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PRESSE


Accenture-Umfrage: Vernetzung der Mitarbeiter in der Fabrik rückt in den Mittelpunkt

PRESSEMITTEILUNG

Zürich, 10. Mai 2016 – Investitionen in neue Technologien zur Vernetzung von Mitarbeitern und Maschinen, wie kollaborative Roboter, Wearables und künstliche Intelligenz, sind für Industrieausrüster und Unternehmen der Automobilindustrie heute fester Bestandteil ihrer Strategie zur Steigerung der Produktivität. Dennoch hapert es oft noch bei der Umsetzung ihrer Pläne, sodass sie die Vorteile neuer Technologien für die „Connected Industrial Workforce“ bisher nicht voll nutzen können. Dies ist das Ergebnis einer im Vorfeld der Hannover Messe veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Accenture.

  • Fertigungsunternehmen investieren über 240 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung von Lösungen für die Vernetzung von Mensch und Maschine bis 2020

  • US-Unternehmen wollen am stärksten in Forschung und Entwicklung von Lösungen für die Vernetzung von Mensch und Maschine investieren

  • Automobilindustrie ist Vorreiter bei kollaborativen Robotern, fahrerlosen Transportfahrzeugen und Augmented Reality

Die Umfrage „Machine Dreams: Making the Most of the Connected Industrial Workforce“ unter mehr als 500 Entscheidern in Asien, Europa und den USA, die in ihren Unternehmen für Vernetzung und Digitalisierung in der Produktion zuständig sind, belegt den raschen Wandel hin zu einer engen Verzahnung von Maschinen, künstlicher Intelligenz und den Mitarbeitern in der Fertigungsindustrie. So entsteht eine „Connected Industrial Workforce“, die in ihrer Arbeit von einer Kombination aus mobilen Technologien wie Wearables, Sicherheits- und Tracking-Technologien und Analytics unterstützt wird.

Die Studie zeigt, dass die Vernetzung der Mitarbeiter in der Fertigung bei der grossen Mehrheit (94 Prozent) der befragten Industrieausrüster und Fahrzeughersteller sowie deren Zulieferer bereits fester Bestandteil der Geschäftsstrategie ist. In den kommenden fünf Jahren planen die befragten Unternehmen rund ein Viertel der gesamten Forschungs- und Entwicklungsausgaben – also bis zu 243 Milliarden Schweizer Franken – in die Vernetzung von Mensch und Maschine zu investieren. Das ergäbe eine Investitionssumme in Höhe von 200 Milliarden Schweizer Franken für Unternehmen der Automobilindustrie und 43 Milliarden Schweizer Franken für Industrieausrüster.

„Intelligente Roboter übernehmen immer mehr Aufgaben in der Fabrik, doch der Mensch wird weiterhin im Mittelpunkt stehen. Die kollaborativen Roboter und mobilen Technologien unterstützen den Arbeiter bei seiner Tätigkeit, indem sie ihm stark repetitive oder gefährliche Aufgaben abnehmen und eine höhere Produktivität ermöglichen“, sagt Thomas D. Meyer, Country Managing Director von Accenture Schweiz. „Technik unterstützt die Mitarbeiter, ihre Arbeit effizienter zu verrichten und Abläufe zu verbessern, wird sie aber nicht ersetzen.“

Zögernd statt zupackend

Obwohl die befragten Fertigungsunternehmen klare Vorteile in der Vernetzung von Mensch und Maschine sehen, sind sie bei der Umsetzung von konkreten Projekten bisher zögerlich. So hat weniger als ein Viertel der Unternehmen (22 Prozent) bereits umfassende Lösungen für die Connected Industrial Workforce in der eigenen Fertigung implementiert. 85 Prozent der Studienteilnehmer sehen ihr Unternehmen beim Einsatz von digitalen Technologien nur als Mitläufer oder gar Nachzügler, jedoch nicht in einer führenden Position.

Einer der Stolpersteine auf dem Weg zur Connected Industrial Workforce ist die technische Umsetzung bei der Vernetzung von Mensch und Maschine. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) aller befragten Führungskräfte sehen in der fehlenden Datensicherheit ein mittleres oder grosses Risiko. 72 Prozent der Befragten stufen die Komplexität und die damit verbundenen Gefahren als mittleres oder grosses Risiko ein. Für sieben von zehn Entscheidern (70 Prozent) stellt der Mangel an ausreichend qualifizierten Mitarbeitern ein solches Risiko dar.

Mensch im Mittelpunkt

Die grosse Mehrheit (85 Prozent) der befragten Unternehmen ist der Ansicht, dass sich der Fokus in der Produktion zunehmend in Richtung Interaktion von Mensch und Maschine verschieben wird. In Zukunft werden kollaborative oder komplett autonome Maschinen und von Menschen angelernte Roboter den Mitarbeiter in der Fabrik unterstützen und so seine Effektivität steigern. Insbesondere fahrerlose Transportfahrzeuge – also mobile Roboter, die Materialien in der Fabrik oder der Lagerhalle hin und her bewegen – spielen hier eine wichtige Rolle. Bei den befragten Unternehmen fliessen mehr als die Hälfte der Investitionen bereits in solche Robotertechnologien. Zudem planen die Unternehmen in den nächsten fünf Jahren ihre Ausgaben für Roboter zu steigern, die Hand in Hand mit Menschen und ausserhalb von Käfigen arbeiten (Collaborative Robots, kurz Cobots). Hinzu kommen Investitionen in Augmented-Reality-Systeme wie Datenbrillen oder sogenannten Smart Helmets, also mit Minicomputern und Bildschirm ausgestattete Helme.

