Herausforderung

Neues Geschäftsfeld: Intelligentes Flächenmanagement

So geht Disruption im Zeitalter der Digitalisierung: Zwei Konzerne aus unterschiedlichen Bereichen realisieren gemeinsam einen Prototyp und eröffnen den Nutzern so ganz neue Möglichkeiten. Der Münchener Lichtspezialist OSRAM Licht AG, mit 4,1 Milliarden Euro Umsatz und rund 26.000 Mitarbeitern zum Jahresende 2017 ein weltweit führender Anbieter der Branche, hat sich dafür mit Accenture zusammengetan. Anhand eines Prototyps für eine Flächenmanagement-Lösung für Bürogebäude wollten sie das Potenzial des Internets der Dinge (IoT) zeigen.

Sinkende Sensorkosten, Internet der Dinge und Cloud-Technologien erlauben innovative Gebäudelösungen, die die Effizienz im Betrieb steigern und das Nutzer-Erlebnis verbessern. Kooperieren Partner branchenübergreifend, entstehen daraus eventuell sogar ganze neue Geschäftsmodelle. OSRAM brachte seine Kompetenz im Bereich intelligenter, bedarfsgerechter Lichtsteuerung und innovativen Auswertungsfunktionen ein. Accenture ließ Erfahrungen eines Teams für Connected Space einfließen, das global an IoT-Anwendungen für Gebäude forscht. Der gemeinsame Prototyp zeigt, wie sich im Flächenmanagement durch Kombination von vernetzter Beleuchtungstechnik und IoT-Plattformen neue Möglichkeiten eröffnen.

Strategie & Lösungsweg

Zwei starke Partner, ein innovatives Konzept

OSRAM hat die Technologie, um in Echtzeit die Daten zur Flächennutzung in einem Bürogebäude zu sammeln. Accenture verfügt über umfassende Analytics-Fähigkeiten in der Cloud sowie über umfangreiche Erfahrung in der Umsetzung von IoT-Anwendungen in Gebäuden. Wird beides kombiniert, entsteht daraus ein innovatives System zum intelligenten Flächenmanagement.

Vorhandene Technik als Basis neuer Dienstleistung

Die Sensoren für das Lichtmanagement von OSRAM liefern auch Infos zur Nutzung von Räumen und Bürotischen. Accenture ermittelt daraus Einsparpotenzial.

Cloud-Service löst das Problem der Schnittstellen

In der Cloud berechnen Analysetools Kennwerte zur Flächennutzung. Schnittstellenprobleme verhindert die IoT-Plattform Connected Platform as a Service.

Prototyp innerhalb von drei Monaten einsatzbereit

Durch schlanke Projektstrukturen lief der Prototyp nach drei Monaten. Anonymisierte Daten erlauben eine Auswertung der Nutzung auf Tischgruppen-Ebene.

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Vorhandene Technik als Basis neuer Dienstleistung

Bestehende Stärken kombinieren: OSRAM verfolgt die Strategie, künftig Menschen und Technologie mit Licht zu verbinden. Führend ist der Konzern unter anderem bei Systemen für die intelligente und bedarfsgerechte Lichtsteuerung sowie bei innovativen Auswertungsfunktionen. Bei Accenture wiederum erforscht ein globales Team für Connected Spaces die Umsetzungsmöglichkeiten von spezifischen IoT-Anwendungen in Gebäuden.

Daten sammeln und auswerten: Mit seiner Lichtmanagementlösung kann OSRAM das Lichtmanagement eines Gebäudes steuern, wobei alle Räume vernetzt und mit Sensoren ausgestattet sind. Das Sammeln und Senden der Nutzungsdaten erfolgt natürlich entsprechend den Bestimmungen für Datenschutz und Informationssicherheit. Accenture kann diese Informationen mit Analytics auswerten und wichtige Fragen beantworten, etwa: Sind manche Räume wenig ausgelastet? Könnten mehrere Mitarbeiter sich einen Schreibtisch teilen?

„Mit der zunehmenden Bedeutung komplexer Lichtlösungen rückt der Ausbau der Elektronik- und Softwarekompetenz stärker in den Mittelpunkt. OSRAM wird dabei auf seinem bereits vorhandenen Know-how, auch im Bereich Sensorik, aufbauen, um Gebäude und Städte in Zukunft noch smarter zu machen.“

– LENNART RUHL, Head of OSRAM Digital Systems – EMEA Light Management Systems & IoT

Transformation

Genauer Überblick über die Nutzungszeiten

Als Voraussetzung für ein optimiertes Flächenmanagement informiert der von OSRAM und Accenture entwickelte Prototyp darüber, welche Bürotische und -räume zu welchen Zeiten besetzt sind.

Smarte Gebäude sollten heutzutage smarte Arbeitsanforderungen erfüllen:

  • 55 % der Mitarbeiter gehören zur mobilen Belegschaft
  • Die durchschnittliche Auslastung von Büroräumen beträgt 50 %

 
 
 

Cloud-Service löst das Problem der Schnittstellen

Auslastung exakt ermitteln: Deckensensoren der Lichtmanagementlösung von OSRAM erfassen in bestimmten Abständen, ob Personen anwesend sind, und steuern die Beleuchtung. Für den Prototyp wurde sie um Sensoren unter Bürotischen sowie Personenzähler in der Decke ergänzt. Für Räume sowie Arbeitsplätze lässt sich so in absoluten Zahlen und kurzen Zeitabständen feststellen, wann sie von wie vielen Personen genutzt werden. Die auf Tischgruppen-Ebene anonymisierten Daten werten Accenture-Analysetools in der Cloud aus und machen Vorschläge zur effizienteren Nutzung oder wirtschaftlicheren Reinigung. Die Ergebnisse spezieller Algorithmen lassen sich in einer eigens programmierten Heatmap visualisieren. Verarbeitet werden die Daten mit Accenture Cpaas . CpaaS spricht quasi das Esperanto der IoT-Welt. So können von verschiedenen Sensoren in unterschiedlichen Protokollen gelieferte Daten ohne Schnittstellenprobleme zur Auswertung mit Analytics aufbereitet werden.

