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Digitaler Quantensprung: Damit die Spitzenposition nicht ins Wanken gerät

Wir zeigen auf, wie Unternehmen mit wachsenden Investitionen die digitale Transformation vorantreiben und den Wettbewerb überholen.

Overview

Digitale Pioniere haben erkannt, dass die Digitalisierung nicht nur ein Hilfsmittel zur Verbesserung der Unternehmenseffizienz darstellt. Wir haben 1.041 Führungsverantwortliche bzw. Vorstandsmitglieder befragt, die zwölf große Branchen aus 20 Ländern repräsentieren. Die C-Level-Verantwortlichen wurden zu ihren Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Weltwirtschaft und zu den Auswirkungen des digitalen Wandels auf ihr Kerngeschäft befragt. Die Untersuchung ergab, dass einige Unternehmen ihre Anstrengungen zur Beschleunigung der digitalen Transformation verstärken und sich einen Vorsprung gegenüber ihren Wettbewerbern verschaffen, indem sie den Investitionsschwerpunkt auf Wachstum legen.

Digitale Vorreiter begreifen Wachstum als treibende Kraft ihrer digitalen Geschäftsstrategie, während ihre Wettbewerber (die digitalen Nachzügler) dies nicht tun. Zudem wissen sie, welche Vorteile die Digitalisierung bietet und dass diese nicht nur als Hilfsmittel zur Verbesserung der unternehmerischen Effizienz dient.

Digitale Vordenker gibt es in jeder Branche und in jeder geografischen Region. Ihre Ambitionen und Investitionspläne geben das Tempo vor und sollten daher wesentlicher Bestandteil künftiger Geschäftsstrategien sein.

Background

Aus der Befragung geht eindeutig hervor, dass digitale Pioniere bereits herausgefunden haben, wo die Digitalisierung am meisten bewirken kann. In Bereichen, die sie für die digitale Transformation als wichtig erachten, planen diese Unternehmen höhere Investitionen als ihre Wettbewerber. 

Die fünf wichtigsten Erkenntnisse: 

  • 40 Prozent der digitalen Vorreiter investieren nahezu das Doppelte ihrer Investitionen in Wachstum – verglichen mit den Nachzüglern (23 Prozent).

  • Digitale Pioniere erwarten, dass sich dieser Fokus auf Wachstum vor allem in den folgenden Bereichen bemerkbar machen wird: Verkauf (58 Prozent gegenüber 31 Prozent der digitalen Nachzügler), neue Vertriebskanäle (rund 55 Prozent gegenüber 30 Prozent der digitalen Nachzügler), neue Produkte und Services (58 Prozent gegenüber 34 Prozent der digitalen Nachzügler) und Kundenerlebnis (70 Prozent gegenüber 53 Prozent der digitalen Nachzügler). 

  • Digitale Vordenker erachten die komplette Bandbreite digitaler Technologien als sehr wichtig, in einigen Fällen sogar als doppelt so wichtig, wie es die digitalen Nachzügler tun. Dabei haben sie gleichermaßen ihre materiellen wie immateriellen Investitionen auf weit höherem Niveau eingeplant. 

  • Mittelgroße Unternehmen werden hinsichtlich der Digitalisierung sowohl von großen als auch von kleinen Unternehmen unter Druck gesetzt. 

  • Über alle geografischen Regionen hinweg zeigt sich ein großes Verlangen nach digitalem Wandel. Die Mehrzahl der Befragten geht davon aus, dass die Digitalisierung ihre Geschäfte komplett oder zumindest signifikant verändern wird.

Analysis

Als Reaktion auf die veränderten Kundenbedarfe setzen digitale Vorreiter verstärkt auf den Einsatz integrierter digitaler Geschäftsstrategien. Dabei verändern digitale Technologien mehr als alles andere die Wettbewerbsfaktoren über alle Branchen hinweg. 

Früher wurden Transformationen vor allem von innen nach außen betrieben wie zum Beispiel über Prozesse wie Lean Six Sigma, Null-Basis-Budgetierung oder Business Process Reengineering. Diese setzen tief in der Organisation an, und es dauerte, bis die Erfolge klar ersichtlich und anschließend vom Wettbewerb kopiert wurden. 

Dieser Ansatz wird allerdings in Zukunft die Marktposition von Unternehmen eher gefährden als stärken. Den Wettbewerbsvorsprung erreichen Unternehmen heute nur mit einer Outside-in-Strategie. Ein solcher Ansatz eröffnet größere Wachstumschancen als traditionelle Herangehensweisen. 

Digitale Kanäle und soziale Medien sorgen dafür, dass Entscheidungen und Handlungen für jedermann in Echtzeit sichtbar sind. Dadurch sehen sich Unternehmen auch veranlasst, Latenzzeiten zu beseitigen und aus den traditionellen Marktzyklen auszubrechen. Auf Kundenrückmeldungen und -bedürfnisse können Unternehmen somit sehr viel schneller reagieren und agieren als früher.

Recommendations

Unternehmen und Organisationen sollten den digitalen Wandel als Kernbestandteil ihrer Geschäftsstrategie betrachten. Mit Blick auf die Handlungsoptionen Optimierung und Transformation fällt es allerdings vielen Unternehmen noch schwer, eine klare Antwort für sich zu finden. 

Um im digitalen Dickicht wieder klar zu sehen, empfiehlt es sich, die Digitalisierung ganz konkret aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten: 

Wettbewerb 

  • Wie betrachten andere den digitalen Wandel? 

  • Welche digitalen Fähigkeiten steigern unsere Wettbewerbsfähigkeit? 

  • Welche Herausforderungen erwachsen aus der Digitalisierung für unser Geschäft? Wie könnten diese von Wettbewerbern zu unseren Ungunsten eingesetzt werden?  

  • Welche neuen Wettbewerber sehen wir? An welche Wettbewerber haben wir im Zweifel bereits Kunden verloren? Welche Geschäftsprinzipien liegen dem Erfolg zugrunde? Was können wir daraus für unser Geschäftsmodell lernen?

Organisation 

  • Welche neuen Geschäftsmodelle, Trends und digitalen Technologien sollten wir zukünftig genauer betrachten und verwenden? 
  • Wie stellen wir uns organisatorisch und personell für den Erfolg auf? Wie bündeln wir unsere Ressourcen und verteilen die Verantwortung? 

  • Welche neuen Kooperationen und Geschäftsverbindungen unterstützen unsere digitalen Ziele und Investitionen? 

Kunden 

  • Welche neuen Produkte und Dienstleistungen können und sollten wir zusätzlich anbieten? 

  • Setzen wir die digitale Strategie für Wachstumschancen ein oder sehen wir die Digitalisierung nur als weiteres Marketinginstrument oder Effizienzprogramm? 

  • Wie identifizieren wir Wandel und neue Märkte in unserer Branche? 

Führung 

  • Wer übernimmt die (alleinige) Verantwortung für die digitalen Handlungsfelder innerhalb des Unternehmens? 

  • Wie kommunizieren wir unsere digitalen Ziele gegenüber unseren Aufsichtsgremien, Kunden, Lieferanten, Beschäftigten und Partnern? 

  • Wie sollten wir in einer digitalisierten Welt mit Themen wie Organisation, Kontrolle, Personalgewinnung und Vergütung umgehen?