STUDIE

In Kürze

In Kürze

  • Durch die massiven Auswirkungen der COVID-19-Pandemie müssen Führungskräfte jetzt schnell handeln und ihre Lieferketten belastbarer machen.
  • Die fortdauernde humanitäre Notlage verlangt zudem sozialverträgliche Lieferkettenstrategien.
  • Accenture hat sieben Schritte identifiziert, die für Unternehmen jetzt Priorität haben sollten. Dazu gehören auch eine Reihe von Maßnahmen, mit denen sich Lieferketten neu ausrichten lassen.
  • Die Ziele sind klar: Die Gesellschaft dabei unterstützen, die COVID-19-Krise zu bewältigen und gleichzeitig zukunftsfähige Liefernetzwerke aufzubauen.


Extremer Härtetest für Lieferketten

Selten hat eine Krise die Lieferketten so massiv unterbrochen wie COVID-19. Führungskräfte müssen jetzt schnell handeln. Es gilt, Angestellte zu schützen und zu unterstützen sowie den Betrieb – eine Lebensader für Kunden und die Gesellschaft – aufrechtzuerhalten. Die dringlichste Aufgabe besteht darin, die Reaktions- und Widerstandsfähigkeit der Lieferketten zu verbessern.

Die aktuelle Krise zwingt aber auch die generellen Werte und Ziele von Unternehmen auf den Prüfstand. Es wird deutlich, wie wichtig Lieferketten auf humanitäter Ebene sind. Verbraucher, Investoren, Regierungen und die Gesellschaft werden die Unternehmen später daran messen, wie sie in diesen disruptiven Zeiten gehandelt haben.

Was ist zu tun? Unternehmen müssen ihre Lieferketten neu aufstellen und umgestalten, um sie krisensicher und sozialverträglicher zu machen. Damit helfen sie nicht nur der Gesellschaft dabei, die akuten Effekte der Krise zu bewältigen. Sie werden auch selbst langfristig robuster und richten sich stärker am Kunden aus. Und das sind spätestens dann entscheidende Vorteile, wenn sich die Wirtschaft erholt und neues Wachstum generiert.

Sieben Prioritäten für das Supply Chain Management

Wie aber lassen sich Lieferketten zugleich widerstandsfähiger und sozialverträglicher gestalten? Accenture empfiehlt Unternehmen, mit eigens geschaffener Kriseneinsatzzentrale folgende Prioritäten zu setzen:

1. Die gesamte Belegschaft schützen

Fördern Sie Gesundheit und Wohlergehen der Beschäftigten in Ihrer gesamten Lieferkette, einschließlich psychischer und emotionaler Belange sowie körperlicher Unversehrtheit.

2. Fähigkeiten anders nutzen

Prüfen Sie, wie Ihre Lieferketten die Gesellschaft dabei unterstützen können, die akuten Herausforderungen durch COVID-19 zu bewältigen.

3. Lokal denken

Finden Sie kreative Lösungen dafür, wie sich Ressourcen umverteilen lassen, um lokalen Gemeinschaften in Ihrer gesamten Lieferkette beizustehen.

4. Grundlegende Versorgung sichern

Machen Sie Ihre Lieferkette sicherer und stärken Sie so Ihre generelle Krisenfestigkeit. Unterstützen Sie gezielt jene Bereiche, deren Betrieb und/oder finanzielle Grundlage gefährdet sind.

5. Auf valider Datenbasis entscheiden

Nutzen Sie Datenanalysen, Automatisierungslösungen, digitale Plattformen und digitale Zwillinge, um Disruptionen und mögliche Reaktionen in Modellen durchzuspielen.

6. Lernen und weiterentwickeln

Eine solche Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder: Identifizieren Sie Schwachstellen Ihrer Lieferkette, ermitteln Sie deren Grundursachen und prüfen Sie mögliche Lösungen für mehr Stabilität.

7. Widerstandsfähiger werden

Planen Sie für die Zeit nach der Krise Investitionen in eine zentrale digitale Infrastruktur und in Datenanalysen. Diese sollten die zweckgerichteten und verantwortungsbewussten Maßnahmen, die Sie während der Pandemie entwickelt haben, beinhalten.

Alle anzeigen

1. Die gesamte Belegschaft schützen

Mitarbeiter des Betriebs und alle entlang der Lieferketten leiden derzeit an der ungewohnten, schnell veränderlichen und in vielen Fällen sehr belastenden Situation. Diese Menschen brauchen jetzt die Unterstützung Ihres Führungsteams, um gesund und produktiv zu bleiben. Accentures Empfehlungen:

  • Flexible Arbeitskultur aufbauen und Mitarbeiter für Bereiche mit hoher Nachfrage umschulen
  • Einen ausgewogenen Talentpool aus Mitarbeitern aufrechterhalten
  • Lösungen implementieren, mit denen sich die Zusammenarbeit zwischen Lieferanten, Mitarbeitern und Kunden agiler gestalten lässt
  • Gewährleisten, dass das Netzwerk sicher ist und neue Arbeitsweisen unterstützt

2. Fähigkeiten anders nutzen

Unternehmen können entscheidend dazu beitragen, dass die Welt die COVID-19-Krise bewältigt. Wenn sie richtig handeln, werden sowohl die Unternehmen selbst, als auch ihr gesellschaftliches Umfeld gestärkt aus der Krise hervorgehen. Accentures Empfehlungen:

