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Managed Care in Deutschland

Und weshalb einige Interessengruppen in Deutschland dem Thema skeptisch gegenüberstehen

Übersicht

Die Gesundheitsversorgung kostet Patienten, Dienstleister und gesetzliche Krankenkassen in Deutschland mehr als eigentlich nötig. Ein integriertes, von einem nationalen Dienstintegrator durchgeführtes Managed-Care-Programm könnte die Gesamtkosten im Gesundheitswesen um 10 bis 15 % senken. Dennoch wurden im deutschen Gesundheitswesen bislang keine ernsthaften Anstrengungen in diese Richtung unternommen. Ein Akteur, der über die finanziellen Mittel sowie das entsprechende Know-how verfügt, wäre in der Lage, ein nationales Managed-Care-Programm zu realisieren, das weitreichende Auswirkungen für das deutsche Gesundheitswesen mit sich brächte.

Hintergrund

Das deutsche Gesundheitssystem bedarf umwälzender Veränderungen, damit eine wirksame nationale Managed-Care-Lösung möglich ist. Es genügt nicht, das Gleiche auf andere Art zu machen. Deutschland muss im Gesundheitswesen neue Wege beschreiten, denn durch die bloße Anpassung der vorhandenen Strukturen werden die organisatorischen Gemeinkosten nicht abgebaut. Das Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung steigt weiter an, und damit steigen auch die Gesundheitsausgaben. Die Auswirkungen der älter werdenden Bevölkerung werden zusätzlich dadurch belastet, dass zwischen den unterschiedlichen Akteuren in der Wertschöpfungskette im Gesundheitswesen ein Mangel an Integration besteht. Eine entsprechende Lösung für Deutschland würde dazu beitragen, unnötige Kosten, die sich aus den isolierten Verwaltungsinseln im Gesundheitswesen ergeben, und sogar Ineffizienzen in den klinischen Prozessen selbst weitgehend abzubauen.

Analysen

Mithilfe einer wirksamen Managed-Care-Struktur könnten Dienstleister integrierte Versorgungsprogramme erfolgreich verwirklichen, die sowohl den Patienten als auch der Branche zugute kämen. Es ergäben sich folgende Vorteile:

  • Abbau der Komplexität;

  • Verbesserung der Prozessintegration;

  • Effizienz von Betrieb und Abwicklung bei Dienstleisternetzwerken und gesetzlichen Krankenkassen.

Eine zentrale Managed-Care-Einrichtung könnte die verbundenen Verwaltungstätigkeiten und IT-Services übernehmen, die für die Kommunikation bei der Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsdienstleister nötig sind. Auf einigen Märkten sind Managed-Care-Einrichtungen durchaus keine Seltenheit mehr. Deutschland hingegen muss den finanziellen und politischen Schritt zur Verwirklichung einer landesweiten Lösung erst noch wagen.

Empfehlungen

Ein effektiver Managed-Care-Dienstleister müsste einige zentrale Aufgaben übernehmen:

  • Vertragsmanagement: Abschließen von Verträgen mit Krankenkassen und unterschiedlichen Dienstleistern;

  • Forderungsmanagement: Bearbeitung aller Forderungen im Zusammenhang mit dem Vertrag über die integrierte Versorgung;

  • Gesundheitsanalytik: Ermittlung und Auswahl von Patienten für bestimmte Maßnahmen im Rahmen der integrierten Versorgung sowie Messung von Qualität und Leistung (Einsparungen) zu Berichtszwecken;

  • Software as a Service (SaaS): Bereitstellung der erforderlichen Software für Gesundheitsdienstleister, z. B. für die elektronische Dokumentation von Forderungen, sowie von Tools und Methoden, um die Versorgung zu unterstützen.