Zürich, 16. Oktober 2006 – Die Automobilbranche hat es vorgemacht, jetzt ziehen die Dienstleister und mit ihnen die Versicherungsbranche nach. 92 Prozent der euro¬päischen Assekuranzen räumen laut einer Umfrage des Management-, Techno¬logie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture der Industrialisierung ihres Ge¬schäfts höchste Priorität ein, um auf diese Weise ihre internen Geschäftsprozesse kostengünstiger zu gestalten und den Service für Ihre Kunden zu verbessern.
Die Automobilbranche mit ihren standardisierten Prozess- und Produktions-Plattformen gilt als Modell für die „Industrialisierung“ des Dienstleistungs¬sektors. Die Versicherungen erwarten von einer Industrialisierung ihres Geschäftes vor allem geringere Kosten (50 Prozent), eine höhere Service¬qualität (25 Prozent) und ein besseres Risikomanagement (20 Pro¬zent).
„Nahezu alle führenden europäischen Versicherungen beschäftigen sich intensiv mit Thema Industriali¬sierung“, sagt Guido Scherer, Partner Financial Services bei Accenture. „Die Automatisierung von Back-Office-Prozessen wie etwa im Rechnungswesen und in der Personalverwaltung sowie von Front-Office-Prozessen wie der Risikoprüfung, der Policenverwaltung und Schadenregulierung wird die Prozess¬landschaft in den Unternehmen rasch verändern.“
Zwei Drittel der befragten Versicherungsmanager (66 Prozent) gehen davon aus, dass ihr Front-Office in drei Jahren weitgehend industrialisiert sein wird. Heute ist dies nur bei knapp einem Viertel (23 Prozent) der Fall. Nach Angaben von mehr als 80 Prozent der Teil¬neh¬mer laufen die Back-Office-Prozesse, wie etwa Finanzprozesse, heute bereits überwiegend automatisch. Nur noch ein geringer Teil wird manuell betrieben. Sechs der zehn am stärksten automa¬tisierten Prozesse finden sich im Back-Office.
Nach Ansicht der befragten Manager wird sich die Anzahl der Versicherungen, die Kernprozesse - wie etwa die Policenverwaltung oder das Prämien¬inkasso – im Rahmen von Co-Sourcing- oder Business Process Outsouring-Modellen abwickeln , in den nächsten drei Jahren von derzeit 11 auf 33 Prozent verdreifachen. Die heute in punkto Industrialisierung am weitesten fortgeschrittenen Versicherungen lagern z. B. Schadenregulierungsprozesse dreimal häufiger aus oder wickeln sie durch Kooperationen ab als eine durchschnittlich industrialisierte Versicherung (22 Prozent gegenüber 8 Prozent). Etwas Ähnliches gilt auch für das Prämieninkasso (25 Prozent gegen¬über 8 Prozent).
„Nachdem in den vergangenen Jahren der Automatisierungsgrad im Back-Office-Be¬reich signifikant gestiegen ist, erleben wir nun auch die Industrialisierung zentraler Front-Office-Funktionen“, sagt Guido Scherer. „Die Vorreiter in diesem Bereich erreichen einen höheren Grad an Standardisierung ihrer Geschäftsprozesse und Produkte und zeichnen sich zudem durch die Nutzung alternativer Sourcing-Strategien, wie etwa Co- oder Outsourcing aus.“
Zur Studie:
Für die Studie wurden Top-Manager in 30 der 100 führenden europäischen Leben- und Nichtleben-Versicherungen befragt. Die Interviewten sind ausschliesslich auf Verwaltungsrats- und Geschäftsleitungsebene tätig. Die Interviews fanden zwischen Mai und Juli 2006 statt.
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