
Nur 40 Prozent der Unternehmen können den Effekt ihrer Services auf Patienten- und Geschäftsergebnisse messen bzw. nachweisen.
Bei 73 Prozent der Pharmaunternehmen sind mehrere Teams marken- und funktionsübergreifend für Services zuständig.
Bei 73 Prozent der Pharmaunternehmen sind mehrere Teams marken- und funktionsübergreifend für Services zuständig.

EMPFEHLUNGEN

In Deutschland sollten sich Unternehmen auf dem Weg zur servicebasierten Strategie an die folgenden Grundsätze halten:
Gehen Sie gezielt vor.
Gehen Sie gezielt vor.
Unternehmen brauchen einen klaren kommerziellen Rahmen für Services, der die Beiträge zum Geschäftsergebnis berücksichtigt.
Vermeiden Sie Alleingänge.
Vermeiden Sie Alleingänge.
Statt selbst in fachfremde Bereiche zu investieren, sollten sich Pharmaunternehmen die Stärken der jeweiligen führenden Akteure zunutze machen und, wenn möglich, mit ihnen kooperieren.
Gestalten Sie den Markt.
Gestalten Sie den Markt.
Die Pharmabranche sollte ihre Stakeholder über den Wert ihrer Services informieren, um auf die Erstattung ergebnisbasierter Services umzuschwenken.
Setzen Sie auf Digitalisierung.
Setzen Sie auf Digitalisierung.
Unternehmen werden in einem Markt mit deutlich höherer Geschwindigkeit agieren. Ausschlaggebend sind digitale Tools und völlig neue Kompetenzen, wie man sie für die Erforschung und Entwicklung von Wirkstoffen und klassischen medizinischen Produkten braucht.

AUTOREN

MITWIRKENDE

Matthew Brunnette        Verbinden mit Matthew Brunnette's Profile/s on LinkedIn. Ein neues Fenster wird geöffnet.
Emily Kalenik        Verbinden mit Emily Kalenik's Profile/s on LinkedIn. Ein neues Fenster wird geöffnet.

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