Um den Sicherheitsrisiken der Connected Industrial Workforce zu begegnen, investieren viele Unternehmen auch in den Ausbau ihrer bestehenden IT-Infrastruktur. Weiterhin haben 89 Prozent aller Unternehmen, die sich laut Studie zu den Vorreitern bei der Vernetzung von Mensch und Maschine zählen, bereits damit angefangen, gezielt Experten mit bisher nicht in der Belegschaft vorhandenen Qualifikationen einzustellen.

Vorreiter Automobilindustrie

Von den untersuchten Fertigungsunternehmen, die neue Technologien vor allem zur Steigerung der Produktivität einsetzen wollen, zeigen die Automobilhersteller und ihre Zulieferer das grösste Interesse an kollaborativen Robotern, fahrerlosen Transportfahrzeugen und Augmented-Reality-Geräten wie Datenbrillen oder Smart Helmets.

Bei einem Autohersteller mit einem jährlichen Umsatz von 55 Milliarden Schweizer Franken könnte die Vernetzung von Mensch und Maschine bis 2020 die Profitabilität um 550 Millionen Schweizer Franken steigern, so die Berechnung von Accenture. Davon entfallen 55 Millionen Schweizer Franken auf Forschung und Entwicklung, 460 Millionen Schweizer Franken auf die Fertigung und Logistik sowie weitere 33 Millionen Schweizer Franken auf Service und Kundendienst.

Die Studie zeigt auch Länderunterschiede bei den Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) rund um Technologien für die Vernetzung von Mensch und Maschine. So planen Unternehmen in den USA, 40 Prozent der gesamten F&E-Ausgaben in die Entwicklung von Lösungen für die Connected Industrial Workforce zu investieren. An zweiter Stelle folgen chinesische Unternehmen, die dafür 23 Prozent des F&E-Budgets zur Verfügung stellen. Unternehmen in Deutschland und Frankreich wollen hier jeweils 20 Prozent beziehungsweise 19 Prozent ihres F&E-Budgets investieren. Japanische Unternehmen planen von allen untersuchten Ländern mit nur 17 Prozent des Gesamtbudgets die geringsten F&E-Ausgaben für die Connected Industrial Workforce.

„Die Mensch-Maschine-Schnittstelle ist ein grosses Themenfeld der Industrie 4.0. Die Schweiz kann hier eine führende Rolle übernehmen, wenn es den Unternehmen gelingt, die Mitarbeiter in Fertigungsunternehmen auf die neuen Aufgaben einzustellen“, sagt Thomas D. Meyer. „Die Berufsbilder ändern sich, IT-Kompetenz und der Umgang mit digitalen Daten wird für viele Aufgaben in Produktion und Montage zum Muss.“

ÜBER DIE STUDIE

Accenture befragte für die Studie 512 Führungskräfte in Unternehmen in China, Frankreich, Deutschland, Japan und den USA. Die Teilnehmer wurden danach ausgewählt, ob sie in der Entwicklung und Umsetzung der Firmenstrategie rund um die Vernetzung von Mensch und Maschine eingebunden sind. Dazu gehören unter anderem Werksleiter, technische Leiter sowie Verantwortliche für Forschung und Entwicklung, Betriebsleiter und Personalverantwortliche sowie Vorstandsmitglieder. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer stammt aus dem Industrieanlagenbau, der Rest aus Automobil- und Baumaschinenindustrie. Die Interviews wurden im Dezember 2015 geführt. Die Studie “Machine Dreams: Making the Most of the Connected Industrial Workforce” ist online verfügbar unter: www.accenture.com/connectedworkforce.

ÜBER ACCENTURE

Accenture ist ein weltweit führendes Dienstleistungsunternehmen, das eine breite Palette von Services und Lösungen in den Bereichen Strategie, Consulting, Digital, Technologie und Operations anbietet. Mit umfassender Erfahrung und spezialisierten Fähigkeiten über mehr als 40 Branchen und alle Unternehmensfunktionen hinweg – gestützt auf das weltweit grösste Delivery-Netzwerk – arbeitet Accenture an der Schnittstelle von Business und Technologie, um Kunden dabei zu unterstützen, ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern und nachhaltigen Wert für ihre Stakeholder zu schaffen. Mit rund 373‘000 Mitarbeitern, die für Kunden in über 120 Ländern tätig sind, treibt Accenture Innovationen voran, um die Art und Weise, wie die Welt lebt und arbeitet, zu verbessern. Besuchen Sie uns unter www.accenture.ch

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