Doch Aldi & Co. holen auf. Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass fast ein Drittel der Befragten heute vermehrt zu den Discountern geht als noch vor drei Jahren. Als Gegentrend zeichnet sich ein Wachstum bei Bio, Fairtrade und Regionalität ab. 85 Prozent der Konsumenten benutzen für den Einkauf eine Kundenkarte.
Die neuste Umfrage von GS1 Schweiz und Accenture zeigt das aktuelle Konsumverhalten der Schweizer Haushalte. Hinsichtlich der Einkaufsentscheidung legen die Konsumenten besonderen Wert auf Frischeangebot, gute Erreichbarkeit der Händler und regionale Produkte. 88 Prozent der Kunden kaufen mehrheitlich bei den Grossverteilern wie Migros oder Coop ein. Und fast alle zücken beim täglichen Einkauf ihre Kundenkarte. 85 Prozent der Befragten sind im Besitz einer Rabattkarte – wobei sich Coop mit einem Anteil von 87 Prozent leicht von Migros (82 Prozent) distanzieren kann. Dirk Dreisbach, Leiter des Geschäftsbereichs Retail & Consumer Markt bei Accenture, bemerkt: „Der Vorsprung von Coop ist eindrücklich. Trotz geringerem Marktanteil konnte Coop eine stärkere Bindung zu ihren Kunden aufbauen."
Was zählt sind Frische und Erreichbarkeit
Sowohl für Frauen wie auch für Männer ist die Frische der Produkte, gefolgt von der guten Erreichbarkeit der Einkaufsstätte von grosser Wichtigkeit. Der Preis dagegen ist bei Frauen nicht unter den Top5 Entscheidungskriterien, wogegen Männer günstige Preise als drittwichtigstes Einkaufsmerkmal nennen. Frauen schauen stärker auf die Umweltverträglichkeit sowie auf Produkte aus fairem Handel – bei Männern waren diese Kriterien nicht unter den Top5 Entscheidungsmerkmalen. Valentin Wepfer von GS1 ergänzt: „bei Ökologie, Fairtrade und Nachhaltigkeit sind Handel und Industrie gefordert, die ‚guten Taten' auszubauen und entsprechend zu kommunizieren. „
Öfter mal zu Aldi & Co.
Entsprechend der hohen Sensibilität für preisgünstige Produkte kaufen Männer öfters mal beim Discounter ein. Rund 30 Prozent der männlichen Konsumenten kaufen heute häufiger bei Aldi und Co. ein als noch vor drei Jahren. Auch Frauen werfen ein kritisches Auge auf die Preise: Knapp ein Viertel der Einkäuferinnen geht heute häufiger in die Discounter als noch vor drei Jahren. In den Discountern sind alle Einkommensschichten vertreten – wobei die Konsumenten mit tieferen Einkommen (unter CHF 4'500) rund 10 Prozent vermehrt bei Aldi und Denner einkaufen gehen als die „Besserverdienenden" mit einem Einkommen über CHF 9'000.
Online-Shopping bei gut Verdienenden beliebt
Zwar besitzen annähernd 84 Prozent der Befragten einen Internetzugang, doch über das Internet eingekauft haben nur knapp 30 Prozent. eCommerce ist keine reine Männer-Domäne. Über 80 Prozent der Frauen haben Zugriff und nutzen das Worldwideweb: Ein Viertel hat schon einmal online eingekauft. Das Kundensegment mit den höchsten Online-Einkäufen gehört aber klar den Konsumenten mit hohem Einkommen (über CHF 9'000). Sie haben in 43,6 Prozent der Fälle schon mal im Internet eingekauft.
Zur Studie
Im Rahmen der Umfrage wurden 1001 Konsumentinnen (503) und Konsumenten (498) befragt. Die Struktur der Befragten stellt ein repräsentativer Durchschnitt der Schweizer Bevölkerung dar. Die Studie wurde im November 2007 erhoben.