  • Produktlinien vereinfachen und Planungen straffen, um Kapazitäten freizusetzen und ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage herzustellen
  • Verstehen, welche neuen Produkte und Dienstleistungen die Gesellschaft dringend benötigt, und kreativ mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten, um die neue Nachfrage zu decken
  • Bislang nicht genutzte Mittel oder neue Technologien für einen möglichen Einsatz gegen COVID-19 prüfen

3. Lokal denken

Unternehmen können Gesellschaften auf zwei Arten helfen: Direkt, indem sie akute Bedürfnisse rund um die Gesundheit abdecken. Und indirekt, indem sie die lokalen Gemeinschaften in ihrer Lieferkette unterstützen. Accentures Empfehlungen:

  • Den Anspruchsgruppen helfen, mit denen das Unternehmen direkt verbunden ist (Not leidende Kunden priorisieren, Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter spenden, zusätzlichen Bedarf an Arbeitskräften mit Mitarbeitern aus der Region decken)
  • Mitarbeiter, die gemeinnützig aktiv werden wollen, unterstützen (flexible Arbeitszeiten ermöglichen, Räumlichkeiten oder Ressourcen bereitstellen)

4. Grundlegende Versorgung sichern

Die Herausforderungen, die diese Pandemie mit sich bringt, machen deutlich: Unternehmen müssen die bekannten und unbekannten Risiken ihrer Lieferkette besser verstehen lernen. Dabei helfen zunehmend Modelle auf der Basis von vorausschauender Analysen und künstlicher Intelligenz. Accentures Empfehlungen:

  • Aufbau einer Kriseneinsatzzentrale, damit Risiken und blinde Flecken identifiziert und priorisiert werden
  • Risikomanagementkonzepte erweitern und Reaktionsprotokolle automatisieren
  • Ethisch handeln und kleineren Lieferanten treu bleiben, die möglicherweise finanziell angeschlagen sind

5. Auf valider Datenbasis entscheiden

Mit digitalen Plattformen, Datenanalysen und Automatisierungslösungen können Entscheider heute ihre gesamte Lieferkette schnell transparent aufstellen und entsprechend rasch und zuverlässig auf COVID-19 reagieren. Accentures Empfehlungen:

  • Kunden, Produkte, Regionen und/oder Kanäle priorisieren, um sicherzustellen, dass die Produkte jenen zur Verfügung stehen, die sie am dringendsten benötigen
  • Anlagen weiterhin optimal auslasten und Lagerbestände strategisch nutzen, um die veränderliche Nachfrage zu decken und den medizinischen Bedarf zu unterstützen
  • Mit digitalen Zwillingen präzise Simulationen durchführen und zielgerichtet reagieren

6. Lernen und weiterentwickeln

Diese Krise eröffnet Unternehmen die Chance, bisher verborgene Schwächen in ihren Lieferketten aufzudecken. Mit den richtigen Maßnahmen gehen sie gestärkt aus der Krise hervor. Accentures Empfehlungen:

  • Grundursachen und mögliche Fehlerquellen verstehen, um herauszufinden, an welchen Stellen sich die Lieferkette nachhaltig verbessern lässt
  • Die Organisation auf gemeinsame Ziele ausrichten und den Fokus klar auf den Endkunden legen
  • Prüfen, wie sich mittels Datenanalysen schneller bessere Entscheidungen treffen lassen

7. Widerstandsfähiger werden

Wenn die akute Notlage vorüber ist und die Wirtschaft sich erholt, bietet sich Unternehmen die einmalige Gelegenheit, ihre Lieferketten intelligent wiederaufzubauen. Im Vordergrund stehen dabei Agilität, Widerstandsfähigkeit, soziale Verantwortung und die Bedürfnisse der Menschen. Accentures Empfehlungen:

  • Klar am Kunden orientieren, denn kundenzentrische Strategien werden das Wachstum nach der Krise ankurbeln – mikrosegmentierte Lieferketten sorgen hier für mehr Agilität und Reaktionsfähigkeit
  • Eine Zero-Based-Mentalität entwickeln, um die kurzfristige Liquidität zu erhöhen sowie Kosten und Ressourcen intelligent zu verwalten
  • Das Vertrauen der Kunden stärken durch eine Strategie der Nachhaltigkeit, der sozialen Verantwortung und der radikalen Transparenz

Lieferketten widerstandsfähig und verantwortungsbewusst gestalten

Die sieben Prioritäten und die entsprechenden Praxismaßnahmen helfen Unternehmen, bei plötzlichen Disruptionen maximal effektiv zu reagieren. Das Hauptziel besteht darin, die Organisation zukunftssicher auszurichten – mit einer agilen, reaktionsschnellen und widerstandsfähigen Lieferkette. Zugleich gilt es jedoch, diese Maßnahmen unbedingt zu ergänzen – um zweckgerichtete, verantwortungsvolle Reaktionsprotokolle und Lieferkettenstrategien. Diese Kombination aus Belastbarkeit und Verantwortung hilft der Welt dabei, die Herausforderungen von COVID-19 zu meistern – und legt zugleich das Fundament für Wettbewerbsvorteile und Wachstum.

Wer heute die Weichen richtig stellt und sich dabei seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist, dem gehört die Zukunft.

Kontaktieren Sie uns

ABONNEMENT-CENTER
Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden