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Das Verteidigungswesen im digitalen Zeitalter

Wer den Menschen in den Mittelpunkt stellt, gewinnt.

Überblick

Die Accenture Technology Vision 2016

Wir befinden uns inmitten einer technologischen Revolution, genauer gesagt, einer digitalen Revolution. Die Digitalisierung dominiert bereits heute alle Bereiche von Verteidigungsorganisationen – vom Front-End bis zum Back-End. Über 80 Prozent der von uns befragten Führungskräfte erwarten, dass die Geschwindigkeit des technologischen Wandels in den kommenden drei Jahren weiter rasant steigen wird. Neue Technologien bringen darüber hinaus dramatische Veränderungen für die Belegschaft mit sich. Deshalb werden insbesondere jene Organisationen von kommenden Innovationen profitieren können, die ihre Mitarbeiter mit den relevanten Kompetenzen ausstatten. Das ist keine triviale Aufgabe, denn viele Verteidigungsorganisationen werden bereits heute durch die gegenwärtigen technologischen Neuerungen und Anpassungen vor große Herausforderungen gestellt. Vor diesem Hintergrund erscheinen die anstehenden Aufgaben im Kontext der Digitalisierung geradezu überwältigend. Die Kernaufgabe der nächsten Jahre wird es sein, diesen „digitalen Kulturschock“ zu bewältigen. Es existieren zahlreiche Modelle, die dabei als Inspiration dienen können: Wer die Menschen ins Zentrum der Entwicklung stellt, schafft beste Voraussetzungen für die kontinuierliche Entstehung neuer Ideen sowie bahnbrechender Produkte, Prozesse und Vorgehensweisen.

Die Accenture Technology Vision 2016 identifiziert fünf Trends, die von einem einzigen Prinzip getrieben sind – „People first“, der Mensch im Mittelpunkt. Diese fünf Trends sind wesentlich für den Erfolg in einem zunehmend von der Digitalisierung geprägten Sicherheits- und Verteidigungswesen. Wie werden diese Trends die Zukunft von Verteidigungsorganisationen beeinflussen?

Intelligent Automation

Intelligent
Automation

Künstliche Intelligenz – Neue
Kollegen im digitalen Zeitalter

Liquid Workforce

Liquid
Workforce

Flexible und reaktionsschnelle Mitarbeiter für die digitalen Anforderungen von morgen

Platform Economy

Platform
Economy

Technologie-getriebene Geschäftsmodelle fördern Innovationen – von außen nach innen

Predictable Disruption

Predictable
Disruption

Der Blick in digitale Ökosysteme
gibt Aufschlüsse über die
bahnbrechenden Veränderungen
von morgen

Digital Trust

Digital
Trust

Stärkung von Kundenbeziehungen
durch ethische Standards und
Sicherheit

Trend 1

Intelligent Automation
Künstliche Intelligenz – Neue Kollegen im digitalen Zeitalter

Die nächste Generation intelligenter Automationslösungen wird über künstliche Intelligenz verfügen. Diese Technologien werden nie da gewesene Mengen an Daten aus unterschiedlichen Systemen erfassen sowie Systeme, Daten und Menschen miteinander vernetzen. Damit eröffnen sich Möglichkeiten, die Verteidigungsorganisationen und ihr Handeln grundlegend verändern werden.

Physische sowie virtuelle, unbemannte Systeme werden künftig mit künstlicher Intelligenz Bedrohungslagen mithilfe von Big Data vorhersehen und erfassen können – etwas, was menschliche Intelligenz und bisherige Warnsysteme in diesem Maße nicht leisten können.

Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für den Einsatz maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz. Und Daten als „Waffe“ einsetzen zu können, kann vor dem Hintergrund steigender Datenvolumen ein entscheidender Vorteil sein. Hierfür setzen führende Verteidigungsorganisationen bereits heute auf Advanced und Predictive Analytics. Predictive-Analytics-Lösungen können etwa Verteidigungsorganisationen dabei helfen, ihre militärische Schlagkraft sowie die Effizienz ihrer Einsätze auf ein neues Niveau zu heben.

Digitale Lösungen werden dabei helfen, die Interaktion zwischen Soldaten und Verteidigungsorganen mit den Erwartungen der digital bewanderten Millennials in Einklang zu bringen. Sie ermöglichen die Automatisierung und damit eine intelligentere, digitalere und interaktivere Betreuung von Soldaten sowie der Abläufe im Einsatz. All dies wird die militärische Einsatzfähigkeit verbessern – sodass alle von der technologischen Evolution maßgeblich profitieren.


