Wien, 2. August 2007 – 36 Prozent der Top-Manager sehen die Globalisierung der Märkte als größte Herausforderung für ihr Unternehmen. Eine aktuelle Studie des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture zeigt, dass 22 Prozent der befragten Führungskräfte der Auffassung sind, dass ihr Unternehmen schlecht für die Globalisierung gerüstet sei. Gleichzeitig geben 60 Prozent an, dass ihre Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden während der letzten fünf Jahre globaler geworden sind.
Topmanager sind sich einig, dass die Beibehaltung einer gemeinsamen Unternehmenskultur (49 Prozent) im Zuge der Globalisierung die größte Hürde darstellt. Auch das Verständnis für lokale Auftraggeber (44 Prozent) und die Möglichkeit, entlegene Kunden effektiv zu betreuen (41 Prozent) werden als schwierig beurteilt.
Neue Märkte auf der Überholspur
Länder wie China, Indien oder auch Brasilien sind auf der Überholspur und erzielen bereits 49 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. „Es entsteht ein komplett neuer Markt – die „multi-polare" Welt. Viele Unternehmen befürchten, dass sie mit diesem Tempo nicht mithalten können", erklärt Mag. Klaus Malle, Country Managing Director bei Accenture in Österreich. Vor allem Japan (33 Prozent) und China (48 Prozent) zweifeln, ob sie sich an einen globalen Markt anpassen können.
High Performance durch klare Marktpositionierung
„High Performer brauchen eine klare Markt-Positionierung – geografische Grenzen werden immer unwichtiger. Daher müssen sich Unternehmen in Zukunft nach Wertschöpfung und nicht mehr nach geografischen Gesichtspunkten ausrichten", unterstreicht Malle. Durch die steigende Komplexität der im Entstehen begriffenen riesigen Konzerne sei es wichtig, eine einfache Organisationsstruktur zu behalten, während man sich nach außen stark differenziere. „Erfolgreiche Unternehmen werden sich in Zukunft durch eine ausgeprägte Unternehmenskultur, gelebte Core Values und eine diversifizierte Führungsmannschaft auszeichnen", erläutert Malle.
Globalisierungs-Trends: China und Indien auf der Überholspur
Die Accenture-Studie „multi-polare" Welt hat fünf Globalisierungs-Trends identifiziert:
- Es wird ein globaler Talente-Pool entstehen, denn 40 Prozent der Unternehmen rekrutieren ihre Mitarbeiter bereits jetzt in „neuen" Märkten wie China oder Indien.
- Der Kapitalmarkt ist Veränderungen unterworfen. Investitionen von aufstrebenden Ländern haben ebenso zugenommen wie Kapitalströme in diese Länder.
- Durch die wachsende Kaufkraft der osteuropäischen und lateinamerikanischen Länder sowie durch zunehmende Liberalisierungen entstehen neue Märkte für Konsumgüter. Dadurch wird der Kampf um die Ressourcen massiv verstärkt.
- Im Bereich der Forschung und Entwicklung ist ein deutlicher Konkurrenzdruck zu erkennen, denn die neuen Mitbewerber wandeln sich von Imitatoren zu Innovatoren.
Zur Studie:
Für die Studie „Multi-Polar World" wurden 919 Telefoninterviews mit CEOs, CIOs, CFOs, COOs, Marketing- und HR-Verantwortlichen in US, UK, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Japan, China und Indien durchgeführt. Die Befragten repräsentieren einen Querschnitt aller Industrien und des öffentlichen Sektors.