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Accenture-Ärzteumfrage: Setzt sich IT im deutschen Gesundheitswesen durch?

Umfrage von Accenture zeigt: Deutsche Ärzte nutzen etwas mehr IT, tauschen seltener Gesundheitsinformationen aus

Überblick

Accenture hat 3.700 Ärzte in Australien, Deutschland, England, Frankreich, Kanada, Singapur, Spanien und den USA zu Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen befragt. Etwa 500 Ärzte pro Land (200 in Singapur) äußerten sich dazu, was sie von den neuen Technologien halten und ob und wie sie einsetzen.

Das zentrale Ergebnis der Umfrage unter den deutschen Ärzten ist, dass der Austausch von Gesundheitsinformationen (Health Information Exchange, HIE) in den vergangenen zwei Jahren leicht zurückgegangen ist, die Nutzung von IT im Gesundheitswesen dagegen zugenommen hat. Deutsche Ärzte nehmen die neuen Technologien zwar an, zeigen sich jedoch oft enttäuscht darüber, dass die wirtschaftlichen Vorteile von HIE geringer ausfallen als erhofft. Dass HIE dazu beitragen kann, bessere Entscheidungen zu fällen und Fehlbehandlungen zu vermeiden, wird von deutschen Medizinern dagegen weitestgehend anerkannt

In allen acht Ländern halten die befragten Ärzte den Kostenpunkt für das größte Hindernis bei der Einführung von elektronischen Gesundheitsakten (Electronic Medical Records, EMR). Ferner möchte eine Mehrheit der weltweit befragten Ärzte ihren Patienten zumindest eingeschränkten Zugriff auf ihre elektronischen Akten gewähren, um ihre Patienteninformationen selbst zu aktualisieren.

Hintergrund

Deutsche Ärzte nutzen immer häufiger elektronische Warnmeldungen oder Erinnerungen bei Patientengesprächen und greifen zunehmend auf digitale und mit anderen Gesundheitseinrichtungen gemeinsam genutzte Patientendaten zu. Dennoch verschreiben deutsche Ärzte seltener elektronische Rezepte, versenden Auftragsanfragen seltener digital und tauschen sich seltener über elektronische Kanäle mit ihren Kollegen in anderen Einrichtungen aus als dies noch 2011 der Fall war. Die Anzahl der elektronischen Verschreibungen nahm zwischen 2011 und 2012 zum Beispiel um 43 Prozent ab. Dieses Diagramm veranschaulicht die Nutzung von HIE und IT im Gesundheitswesen.

Während sich IT im deutschen Gesundheitswesen zunehmend durchsetzt, stagniert die Nutzung von HIE zwischen 2011 und 2012. Hier können Sie sich über den Reifeindex aller acht Länder informieren.

Im internationalen Vergleich ist die Zahl der deutschen Mediziner gesunken, die regelmäßig HIE nutzen. Gleichzeitig versprechen sich immer weniger Ärzte in Deutschland Kostensenkungen durch den Einsatz von HIE. International gestaltet sich das Bild ähnlich: Seltener als noch im Jahr 2011 gaben Ärzte in allen acht befragten Ländern an, dass HIE zu einer Kostensenkung für ihre Einrichtung oder ihre Dienstleistungen geführt habe.

Analysen

Neun von zehn Ärzten in Deutschland und auch weltweit nutzen elektronische Patientenakten (ePA / EMR) – zwei Drittel davon in ihrer eigenen Praxis. Informieren Sie sich in diesem Diagramm über die Ergebnisse in den untersuchten Ländern.

Die Ärzte aus Deutschland äußern sich prinzipiell positiv über HIE und meinen z. B., dass HIE oft zu fundierteren Entscheidungen führt und dazu beitragen kann, Behandlungsfehler zu vermeiden. Doch haben sich im vergangenen Jahr allem Anschein nach viele der erhofften wirtschaftlichen Vorteile mit HIE nicht realisiert: Weniger Ärzte als noch im Vorjahr berichteten von niedrigeren laufenden Kosten, kürzeren Wartezimmerzeiten oder einem verringerten Risiko von Patientenklagen. Darüber hinaus konnten sie den täglichen Patientendurchsatz mit HIE nicht steigern oder Arbeit und Privatleben besser ausbalancieren. Alle Umfrageergebnisse finden Sie in diesem Diagramm.