Trend 2


Trend 2

Liquid Workforce
Flexible, anpassungsfähige und reaktionsschnelle Mitarbeiter für die digitalen Anforderungen von morgen

Verteidigungsorganisationen stehen vor der wachsenden Herausforderung, geeignete Talente zu gewinnen und langfristig zu binden. Zugleich sind die Anforderungen im Dienst äußerst vielfältig und hoch: Digitale Technologien haben die Arbeit des Militärs grundlegend verändert. Mit zunehmender Automation und Robotik steigt der Bedarf an qualifizierten Kräften. Rasante technologische Entwicklungen verlangen kontinuierliche Aus- und Weiterbildung; digitale Lageerkennung sowie Führungs- und Leitsysteme ermöglichen schnellere Entscheidungen, die mitten im Einsatzgeschehen getroffen werden können.

Die steigende Anzahl multinationaler Kooperationen in internationalen Einsätzen erfordert ein hohes Maß an Flexibilität – sowohl hinsichtlich der Personalbereitstellung als auch in Bezug auf die Qualifizierung. Das Training muss den Soldaten die unterschiedlichsten Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, sie immer wieder neu qualifizieren – und das in immer kürzeren Zeiträumen. Soldaten im Feld müssen digitale Waffensysteme bedienen, ausgeklügelte befehlstaktische Lösungen nutzen und komplexe IT-Anwendungen beherrschen können. In naher Zukunft wird die Zahl mobiler und tragbarer Lösungen sowie an Geräten mit ausgeklügelten Sensorfunktionen steigen, um den Austausch relevanter Informationen während des gesamten Einsatzes zu unterstützen.

Die besondere Herausforderung: Es braucht hierfür die nächste Generation digital bewanderter Talente – doch die Millennials wollen sich nur selten auf herkömmliche, langfristige Verträge einlassen. Sie suchen vielmehr Jobs, die spannende Herausforderungen, ausgezeichnete Qualifizierungsmöglichkeiten und flexible Karrierewege bieten.

Hoch qualifiziertes, digital affines und flexibles Personal ist daher auf allen Ebenen gefordert. Doch um diese Talente zu gewinnen und zu fördern, braucht es eine vorausschauende Herangehensweise. Es gilt, rechtzeitig zu erkennen, wie neue Technologien Anforderungs- und Kompetenzprofile sowie die Personalstruktur insgesamt beeinflussen. Um auch in Zukunft für alle Zielgruppen attraktiv zu sein und eine flexible Belegschaft an sich binden zu können, müssen militärische Führungskräfte neue digitale Instrumente und Personalmanagement-Ansätze in Erwägung ziehen.

Trend 3

The Platform Economy

The Platform Economy
Technologie-getriebene Geschäftsmodelle fördern Innovation – von außen nach innen

Branchenführer nutzen bereits heute das umfassende Potential neuer Technologien: Sie entwickeln plattformbasierte Geschäftsmodelle und Strategien, die weltweit zu einer der tiefgreifendsten Veränderungen seit der industriellen Revolution führen. 81 Prozent der Fach- und Führungskräfte, die wir im Zuge unserer Technology Vision befragt haben, sehen das ähnlich. Sie erwarten, dass plattformbasierte Betriebsmodelle innerhalb der kommenden drei Jahre ins Zentrum ihrer Unternehmensstrategie rücken werden.

Plattformbasierte Betriebsmodelle und Strategien stehen derzeit auch im Fokus von Verteidigungsorganisationen auf der ganzen Welt. Der britische Verteidigungsminister hat kürzlich eine Initiative angestoßen, die die Informations-, Kommunikations- und Technologiekapazitäten seines Ressorts grundlegend verändern soll. Bekannt als „Defence-as-a-Platform“ umfasst die Vision die Zusammenführung einer Vielzahl bisher isoliert und zum Teil redundant arbeitender Systeme in einer einheitlichen, gemeinsamen Architektur, die alle Endnutzerdienste unterstützt.

Trend 4

Predictable Disruption

Predictable Disruption
Der sorgfältige Blick in digitale Ökosysteme gibt Aufschlüsse über die bahnbrechenden Veränderungen von morgen

Die rasche Entwicklung digitaler Ökosysteme liefert die Basis für umfassende und nachhaltige Veränderungen – für Disruptionen, die Märkte verschmelzen lassen und Grenzen zwischen Branchen auflösen. Vorausdenkende Führungskräfte können die „Flugbahn“ dieser Ökosysteme schon heute abschätzen und entscheidende Wettbewerbsvorteile identifizieren.

Klar wird: Selbst führende Verteidigungsorganisationen können nicht länger so weitermachen wie bisher. Sie müssen sich in verschiedenen Ökosystemen vernetzen, um neue Services bereitstellen zu können – ganz egal, ob es um Social Media, künstliche Intelligenz, vernetzte Ökosysteme, vernetzte Services, intelligente Maschinen oder intelligente Datenverarbeitungskapazitäten geht. Schon in wenigen Jahrzehnten wird die Maschinenintelligenz die menschliche Intelligenz übersteigen. Technologie-Investitionszyklen werden kürzer, der Bedarf für Reinvestitionen und Upgrades steigt. So wird es auch für Verteidigungsorganisationen unerlässlich, ihre Strategie mit Blick auf Technologien neu auszurichten und Beschaffungs- sowie Entwicklungszyklen maßgeblich zu verkürzen.

