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Digitales Versorgungsnetz – Das nächste Level im Supply Chain-Management

Jede Hochleistungs-Lieferkette ist digital.

Übersicht

Digitale Technologie verändert die traditionellen operativen Prozesse. Jedes Business ist ein digitales Business. Insbesondere die Auswirkungen auf die Lieferkette sind dabei groß. Unternehmen werden das volle Potenzial der Digitalisierung nicht vollends entfesseln können, wenn sie nicht auch ihre Lieferkettenstrategie neu erfinden.

Viele Unternehmen haben die elementare Natur dieses Wandels begriffen und arbeiten bereits mit Hochdruck an der Integration digitaler Technologie in ihre operativen Prozesse. Und dennoch: Ein bloßes Hinzufügen technologischer Komponenten ist nicht die Antwort auf die bevorstehende Herausforderung. Dieser Ansatz übersieht schlichtweg den fundamentalen Unterschied zwischen traditionellen, digital erweiterten und voll integrierten, neu gedachten Lieferketten, deren DNA grundsätzlich digital ist.

Für eine signifikante Verbesserung der Geschäftsergebnisse bedarf es einer ganz neuen Perspektive: Eine Neugestaltung der Lieferkettenstrategie und ein Neudenken dieser als digitales Supply Chain-Netzwerk (DSN), welches nicht nur physische Beziehungen vereint, sondern auch die Bereiche Talent, Information und Finance berücksichtigt. Diese neue Gattung der Lieferkette ist vernetzter, intelligenter, skalierbarer und agiler als dies bei traditionellen Vertretern der Fall ist.

Im metaphorischen Sinne ermöglicht das DSN, dass Menschen und Daten, ebenso wie Materialien, Produkte und Vorräte, gemeinsam durch das erweiterte Unternehmen reisen. Der Unterschied zu lediglich digital erweiterten Lieferketten ist enorm. Diese sind lediglich immer nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Neue Synergien, eine stärkere Kundenorientierung, der schnelle Vorstoß in neue Märkte sowie die rasche Entwicklung und Skalierung neuer Angebote sind mit ihnen nur schwer möglich.

Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse

Dieser Point of View macht deutlich, wie grundlegend digitale Technologie die Lieferkette verändert. Er zeigt, warum digitale Liefernetzwerke traditionelle Supply Chains bei der Einbindung in die operativen Strukturen klar überflügeln. Folgend einige Schlüsselerkenntnisse:

  • Digitale Technologie wandelt die Unternehmensorganisation und die Natur traditioneller Kontrollpunkte. Gleichwohl verändert sie die Rolle und den Wert von Daten sowie den Wertbeitrag auf jeder einzelnen Stufe der Wertschöpfungskette. Sie hat das Potenzial Geschäftsmodelle zu schaffen oder gar zu zerstören und traditionelle Lieferketten überflüssig zu machen.

  • Mit den vier einschneidendsten Technologien unseres Zeitalters – Social Media, mobile Kommunikation, Analytics und Cloud Computing – sind die wesentlichen Voraussetzungen für ein digitales Liefernetzwerk bereits vorhanden. Ein Ertrags- und Einsparpotenzial in Milliardenhöhe wartet nur darauf, erschlossen zu werden.

  • Das digitale Liefernetzwerk ist vernetzter, intelligenter, skalierbarer und reaktionsstärker als sein traditioneller Vorgänger, die Lieferkette. Seine Vorteile steigern darüber hinaus die Markt- und Finanz-Performance von Unternehmen.

  • Digitale Technologie kann Unternehmen dabei unterstützen, den Einsatz von Produktionsressourcen ebenso effektiv zu gestalten wie die Herstellung von Produkten und Services.

  • Der Unterschied zwischen einer digital erweiterten Lieferkette und einem grundlegend neu entwickelten digitalen Liefernetzwerk ist enorm.

Empfehlungen

Der Kunde der Gegenwart agiert sehr bewusst, ist stark vernetzt und nutzt die neuesten digitalen Technologien. Um diese wachsende Kundengruppe zu erreichen, müssen Unternehmen auch eine Transformation ihrer Lieferkette in Betracht ziehen. Andernfalls droht der Verlust der bestehenden Marktposition.

Darüber hinaus wird eine moderne Lieferkette - ein digitales Versorgungsnetz - mit digitaler DNA errichtet. Sicherlich mag es zunächst für Unternehmen nützlich erscheinen, eine erprobte Digitaltechnik direkt in die bestehende Struktur einzusetzen. Ob auf diese Weise jedoch das volle Wertschöpfungspotenzial der Lieferkette gehoben werden kann, ist mehr als fraglich.

Für die Umwandlung einer traditionellen Lieferkette in ein digitales Versorgungsnetz ist ein systematischer Ansatz von grundlegender Bedeutung. Unternehmen müssen dabei:

  • zunächst die Vision des digitalen Versorgungsnetzes für das Unternehmen festlegen. Diese bildet den „Heiligen Gral“, der den Wandlungsprozess antreibt.

  • die Vision in messbare und erzielbare Betriebsergebnisse verwandeln, die erreicht werden müssen.

  • eine digitale Blaupause auf Basis der betrieblichen Ziele schaffen. Diese lässt erkennen, welche Rolle Menschen, Prozesse, Technologie und Führung bei der Transformation spielen.

  • die digitale Blaupause in Aufgaben und Technologien herunterbrechen, die notwendigerweise in der Organisation umgesetzt werden müssen, um die Vision des digitalen Versorgungsnetzes zu verwirklichen.

Ein empfohlenes Vorgehen für den Beginn einer solchen Transformation besteht in der Ausführung einer Prime Value Chain (PVC)-Analyse. Die PVC-Analyse bildet einen Top-down-Ansatz, der alle Aktivitäten und Inputs berücksichtigt, die unabhängig von ihrer Funktion oder Prozessherkunft dazu beitragen, ein Betriebsergebnis zu realisieren. Über die Nutzung der PVC-Analyse kann eine Organisation die wichtigsten Betriebsergebnisse festlegen, die digitale Blaupause etablieren und erkennen, welche individuellen Veränderungen über die gesamte Organisation hinweg erforderlich sind.