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Krankenhausversorgung am Wendepunkt

Mit dem „Krankenhaus Rating Report 2012“ untermauert Accenture seine Expertise im Gesundheitsmarkt durch fundierte Auswertungen.

Überblick

Schon heute erwirtschaftet nur etwa die Hälfte aller Krankenhäuser ausreichende Erträge, um ihre Unternehmenssubstanz zu erhalten und bereits jedes siebte Krankenhaus befindet sich in erhöhter Insolvenzgefahr.

So müssen bis 2020 über 200 Krankenhäuser aus dem Markt ausscheiden, falls sich die wirtschaftliche Situation nicht entscheidend bessert. Kurzum: Der Krankenhausmarkt muss sich grundlegend wandeln, so das Ergebnis des Krankenhaus Rating Reports 2012.

Vor allen Dingen sind Transformationen in den Kliniken selbst nötig, um die Finanzen nachhaltig zu stabilisieren. Hierbei hat das Autorenteam des Krankenhaus Rating Reports folgende Erfolgsfaktoren ausgemacht: Spezialisierung, hohe medizinische Qualität, Patientenzufriedenheit und gute Managementstrukturen. Zudem bietet moderne IT die Chance, durch erhöhte Vernetzung und Transparenz, die Behandlungsqualität ebenso wie die Wirtschaftlichkeit nachhaltig zu steigern.

Hintergrund

Mit dem „Krankenhaus Rating Report 2012“ untermauert Accenture seine Expertise im Gesundheitsmarkt durch fundierte Auswertungen. Accenture kann den Kliniken anhand der analysierten Daten konkrete Lösungswege aufzeigen, um die wirtschaftliche Situation in den Griff zu bekommen.

Der Report wurde von Accenture, dem RWI Essen und dem Institute for Healthcare Business (HCB) erstellt. Die Ergebnisse beruhen auf einer Stichprobe von 705 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2009, die insgesamt 1057 Krankenhäuser umfassen, sowie 286 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2010. Die ausgewerteten Daten stammen von der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) sowie einer Patientenbefragung der Techniker Krankenkasse (TKK). Basierend auf diesen Ergebnissen konnten Hochrechnungen für die Jahre 2011 und 2012 und Prognosen bis zum Jahr 2020 durchgeführt werden.

Analyse

Auf Basis einer tiefgehenden Analyse der Jahresabschlüsse von über 1.000 Krankenhäusern, verdeutlicht der Krankenhaus Rating Report die bedenkliche wirtschaftliche Lage der deutschen Kliniken:

Jedes siebte Krankenhaus befindet sich 2012 in erhöhter Insolvenzgefahr, zwei Jahre zuvor war es noch jedes zehnte. Zudem erwirtschaftet nur etwa die Hälfte aller Krankenhäuser ausreichende Erträge, um ihre Unternehmenssubstanz zu erhalten. Daher ist von einer Marktbereinigung auszugehen, der bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 8 % der Krankenhäuser zum Opfer fallen werden.

Dabei lassen sich starke Unterschiede zwischen den einzelnen Krankenhäusern sowie Faktoren der Wirtschaftlichkeit ausmachen:

  1. Große Kliniken schneiden besser ab als kleine, ostdeutsche besser als westdeutsche, freigemeinnützige und private besser als öffentlich-rechtliche.

  1. Quantität und Qualität der medizinischen Behandlung korrelieren positiv miteinander.

  2. Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der medizinischen Qualität einer Klinik und ihrem wirtschaftlichen Erfolg.

  3. Auch eine bessere Managementstruktur erhöht die Wirtschaftlichkeit.

Der Trend zeigt, dass die Patientenzahlen bedeutend stärker wachsen, als es demografiebedingt zu erwarten wäre. Von 2005 bis 2010 sind die Ausgaben für Krankenhäuser um 20 % gestiegen, wodurch die Ertragslage stabilisiert werden konnte. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Mengendynamik künftig durch politische Maßnahmen gebremst wird. Daher gilt es, andere Instrumente zu finden, um die größer werdende Kosten-Erlös-Lücke zu schließen.

Empfehlungen

Der Krankenhaus Rating Report 2012 arbeitet vier Erfolgsfaktoren heraus, über die Krankenhäuser ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern können.

  1. Spezialisierung: Zur Steigerung der Behandlungsqualität und Wirtschaftlichkeit, ist eine Spezialisierung ratsam.

  2. Hohe medizinische Qualität: Durch Vernetzung kann die Behandlungsqualität gesteigert und die wissenschaftliche Evaluierung von Behandlungspfaden verbessert werden.

  3. Patientenzufriedenheit: Es gilt, die Faktoren auszumachen, die maßgeblich zur Zufriedenheit der Patienten beitragen.

  4. Moderne Managementstrukturen: Ein dem Krankenhaus individuell angepasster organisatorischer Aufbau sowie qualifizierte Mitarbeiter auf den Schlüsselpositionen erhöhen den wirtschaftlichen Erfolg signifikant.

Insgesamt gewinnen Vernetzung und IT stark an Bedeutung. Durch intelligente IT wird der Patientenfluss optimal gesteuert und Prozesse verlaufen zunehmend standardisiert und automatisiert. Langfristig kann sich so eine patientenorientierte, sektorenübergreifende Medizin herausbilden, die Nachhaltigkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen sichert.