Im zweiten Jahr in Folge gaben die befragten Ärzte an, dass der Kostenfaktor das größte Hindernis für die Einführung von EMR und HIE sei. Auf internationaler Ebene hegen Ärzte zudem nach wie vor Bedenken in Bezug auf den Schutz von Patientendaten. Während diese Datenschutz-Vorbehalte unter deutschen Medizinern zurückgingen, wuchsen die Bedenken im Hinblick auf Kosten, Schwierigkeiten beim Einsatz von EMR-Systemen, fehlende technische Kenntnisse und den mangelhaften Zugang zu Computern. In Deutschland befürworten zwar viele Ärzte das Recht von Patienten, die Daten in ihren EMR selbst zu aktualisieren. Im internationalen Vergleich jedoch sind deutsche Ärzte seltener der Meinung, dass Patienten überhaupt Zugriff darauf haben sollten. Vor allem gegen die Aktualisierung von Laborergebnissen durch den Patienten selbst zeigen sie die stärksten Vorbehalte.

Empfehlungen

Die Accenture-Publikation Der digitale Arzt ist da gibt einen Überblick über die Accenture-Ärzteumfrage. Im Vergleich mit den Vorjahresergebnissen zeichnet sie aktuelle Sichtweisen von Ärzten und Trends in den verschiedenen Teilbereichen der IT im Gesundheitswesen nach.

Die Ergebnisse unterstreichen die zunehmende Verbreitung von EMR und HIE und bestätigen, dass das Gesundheitswesen zunehmend digitalisiert wird. Dieser Trend wird sich fortsetzen.

Die Accenture-Ärzteumfrage belegt: IT im Gesundheitswesen und der Austausch von Gesundheitsinformationen (HIE) fassen weltweit Fuß. Die zunehmende Anzahl von „digitalen Ärzten“ in Deutschland wie auch in allen acht betrachteten Ländern ist ermutigend; im vergangenen Jahr hat in allen Ländern entweder die routinemäßige Nutzung von HIE oder die Verbreitung und Anwendung von IT im Gesundheitswesen – oder beides –zugenommen.

Die Ärzteumfrage von Accenture konnte keine signifikant unterschiedlichen Entwicklungsstände zwischen Ärzten der Primär- und Ärzten der Sekundärversorgung festmachen: Die Ergebnisse zeigen eine starke Verbreitung der IT im Gesundheitswesen und von HIE bei beiden Ärztegruppen, vor allem in Singapur und den USA.

Vorteile von HIE

Obwohl sich Ärzte in Deutschland prinzipiell positiv zu HIE äußern, z. B. dass HIE oft zu fundierteren Entscheidungen führt und dazu beitragen kann, Behandlungsfehler zu vermeiden, haben sich im vergangenen Jahr allem Anschein nach die erhofften wirtschaftlichen Vorteile nicht realisiert. Weniger Ärzte als im Vorjahr berichteten von niedrigeren laufenden Kosten, kürzeren Wartezimmerzeiten oder einem verringerten Risiko von Patientenklagen. Darüber hinaus konnten sie den täglichen Patientendurchsatz nicht steigern oder Arbeit und Privatleben besser ausbalancieren. Das Gegenteil scheint bei beiden Punkten der Fall zu sein.

Die elektronische Patientenakte im Ländervergleich

Neun von zehn Ärzten in Deutschland und weltweit nutzen elektronische Patientenakten (ePA / EMR) – zwei Drittel davon in ihrer eigenen Praxis.

Nutzung der IT im Gesundheitswesen und HIE

Deutsche Ärzte setzen immer häufiger elektronische Warnmeldungen ein oder Erinnerungen bei Patientengesprächen. Zunehmend greifen sie auf digitale und mit anderen Gesundheitseinrichtungen gemeinsam genutzte Patientendaten zu. Dennoch verschreiben deutsche Ärzte seltener elektronische Rezepte, versenden Auftragsanfragen seltener digital und tauschen sich seltener über elektronische Kanäle mit ihren Kollegen in anderen Einrichtungen aus. Die Anzahl der elektronischen Verschreibungen nahm zwischen 2011 und 2012 zum Beispiel um 43 Prozent ab.

Reife-Index „Vernetzte Gesundheit“ (2011-2012)

Während sich IT im deutschen Gesundheitswesen zunehmend durchsetzt, stagnierte die Nutzung von HIE zwischen 2011 und 2012.