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Krankenhaus Rating Report 2013

Der wirtschaftliche Druck auf Krankenhäuser nimmt weiter zu. Um am Markt zu bestehen, schließen sich immer mehr Einrichtungen in Klinikverbünden zusammen und spezialisieren sich.

Übersicht

Der Krankenhaus Rating Report 2013 zeigt, dass der wirtschaftliche Druck im deutschen Versorgungswesen weiter zunimmt. Um am Markt zu bestehen, schließen sich immer mehr Einrichtungen in Klinikverbünden zusammen und spezialisieren sich.

Die Marktkonsolidierung ist noch nicht abgeschlossen, fast jede achte Klinik befindet sich in erhöhter Insolvenzgefahr. Besonders stark betroffen sind die Krankenhäuser in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. Mehr als jedes fünfte von ihnen ist in einer bedenklichen finanziellen Schieflage. Die privaten Krankenhäuser zeigen sich dagegen in wesentlich besserer wirtschaftlicher Verfassung – nur zwei Prozent von ihnen sind stark insolvenzgefährdet.

Angesichts begrenzter Investitionsmittel ist der Zusammenschluss zu Verbünden aus spezialisierten Krankenhäusern der beste Ansatz, um eine wirtschaftliche Patientenversorgung bei gleichzeitig hoher Behandlungsqualität zu gewährleisten.

Hintergrund

Die wirtschaftlichen Probleme betreffen nicht alle Arten von Krankenhausträgern und alle Regionen in Deutschland gleichermaßen.

Besonders stark betroffen sind die Krankenhäuser in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. Mehr als jedes fünfte von ihnen befindet sich in einer bedenklichen finanziellen Schieflage. Die privaten Krankenhäuser zeigen sich dagegen in wesentlich besserer wirtschaftlicher Verfassung – nur zwei Prozent von ihnen sind stark insolvenzgefährdet.

Auch die regionalen Unterschiede sind beachtlich: Während die Krankenhäuser in den ostdeutschen Bundesländer sehr solide wirtschaften – hier sind etwa nur acht Prozent der kommunalen Kliniken insolvenzgefährdet –, schreibt in Baden-Württemberg fast jede zweite Klinik einen Jahresverlust. Auch in Niedersachsen, Bremen, Hessen, Schleswig-Holstein und Hamburg ist die gesamtwirtschaftliche Lage der Krankenhäuser schwierig.

Analysen

Der Krankenhaus Rating Report zeigt, dass die Marktkonsolidierung bereits in vollem Gange ist. Zwischen 1995 und 2011 sank die Zahl der Krankenhausträger in Deutschland von 1.600 auf 1.121. Mehr als sechzig Prozent aller Kliniken gehören mittlerweile einer Kette an.

Diese Entwicklung geht Hand in Hand mit der wachsenden Bedeutung privater Trägergesellschaften. Im Jahr 2011 waren bereits 16,3 Prozent aller Krankenhäuser in privater Hand – mehr als doppelt so viele wie noch 2002.

Das eigenständige Krankenhaus wird damit immer mehr zum Auslaufmodell. Das gilt vor allem für kleine kommunale Kliniken, die nicht spezialisiert sind und nur Behandlungen mit geringem Schweregrad durchführen.

Empfehlungen

Der wirtschaftliche Erfolg von Krankenhäusern hängt oft von drei Faktoren ab: Größe, Spezialisierung und Vernetzung.

Größe – Ohne eine hohe Auslastung lässt sich ein Krankenhaus nicht kostendeckend betreiben. Wird die nötige Patientenzahl nicht erreicht, muss die Einrichtung auf Kosten der Behandlungsqualität an Personal und Infrastruktur sparen.

Spezialisierung – Der rasant zunehmende medizinische Fortschritt verlangt nach einer Spezialisierung des medizinischen Personals und der Krankenhausinfrastruktur. Dies ist entscheidend für eine hochklassige Versorgung der Patienten und gute Behandlungsergebnisse. Krankenhäuser mit niedriger Spezialisierung weisen im Vergleich eine geringere Versorgungsqualität auf und sind für Patienten und Kostenträger dann nicht mehr attraktiv.

Vernetzung – Damit spezialisierte Einrichtungen die nötige Mindestgröße für den wirtschaftlichen Betrieb erreichen, vernetzen sie sich innerhalb von Klinikverbünden. In diesen Strukturen können die beteiligten Krankenhäuser das gesamte medizinische Spektrum abbilden, dabei aber Synergieeffekte nutzen.

Die derzeitige Marktdynamik und der sinkende finanzielle Spielraum vieler Krankenhäuser werden dazu führen, dass sich der Trend zu Klinikverbünden in Zukunft noch weiter verstärken wird.

Das wird jedoch keinen Einfluss auf die Qualität der Patientenversorgung haben. Im Gegenteil: Der Vorteil solcher Zusammenschlüsse ist, dass sie den benötigten Spezialisierungsgrad auf Grund ihrer Größe schneller und kostengünstiger als eigenständige Krankenhäuser erreichen. Sie vereinen also hohe Behandlungsqualität und hohe Wirtschaftlichkeit.