„Der Prototyp für intelligentes Flächenmanagement ist ein Paradebeispiel dafür, wie Industry X.0 einem Unternehmen den Weg zu neuen Geschäftsmodellen ebnen kann und sich die mit der Digitalisierung verbundenen Werteversprechen einlösen lassen.„

– WOLFGANG DECKER, Sales Lead – Accenture Industry X.0

Detaillierte Informationen durch Sensoren

Das Lichtmanagementsystem von OSRAM wird um weitere Sensoren sowie Personenzähler ergänzt und sendet alle erfassten Daten in die Cloud. Die Informationen zur Nutzung einzelner Räume und Bürotische werden dort daraufhin analysiert, wie sich das Gebäude als Ganzes sowie die einzelnen Arbeitsplätze besser auslasten ließen.

Prototyp ist innerhalb von drei Monaten einsatzbereit

Schnell das Projektziel erreichen: Für OSRAM ist die IoT-Weiterentwicklung der Lichtmanagement-Lösung von großer Bedeutung. Schlanke Projektstrukturen sowie fokussiertes Arbeiten im Team aus OSRAM- und Accenture-Experten waren die Basis dafür, dass sich der Prototyp für intelligentes Flächenmanagement innerhalb von drei Monaten in einem OSRAM-Gebäude realisieren ließ – von der Installation zusätzlicher Sensoren über die durchdachte Vernetzung des gesamten Systems und die Programmierung der Algorithmen bis zu Test und Inbetriebnahme.
Sorge um Datenschutz ernst nehmen: Ebenso wichtig wie die technische Umsetzung ist aber, die Beschäftigten und Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass eine Optimierung von Arbeitsstrukturen und Büroinfrastruktur nicht automatisch mehr Überwachung bedeutet. Deshalb fanden OSRAM und Accenture eine Methode, die alle Nutzungsdaten entsprechend der Anforderungen des Betriebsrats anonymisiert. Trotzdem erlaubt die Vereinbarung eine feine Datenauswertung für die Belegungsplanung.

„Durch schlanke Projektstrukturen und fokussiertes Arbeiten gelang es einem kleinen Team mit Experten von OSRAM und Accenture, innerhalb von nur drei Monaten aus der Idee einen gut funktionierenden Prototyp zu entwickeln.“

– OLIVER PAUS, Connected-Building-Experte und Projektleiter – Accenture

Keine Verletzung des Datenschutzes

Die Nutzungsdaten werden soweit anonymisiert, dass sie keine Rückschlüsse auf das Verhalten einzelner Mitarbeiter zulassen. Trotzdem liefert das innovative System zum Flächenmanagement so aussagekräftige Ergebnisse zur Auslastung von Räumen und Bürotischen, dass die Belegungsplanung optimiert werden kann.

Kosten lassen sich um ein Drittel senken

In zwei Stufen sparen: Die Kostensenkungen durch intelligentes Flächenmanagement sind hoch, weil gleich zwei Hebel genutzt werden können. In der ersten Stufe lässt sich mit dem Prototyp von OSRAM und Accenture die Anzahl der nicht regelmäßig genutzten Tische identifizieren. In der zweiten Stufe lassen sich jene Tische ermitteln, auf die durch Desk Sharing verzichtet werden könnte. Experten gehen davon aus, dass optimales Flächenmanagement auf diese Weise die Kosten um bis zu 25 Prozent im ersten Schritt und um weitere 15 Prozent im zweiten Schritt reduziert. Per Saldo sind also Einsparungen um gut ein Drittel im Bereich des Möglichen.
Weitere Effekte nutzen: Noch mehr Vorteile ergeben sich, wenn andere Funktionen beziehungsweise externe Dienstleister in das intelligente Flächenmanagement-System eingebunden werden – vom Buchungssystem zur Belegung der Konferenzräume bis zur Reinigungsfirma, die ihre Arbeit besser planen kann. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Prototyps, weil er Immobilienbesitzern und -nutzern einen klaren Business Case für smartes Flächenmanagement aufzeigt“, freut sich Philipp Hennen, Projektleiter bei OSRAM.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Prototyps, weil er Immobilienbesitzern und -nutzern einen klaren Business Case für smartes Flächenmanagement aufzeigt.“

– PHILIPP HENNEN, Projektleiter – OSRAM

Mit wenig Mühe zu hohen Kosteneinsparungen

Beim intelligenten Flächenmanagement werden zuerst die nicht regelmäßig genutzten Tische identifiziert und dann jene, auf die durch Desk Sharing verzichtet werden kann. So lassen sich die Ausgaben in diesem Bereich per Saldo bis zu einem Drittel reduzieren.

Flächenmanagement in Zahlen

Bis zu einem Drittel lassen sich die Ausgaben senken, wenn zuerst nicht regelmäßig belegte Bürotische ermittelt und anschließend die Potenziale des Desk Sharing genutzt werden.

Bis zu 25%

Kostensenkungen lassen sich durch das Identifizieren nicht regelmäßig genutzter Bürotische erzielen.

Bis zu 15%

Kostensenkungen kommen danach durch Ermitteln jener Tische hinzu, für die sich Desk Sharing anbietet.

3 Monate

reichten, um den Prototyp für intelligentes Flächenmanagement in einem OSRAM-Gebäude zu realisieren.

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