81 Prozent der Befragten nehmen bereits heute leichte oder gar signifikante Disruptionen der Ökosysteme in ihrer Branche wahr.

Trend 5

Digital Trust

Digital Trust
Stärkung von Kundenbeziehungen durch ethische Standards und Sicherheit

Um das Vertrauen von Menschen, Ökosystemen und staatlichen Institutionen in diesem neuen Umfeld zu stärken, müssen Verteidigungsorganisationen erkennen, dass mehr Sicherheit in einzelnen Bereichen nicht genügt. Gefordert sind Sicherheitssysteme, die übergreifenden Schutz bieten. Denn nur dann lassen sich Integrität, Qualität und Verlässlichkeit von häufig überlebenswichtigen Daten gewährleisten. Und nur dann lassen sich Daten in großem Stil nutzen oder teilen. Ob es also darum geht, das eigene Sicherheitsniveau zu steigern (etwa durch bewusstere Nutzung von Cybersecurity-Instrumenten oder gezieltes Training des Personals) oder sicherer mit anderen Ländern zu kooperieren: Verteidigungsorganisationen müssen angesichts der zunehmenden Digitalisierung sorgfältig prüfen, wie sie nicht nur die Identität jedes einzelnen Soldaten, sondern auch seine Zugriffsrechte schützen, sowohl am jeweiligen Standort als auch im Einsatz. In einer Umgebung, in der die Zahl der digitalen Endgeräte rasant wächst und Einsätze immer stärker von solchen Geräten abhängen, werden Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit noch kritischer für den Erfolg.

Zwar investieren Führungskräfte im Bereich Verteidigung bereits heute in innovative Technologien – doch weil es an Vertrauen in die Verlässlichkeit dieser Technologien mangelt, kommen sie häufig nicht schnell genug zum Einsatz. Ein Beispiel: Auch wenn sich die private Cloud heute etabliert hat, bleiben Zweifel an der Sicherheit der öffentlichen Cloud. Verteidigungsorganisationen sind insbesondere skeptisch, wenn es darum geht, Daten außerhalb der eigenen vier Wände zu speichern oder fremde Daten zu nutzen. Doch wer mit mobilen Lösungen und einer Liquid Workforce arbeiten möchte, muss umdenken – und Wege finden, der Integrität der Daten, die man erhält oder teilt, zu vertrauen. Dazu wird es immer einer mehrschichtigen Sicherheitsarchitektur bedürfen – welche den Weg zu digitalem Vertrauen eben einfach ein wenig komplexer macht.

Anders als die meisten anderen Organisationen trägt das Verteidigungswesen eine besondere Verantwortung: die für die Sicherheit und territoriale Integrität einer Nation. Es gibt also gute Gründe für Entscheider in Verteidigungsorganisationen, besonderen Wert auf Sicherheit, Integrität und Verlässlichkeit der eigenen Netzwerke und Systeme zu legen.

Lesen Sie hier den Ergebnisbericht der Accenture Technology Vision 2016 für das Verteidigungswesen.

Vertrauen ist eine tragende Säule der digitalen Wirtschaft, sagen 83 Prozent der Befragten.

Über die Technology Vision

Bereit für Erfolg in der digitalen Welt?

Der Rechercheprozess zur Technology Vision 2016 begann mit dem Input eines externen Beratungsgremiums, das sich aus mehr als zwei Dutzend erfahrenen Einzelpersonen aus dem öffentlichen und privaten Sektor, Risikokapital- und Unternehmergesellschaften sowie Wissenschaftlern zusammensetzte. Zudem führte das Technology-Vision-Team Interviews mit Technologie- und Branchenexperten sowie mit rund 100 Führungskräften von Accenture.

Mit Hilfe verschiedener Accenture Kooperationstechnologien band das Team auch das Wissen und die innovativen Ideen der Accenture-Mitarbeiter ein. Es führte einen Online-Ideation-Wettbewerb durch, um die interessantesten neuen Ansätze und Technologien zu identifizieren. Mehr als 3.200 KollegInnen nahmen an diesem Wettbewerb teil, lieferten wertvolle Ideen und kommentierten die Ansätze anderer.

Im Rahmen eines Workshops, der eine Reihe intensiver Gespräche von Accenture Führungskräften mit externen Experten verschiedener Disziplinen umfasste, wurden die Eingaben bewertet und die relevantesten weiter detailliert.

Die Autoren


Catrin Hinkel

Geschäftsführerin
Accenture - Leiterin Öffentliche Verwaltung und Gesundheitswesen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

E-mail an Catrin Hinkel. Ein neues Fenster wird geöffnet.

Dr. Timo Noetzel

Principal Director
Accenture Strategy - Öffentliche Verwaltung und Gesundheitswesen

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