STUDIE

In Kürze

In Kürze

  • Nach Deutschland sind die USA der zweitwichtigste Zielmarkt für Österreich.
  • Trotz Covid-Pandemie ist der Warenhandel im Jahresverlauf äußerst stabil geblieben und nicht eingebrochen.
  • Wirtschaftsbeziehung mit hoher Relevanz für Schlüsselsektoren.
  • Österreichische Unternehmen haben erfolgreich in den USA Fuß gefasst.


Von den wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den USA und Österreich profitieren beide Seiten. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der American Chamber of Commerce in Austria (AmCham) erstellt.

USA – Handelspartner Nummer 2

Im Jahr 2019 haben österreichische Unternehmen Waren im Wert von über 10 Mrd. Euro in die USA exportiert, das entspricht einem Anteil von 6,6 Prozent aller österreichischen Exporte. Damit sind die USA hinter Deutschland der zweitwichtigste Zielmarkt für Österreich. Die steigende Handelsaktivität zwischen Österreich und den USA sowie die kontinuierlich gestiegenen Handelsanteile sind nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Abnahme des österreichischen Intra-EU-Handels von Bedeutung: Österreichs Wirtschaft internationalisiert sich zunehmend und erschließt immer mehr Fernmärkte – allen voran China und die USA.

Dargestellt sind die 10 wichtigsten Länder von welchen Österreich Waren importiert im Jahr 2019 nach Handelsvolumen in Mio. Euro sowie Anteile am Gesamthandel.

Abbildung 1: Top-10-Importländer für Österreich
Quelle: Statistik Austria, Accenture Research

Dargestellt sind die 10 wichtigsten Exportdestinationen der Warenausfuhren von Österreich im Jahr 2019 nach Handelsvolumen in Mio. Euro sowie Anteile am Gesamthandel.

Abbildung 2: Top-10-Exportländer für Österreich
Quelle: Statistik Austria, Accenture Research

Krisenresiliente Handelsbeziehung

Die überdurchschnittliche Bedeutung der USA zeigt sich auch in der Entwicklung der Warenexporte im vergangenen Jahrzehnt. Wurden im Jahr 2009 Waren im Wert von rund 4 Mrd. Euro in die USA exportiert, so waren es 2019 bereits über 10 Mrd. Euro. Dies entspricht einer Steigerung um das 2,5-Fache in nur zehn Jahren. Das durch die Covid-Pandemie schwierige vergangene Jahr zeigt allerdings auch die Resilienz der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Österreich: Der Warenhandel ist im Jahresverlauf äußerst stabil geblieben und nicht eingebrochen. Dies gilt für Exporte sowie für Importe und belegt die große Bedeutung der gehandelten Waren und Dienstleistungen für beide Volkswirtschaften.

Wirtschaftsbeziehung mit hoher Relevanz für Schlüsselsektoren

Der herausragende Anteil und die zunehmende Bedeutung im Handel mit Hochtechnologie-Gütern zeigen, dass sowohl in den USA als auch in Österreich Schlüsselsektoren vom Handel der beiden Länder profitieren. Österreich führt aktuell über 68 Prozent aller Exporte in die USA im Bereich von Hochtechnologie-Gütern aus, umgekehrt importiert Österreich Hochtechnologie-Güter von den USA sogar im Ausmaß von 80 Prozent aller Importe.

Anteile der Importe/ Exporte von Hochtechnologie-Gütern im Warenhandel mit den USA. Hochtechnologie-Güter umfassen u.a. Güter im Bereich der Elektrotechnik, Chemie, Maschinen, Kfz, Luftfahrt, Pharmazeutik, IKT oder Medizin.

Abbildung 3: Anteil Hochtechnologie-Güter im Warenhandel mit den USA
Quelle: Statistik Austria, Accenture Research

Somit profitieren beide Länder durch Lieferungen und Zulieferungen von hochwertschöpfenden Gütern im Bereich der Chemie, Elektrotechnik, Maschinen, Kfz, Luftfahrt, Pharmaindustrie, IT oder Medizin.

Über 120.000 Arbeitsplätze durch US-Unternehmen1 in Österreich

Der volkswirtschaftliche Beitrag der Top-50-US-Unternehmen in Österreich entspricht insgesamt 9,5 Mrd. Euro an Wertschöpfung oder einem Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von 2,5 Prozent. Damit sind über 120.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt2 auf diese US-Unternehmen in Österreich mit einer Steuerleistung von nahezu 5 Mrd. Euro zurückzuführen. Eine besonders große Bedeutung haben dabei US-Unternehmen im Bereich der Konsumgüter, der IT-Branche oder etwa dem Maschinenbau.

Branchenverteilung der 50 größten US-Unternehmen in Österreich nach Umsatzgröße für das Jahr 2019 in Mio. Euro. In Summe haben die 50 größten US-Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 15,5 Mrd. Euro generiert.

Abbildung 4: Umsatz der Top-50-US-Unternehmen in Österreich nach Branchen, 2019, in Mio. Euro
Quelle: Accenture Research

2 Mrd. Euro an Wertschöpfung durch IT-Unternehmen

Eine herausragende Bedeutung für die österreichische Wirtschaft kommen dabei US-Unternehmen aus dem IT-Sektor zu. Diese erwirtschaften jährlich insgesamt mehr als zwei Mrd. Euro an Wertschöpfung – wenn die Beschaffung bei Zulieferfirmen sowie der Verkauf in andere Sektoren hinzugerechnet werden. Dies entspricht in etwa 22.000 Jobs, welche durch IT-Firmen aus den USA mit Sitz in Österreich gesichert werden.

Österreichische Unternehmen haben erfolgreich in den USA Fuß gefasst

Der Umsatz der 50 umsatzstärksten österreichischen Unternehmen mit einem Firmensitz in den USA betrug 2019 bereits sechs Mrd. Euro – mit steigender Tendenz. Nicht mitgerechnet sind die Umsätze, die österreichische Unternehmen über Exporte in den USA generieren. Dies zeigt, dass sich heimische Firmen am US-Markt behaupten konnten und dieser an Bedeutung für sie zunimmt. Besonders erfolgreich sind dabei Unternehmen im Bereich Kfz und Kfz-Zulieferung (Umsatz 2019: 1,3 Mrd. Euro), im Maschinenbau (Umsatz 2019: 1,1 Mrd. Euro) sowie in der Metallerzeugung (Umsatz 2019: 900 Mio. Euro).

1 Top-50-US-Unternehmen mit Firmensitz in Österreich gemäß Umsatzanteil

2 Direkte und indirekte Effekte durch vor- und nachgelagerte Zulieferungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zur Berechnung der indirekten Wertschöpfungseffekte wurden (anteilsmäßig) die branchenspezifischen Wertschöpfungsmultiplikatoren aus der Input-/Output-Tabelle der Statistik Austria herangezogen.

Michael Zettel

Country Managing Director – Accenture Österreich

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