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December 07, 2017
Smarte Automatisierung
von: Robert Haber

Robotisierung und künstliche Intelligenz sind in aller Munde. Sie werden gleichzeitig als fundamentale “game changer” und als etwas unrealistische Spielereien gesehen.

Ob in abendlichen Talk-Shows oder in der Presse, überall ist etwas zu neuen Formen der Automatisierung, die das Arbeitsleben tiefgehend verändern werden, zu hören und zu lesen. Je nach Einschätzung, geht man von 30% bis 80% aller beruflichen Aktivitäten aus, die wegfallen könnten. Manche gehen weiter und überlegen, ob man diese neuen Roboter nicht besteuern sollte, denn wenn deutlich weniger Menschen arbeiten, werden auch deutlich weniger Steuern zahlen. Man sieht, das Thema ist noch ziemlich unreif und abstrakt, gleichzeitig etwas unheimlich.

Wenn es aber konkret werden soll, also wenn es darum geht, die Frage zu beantworten, wie ein Unternehmen JETZT davon profitieren kann, wird es oft als unnötig und unglaubwürdig abgetan. So hört man nicht selten, dass die Prozesse bereits so gut in den bestehenden Systemen automatisiert sind, dass nichts zu holen ist oder, dass man die zwangsläufige höhere Arbeitsqualität der Mitarbeiter nicht durch äußerst unsichere und unkontrollierbare Technologien ersetzen möchte.

Vielleicht hilft zur Orientierung eine kurze Begriffsdefinition. „Smarte Automatisierungen“ sind Automatisierungen von Abläufen, die sowohl in einem Back Office Kontext, also im Inneren der Unternehmen als auch im Front Office Kontext, also an den Außenschnittstellen des Unternehmens, sei es in Richtung Kunden oder Lieferanten, erfolgen können. Im Unterschied zu früheren Automatisierungen sind die „neuen“ normalerweise nicht in den bestehenden Systemen umgesetzt, sondern in dedizierten Technologien, die sich wie virtuelle Nutzer verhalten. Künstliche Intelligenz und lernende Systeme ermöglichen den Einsatz von virtuellen Robotern auch in bislang unbekannten Situationen. Es werden also Menschen nachgeahmt. So kann zum Beispiel ein eingehender Brief, gelesen, verstanden, einem vordefinierten Prozess zugeordnet werden und das Anliegen des Briefes gelöst sowie dem Briefabsender eine Rückmeldung gegeben werden. Voll automatisch. Oder ein Chatbot, hilft einem dabei einen Flugticketkauf oder einen Umzug beim Energieversorger durchzuführen. Bald werden auch Stimmen qualitativ so hochwertig sein, dass man sich ziemlich natürlich mit einem entsprechenden „Sprachbot“ austauschen kann (Alexa von Amazon zeigt, dass es schon geht, auch auf Deutsch, es geht aber noch sehr viel mehr).

Kurzum, viele gut strukturierte Aufgaben, können heute bereits automatisiert werden. Die Automatisierung von unstrukturierten Aufgaben werden nach und nach ermöglicht.

Warum ist das Thema denn heute „heiß“ und warum soll es jetzt wirklich wahr werden und nicht Science-Fiction bleiben?

Es erfolgt eine immense Demokratisierung der notwendigen Technologie. Google, Microsoft und zahlreiche Start-Ups stellen die notwendigen Module zu sehr geringen Preisen zur Verfügung. Somit kostet bspw. das lesen und verstehen eines Briefes ein paar Cents oder ein langer Dialog mit einem Chatbot höchstens einen Euro.

Was ist jetzt aber wirklich dran und wie geht man es an?

Wir haben im vergangenen Jahr zahlreiche Erfahrungen mit smarten Automatisierungen in der Energieversorgung gemacht. Erste Feststellung: Es funktioniert! Teilweise deutlich besser als erwartet. Insofern sind wir fest davon überzeugt, dass etwas dran ist bzw. dass das Potential enorm ist und uns die kommenden Jahre äußerst interessante Themenstellungen geben wird.

Es ist aber auch etwas, was man sehen muss. Es reicht nicht, es theoretisch auf Papier oder Powerpoint zu bestaunen, man muss es gesehen haben. Dann ist man nicht nur davon überzeugt, sondern entwickelt plötzlich eine nahezu grenzenlose Fantasie für Anwendungsbereiche. Und das Beste dabei ist, dass das „Sehen“ innerhalb von 4-6 Wochen erfolgen kann. Es ist ein kleines Unterfangen, keine hohe Hürde.

Wenn man es mal gesehen hat und wenn man Ideen hat, wie man es einsetzen kann, ist der technologische Schritt nicht besonders schwierig. Auch die notwendigen Investitionen amortisieren sich bei Robotic Process Automation zunächst unterjährig, eine Perspektive, die es kaum woanders noch gibt. Andere Automatisierungen hängen stark von der Nutzung, von der Adoption ab.

Deutlich schwieriger und zurzeit noch ungenügend betrachtet ist die professionelle Verankerung im Unternehmen sowie der Umgang mit Organisation, Betriebsmodell und Mitarbeiter. Denn spätestens da merkt man, es ist doch ein fundamentaler Wandel und keine utopische Spielerei. Aber auch da gibt es „Lösungen“, auch diese Erfahrung haben wir bereits gemacht.

Wir empfehlen, „Smarte Automatisierungen“ sofort anzugehen, es ist ein „no regret move“.

Zunächst mit einem kleinen Projekt, um es zu sehen, dann mit einer etwas breiter angelegten Roadmap, um zunächst die vorteilhaftesten Prozesse anzugehen und den darin enthaltenen Wert zu realisieren.

Im Anschluss, sollte eine Professionalisierung stattfinden, mit einer entsprechenden Verankerung im Unternehmen und einem dedizierten Betriebsmodell. Parallel dazu, gilt es, das Unternehmen auf diese Veränderung vorzubereiten und anzupassen.

Und schlussendlich, peu à peu, diese Automatisierungen in allen Bereichen ermöglichen.

Wir freuen uns, Sie durch „Smarte Automatisierung“ zu navigieren, es ist eine spannende Reise in die nahe Zukunft!

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