Autonom operierende, in durchdachte End-to-End-Prozesse integrierte Drohnen-Systeme nehmen Menschen nicht nur gefährliche Tätigkeiten ab, sondern beschleunigen durch künstliche Intelligenz (KI)-gestützte Datenanalyse auch die Entscheidungsfindung und sorgen so für mehr Effektivität und Effizienz bei niedrigeren Kosten.

Autonome Drohnen sind nach Robotern ein weiterer Schritt hin zu einer Hyperautomatisierung, die durch eine enge Kollaboration zwischen Menschen und Maschinen massiv die Arbeitswelt verändern wird. Und das auch mithilfe KI-gestützten Analysen, die zur besseren Vorbereitung von Entscheidungen beitragen. Das Verschmelzen der Kompetenzen und Fähigkeiten von Menschen und Maschinen schafft eine umfassende kollaborative Intelligenz, falls der Rahmen für eine funktionsübergreifende Zusammenarbeit optimal konzipiert ist.

Für die Inspektion hoher Gebäude und Anlagen sind Drohnen alternativlos

Der Drohnen-Einsatz rechnet sich, wenn Unternehmen einen schnellen Überblick über den Zustand ihrer Anlagen oder Infrastruktur brauchen. Aus der Luft lassen sich weitläufige und/oder verschachtelt bebaute Gelände leichter inspizieren als von einem klassischen Anlagenläufer, der lange Strecken und Umwege gehen muss. Nach einem Unfall helfen Drohnen zudem, rasch Verletzte aufzuspüren und zielgerichtet Hilfe zu schicken oder schnellstmöglich Schäden zu bestimmen. Alternativlos dürfte der Einsatz moderner Drohnen-Systeme künftig etwa zur Inspektion von Mobilfunkmasten, Stromleitungen, Windrädern, Brücken und generell hohen Strukturen sein. Dabei entlasten Drohnen die Menschen nicht nur von sehr gefährlicher Kletterei, sondern ermöglichen zugleich massive Kostensenkungen.

Mit modernster Sensortechnik ausgestattete Drohnen beherrschen viele Aufgabe

Mit jenen Fluggeräten, die Hobbypiloten bevorzugt im Sommer in die Luft schicken, haben die Industriedrohnen der Zukunft wenig zu tun. Diese lassen sich mit moderner Sensortechnik ausrüsten. Erste Drohnen fliegen auch völlig autonom, also ohne permanente Steuerung durch eine Person mit Blickkontakt. Der Flug außerhalb der Sichtweite bedeutet, dass sie selbständig entlang der Route navigieren, die für die Erledigung ihrer Aufgabe erforderlich ist. Bei Pannen können sie automatisiert landen und im Falle eines gravierenden technischen Defekts den eingebauten Fallschirm nutzen.

Einbindung von Drohnen in End-to-End-Prozesse steigert Effektivität und Effizienz

Richtig effektiv wird der Einsatz von Drohnen aber erst, wenn die autonomen Flieger in einen durchdachten End-to-End-Prozess eingebunden sind. Wie dies aussehen kann, demonstriert das Beispiel der Hamburger Hafen und Logistik AG. Die Konzerntochter HHLA Sky setzt ein innovatives Drohnen-System ein, das leicht skalierbar und deshalb für den Einsatz in Großanlagen geeignet ist. Eine Person kann vom Leitstand 100 Drohnen gleichzeitig kontrollieren. Die Einsatzplanung erfolgt bei HHLA Sky über eine Plattform von ServiceNow.

Künstliche Intelligenz unterstützt den Menschen bei der Suche nach Auffälligkeiten

Nach ihrer Rückkehr lädt die Drohne alle gesammelten Informationen in eine Datenplattform von Optelos, wo sie mithilfe KI unter dem Aspekt ausgewertet werden, wo Reparaturbedarf zu erkennen ist. Hier übernahm Accenture die reibungslose Integration der Hard- und Software für einen zielgerichteten Einsatz der KI, schuf die erforderlichen Schnittstellen, unterstützte beim Aufsetzen optimaler Prozesse und trainierte die KI so, dass sie Probleme zuverlässig erkennt.

In manchen Einsatzbereichen lassen sich die Kosten um bis zu 90 Prozent senken

Durch das HHLA-Sky-System mit seinen autonom fliegenden Drohnen sowie der integrierten KI-gestützten Datenauswertung hat sich der Zeitaufwand für die regelmäßig erforderliche Inspektion der Containerkräne im Hamburger Hafen reduziert. Kein Wunder, schließlich lässt sich mit der Drohne mancher Bildersatz in nur 15 Minuten schießen. Auch in anderen Einsatzbereichen zeigen sich erhebliche Fortschritte bei der Effektivität und Effizienz.

Die Einbindung in neue 5G-Netze macht Drohnen künftig noch leistungsfähiger

Und damit ist noch nicht Schluss. Im Accenture Industry X Innovation Center in Essen wird an der Zukunft der Industriedrohnen gearbeitet. Das Innovationszentrum auf dem Gelände des UNESCO-Welterbe Zeche und Kokerei Zollverein unterstützt Unternehmen der Prozessindustrien, Chemie- und Stahlbranche sowie Energiewirtschaft dabei, ihre Werke und Produktion zu vernetzen, smarte Produkte und Services zu entwickeln sowie Innovation im Kerngeschäft zu verankern. Dort wird erforscht, wie sich Drohnen in Unternehmen noch besser einsetzen lassen. Über das neue 5G-Mobilfunknetz könnten sie etwa viel mehr Echtzeit-Informationen an die Datenplattform senden. Das erleichtert die Sicherheitsüberwachung eines Geländes per kontinuierlichem Videofeed. Zum Beispiel könnte ein Operator entlang einer Bahnstrecke aus dem integrierten Drohnenleitstand dutzende stationierte Aufklärungsflieger überwachen. Nach den jüngsten Erfahrungen mit Sturmschäden sicher ein gutes Mittel, um schneller zum regulären Fahrplan zurückkehren zu können.

Weitere Links:

Autonom agierende Roboter werden zum Game Changer

Innovation Center Essen

Stefan Plogmann

Technischer Leiter – Industry X Innovation Center Essen

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