Der Wettbewerb in der Medienindustrie verschärft sich zunehmend. Eine Vielzahl von externen Einflüssen, neue Marktteilnehmer sowie der aggressive Konkurrenzkampf innerhalb der Branche erfordern eine Neuausrichtung existierender Wettbewerbsstrategien und die Entwicklung zukunftweisender Geschäftsmodelle. Dabei sind neue Technologien und die immer volatiler werdenden Kundenbedürfnisse die entscheidenden Treiber. Dieses Spannungsfeld steht auch im Mittelpunkt der Accenture-Präsenz auf den morgen beginnenden „Medientagen“, dem jährlichen Branchen-Gipfel in München.
Sinkende Werbeeinnahmen, eine Flut neuer, oft kurzlebiger Formate, zunehmend wechselbereite Konsumenten, sowie neue Konkurrenz in Form von Telekommunikationsunternehmen und den Herstellern von Unterhaltungselektronik bestimmen die Agenda der Medienunternehmen. Die Herausforderungen sind ebenso zahlreich wie mehrdimensional. Vor wenigen Jahren noch strebten Medienkonzerne danach, sämtliche Teile der Wertschöpfungskette zu besitzen. Verlage , Produktionsgesellschaften, Filmstudios, New Media, Pay- und Free-TV-Sender, alle Sparten wollten die Unternehmen unter einem Dach haben und Synergien schöpfen. Doch mangels Umsetzungserfolgs verordnen sich einige Branchengrößen derzeit eine Verschlankungskur, während andere erneut kräftig zukaufen. Wohin treibt die Medienindustrie? Wie sehen erfolgreiche Unternehmenskonzepte in der nächsten Marktphase aus?
Strategien der vertikalen und horizontalen Integration durch gezielte Unternehmenszukäufe, die Distribution ein und desselben Inhaltes über unterschiedliche Medienformen („one content – all media“) und eine filigrane, auf spezielle Interessen zugeschnittene Produktion von Inhalten sind einige konkrete Ansätze, mit denen etablierte Unternehmen ihre Stellung am Markt zu behaupten versuchen. Der Trend: Einst klassisch aufgestellte Medienunternehmen des Print- oder elektronischen Bereichs entwickeln sich immer stärker in Richtung multi-medialer Serviceanbieter.
Darüber hinaus lassen sich auf einer abstrakteren Ebene dabei insbesondere zwei zentrale Erfolgsfaktoren identifizieren:
- Kundenwissen
Die Akzeptanz eines Formates bei den Konsumenten stellt die essentielle Größe in der medialen Wertschöpfungskette dar. Erst das differenzierte Wissen um die Bedürfnisse, Anforderungen und Interessen der Kunden ermöglicht die Gestaltung von Formaten und Inhalten, die entsprechenden Absatz generieren. Denn nur, wer seine potenziellen Abnehmer kennt, kann beispielsweise den Werbetreibenden hochwertige, interessante Kontakte vermitteln und sich entweder diese Vermittlung mit entsprechenden Preisen vergüten lassen oder selbst mit maßgeschneiderten, kostenpflichtigen Angeboten an die Kunden herantreten.
- Technologie
Die Rolle von Medienunternehmen besteht nicht in der Erfindung neuer Technologien, sondern in deren Implementierung und effektiven Nutzung. Dazu sind entsprechendes Know-how basierend auf einer ganzheitlichen und leistungsfähigen IT-Infrastruktur notwendig. Unter dem Begriff Technologie werden hierbei nicht nur neue Wege zum Kunden, sondern in - umgekehrter Richtung - auch Instrumente zur zeitnahen und detaillierten Erfassung und Analyse des Kundenverhaltens auf Basis der gesammelten Kundendaten verstanden.