Frankfurt, 15. Februar 2005 - Mit dem Optimismus nimmt auch die Konkurrenz im internationalen "War for talents" zu. Doch Deutschland hinkt der Entwicklung hinterher: Es besteht nur geringe Bereitschaft, die entsprechend notwendigen Investitionen in die Personalentwicklung (Human Resources) zu tätigen. Das wirkt als Wachstumsbremse. Wer sein Personal nicht fit macht für den Wettbewerb, verpasst den Aufschwung.
"Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital." Dieser Satz steht zwar in fast jeder Firmenpräsentation, doch in der Realität deutscher Unternehmen ist davon nur wenig zu spüren. Zwar kommt die heute veröffentlichte "High Performance Workforce"-Studie des Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture zu dem Ergebnis, dass rund 40 Prozent der Unternehmen im nächsten Jahr wieder auf Wachstum setzen und weniger sparen wollen. Doch zeigt sie auch, dass viele Unternehmen für die neue Wettbewerbsrunde nur unzureichend gerüstet sind.
"Die meisten Firmen haben sich zuletzt stark auf die Reduktion ihrer Kosten konzentriert. Nun zeigt sich, dass insbesondere die Bereiche Personalwesen und Weiterbildung nicht wettbewerbsfähig sind", sagt Norbert Büning, Geschäftsführer im Bereich Human Performance bei Accenture. Seine Schlussfolgerung: "Um ihre Wettbewerbsposition weiter zu stärken, müssen Unternehmen ihre strategischen Unternehmensziele auch intern besser kommunizieren." Die Aussagen von 244 internationalen Führungskräften geben ihm Recht: Nur jeder Fünfte geht davon aus, dass sich die Belegschaft der strategischen Unternehmensziele im Großen und Ganzen bewusst ist; in Deutschland sogar nur knapp jeder Zehnte.
Diese negative Einschätzung des eigenen Personals hat vor allem strukturelle Ursachen. Die Accenture-Studie zeigt, dass der mangelhafte Informationsstand der Mitarbeiter eine deutliche Konsequenz unzureichender Human Resources (HR)-Strukturen ist. Während zwei Drittel der Befragten die Bedeutung von HR hinsichtlich Produktivitätsentwicklung, Anpassungsfähigkeit und Change-Management betonen, gaben lediglich 12 Prozent an, mit den dort erzielten Ergebnissen sehr zufrieden zu sein. Ähnlich fällt die Bewertung von Trainingsinitiativen aus: Die Bedeutung der Verknüpfung von Lernstrategien und -inhalten mit Unternehmenszielen wird zwar bejaht, doch nur 16 Prozent verliehen ihren eigenen Programmen das Prädikat "sehr gut".
Noch immer gilt der Personalbereich hierzulande als bloßes Anhängsel moderner Unternehmensführung und nicht als zentraler Bestandteil der Wertschöpfung. "Das ist fatal", so Büning. "Insbesondere in weniger dynamischen Zeiten kommt der Aufschwung nicht von selbst. Mit der Unterstützung professioneller Partner kann jedoch viel dafür getan werden, ihm gezielt entgegenzugehen." Und auch dies hat die Studie belegt: Unternehmen, die ihre HR- und Trainingsprogramme teilweise oder ganz in die Hände professioneller Dienstleister gelegt haben, erzielen weitaus bessere Ergebnisse. Insbesondere der Einsatz moderner Informationstechnologie sowie die Entwicklung von Mechanismen zur Messung von HR- und Trainingsresultaten wirken sich dabei positiv auf das Unternehmenswachstum aus.
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