Die Rolle des Einkaufs in der Energiewirtschaft ist einer der Schlüssel zur Energiewende. Nicht nur in diesem wichtigen und asset-intensiven Industriezweig wurde der Einkauf als einer der wichtigsten Hebel identifiziert, um Investitionen in neue Technologien zu ermöglichen.

Während der Energiebedarf stagniert, fordert die Energiewende und das Erfüllen von Europas Klimazielen die Investitionen in neue und vor allem erneuerbare Energiequellen. Und nicht nur das: Auch die Investoren, Partner und Verbraucher signalisieren ihr Interesse an nachhaltigen Produkten.

Derweil verstärken neue Mitbewerber den Kampf auf dem Markt und erschaffen durch digitale Lösungen einen signifikant höheren Wertbeitrag.

Die Folgen für den Fachbereich „Procurement“ zeigen deutlich, dass es längst nicht mehr allein um Beschaffung und Einkauf geht.

Der Einkauf als Baustein für Profitabilität

Die Verantwortung und der Anspruch wachsen, durch wohldurchdachte Entscheidungen einen wichtigen Beitrag zur Profitabilität und zum Umsatz des Energieunternehmens zu leisten. Es ist nicht mehr allein ausschlaggebend, Angebote einzuholen und die administrativen Volumina im Blick zu haben. Wo kann der Einkauf ansetzen, um günstigere und bessere Qualität zu erhalten? Wo lassen sich die Prozesse verschlanken? Wo hilft mehr Transparenz, um besser zu werden?

Der Einkauf braucht das Verständnis, eine treibende Kraft bei strategischen Kostensenkungsprogrammen zu sein und durch Beschaffung, Bedarfsmanagement und Vertragsverhandlungen die Profitabilität des Unternehmens zu beeinflussen.

Der Einkauf als Baustein für Compliance und Nachhaltigkeit

Im Einkauf erfolgt zudem eine stärkere Ausrichtung an der Geschäftsstrategie sowie an den Unternehmenszielen und -vorgaben. Zugleich wird ein höherer Fokus auf Vertrauen und Nachhaltigkeit innerhalb der Lieferkette gelegt. Der Einkauf ist daher einer der wichtigsten Hüter und Antreiber der Compliance- und Nachhaltigkeitsagenda für das Unternehmen. Sie sorgsam zu beachten und voranzutreiben erhöht die Attraktivität des Unternehmens.

Der Einkauf als Baustein für Wachstum und Innovation

Fordernd und zugleich hilfreich: Neue digitale Technologien verändern die Art und Weise, wie gearbeitet wird und Informationen genutzt werden. Um innovative Produkte zu entwickeln und nachhaltig zu wachsen, braucht es das Verständnis für den Kunden. Dem Einkauf kommt hier die wichtige Aufgabe zu, mit den Verantwortlichen im Unternehmen und mit den Lieferanten während des Innovationsprozesses zusammenzuarbeiten und die Entwicklung von differenzierten Produkten und Dienstleistungen zu unterstützen.

Clustern der Themen schafft Struktur

Im Gespräch mit den Energieunternehmen zeigt sich zunehmend: Die digitale Herausforderung stellt eine der größten Hürden dar. Die Energieunternehmen sehen sich einer Flut von Möglichkeiten jenseits des Kerngeschäftes gegenüber, die es schwer macht, Akzeptanz im Unternehmen zu finden, um konkrete Fahrpläne zu erstellen und eine Struktur in die Ideen zu bringen, die frei im Raum herumschwirren.

Aus unserer Erfahrung zeigt sich, dass diese fünf Elemente der Schlüssel sind:

  1. Daten
  2. Technologie / Toolbox
  3. intuitive User Experience
  4. Fähigkeiten und Talente
  5. neue Verfahrensweisen und Betriebsmodelle.

Unzählige Themen, Chancen und Aufgaben verbergen sich dahinter – von Plattform-Ökonomie bis zur Robotik und Prozessautomatisierung, vom Digitalen Zwilling bis zur Cybersicherheit, vom Online-Handel bis zur Kommodifizierung.

Drei Schritte zum Zeit- und Maßnahmenplan

Wie können Energieunternehmen für und mit dem Einkauf diese Themen greifbar machen, strukturieren und eine Roadmap erstellen, die Schritt für Schritt erfolgreich zum Ziel führt?

Diese drei Schritte helfen auf dem Weg zum digitalen Einkauf:

  1. IDEATE. Das heißt: verstehen, was „digital“ ist, welche Konzepte Digitalisierung zum Leben erwecken und den Raum der bestehenden Möglichkeiten entdecken.
  2. ACCELERATE. Das heißt: das Bewusstsein für aufkommende Trends, Technik, Start-ups und ihre Entwicklungen schärfen und Verbindungen schaffen, die zukunftsweisend sind.
  3. INNOVATE. Das heißt: einen klaren „Nordstern“ entwickeln, um die Organisation auf ihrer digitalen Reise zu leiten.

Der Startaufwand ist überschaubar: Bereits in einem kurzen Tages-Workshop mit den Mitarbeitern können die drei Schritte angegangen werden, um eine Roadmap als Fahrplan zum digitalen Einkauf im Energieunternehmen zu entwickeln.

Wichtige Erfolgsfaktoren, die die Entwicklung dieser Roadmap deutlich beschleunigen, sind unter anderem die branchenrelevanten Beispiele und Erfahrungen, das Visualisieren und Eintauchen in bewährte Anwendungen, um Ideen greifbar zu machen, sowie die Identifizierung und Diagnose aktueller Kundenprobleme.

Welche dieser drei Schritte müssen Sie in Ihrem Energieunternehmen noch gehen? Wie sehen Ihre Mitarbeiter die Zukunft des digitalen Einkaufs?  

Jörg Sokoll

Senior Manager Versorgungswirtschaft | DACH

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