Die weltweiten Ausgaben für Reisen und Tourismus werden in diesem Jahr 5,4 Billionen Euro übersteigen und in den kommenden zehn Jahren auf mehr als 9,9 Billionen Euro klettern. Das geht aus der aktuellen Studie „2007 Travel & Tourism Satellite Accounting Research" hervor, die das World Travel & Tourism Council (WTTC) in Zusammenarbeit mit dem Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture erstellt hat. Die Prognose für 2007 zeigt überall konsolidiertes Wachstum. Im Gegensatz zur abgeflachten Kurve in 2006 ist 2007 ein Jahr reiferen Wachstums. Die Branche „Reisen und Tourismus" wird laut dieser Erhebung eine jährliche Steigerungsrate von 3,9 Prozent haben. Die Vorhersage geht kurz- und mittelfristig von reifem, aber beständigem Wachstum des globalen Reise- und Tourismus-Marktes aus – durchschnittlich zwischen 2008 und 2017 von 4,3 Prozent jährlich. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economic Forecasting (OEF).
USA ist Spitzenreiter, China holt auf
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die größten Reise- und Tourismus-Volkswirtschaften der Welt stabil in der Liste der gegenwärtigen Top-10 behaupten. Die USA belegen in diesem Jahr erneut den Spitzenplatz mit einer Nachfrage von 1,3 Billionen Euro im Bereich Reisen und Tourismus. In den kommenden zehn Jahren wird China beachtlich Boden gut machen. Das Land steht augenblicklich an vierter Position hinter den USA, Japan und Deutschland; die Studie sieht China bis zum Jahr 2017 auf Platz zwei hinter den USA. Dieses Wachstum wird von einem realen prozentualen Wachstum von 9,1 Prozent in den kommenden zehn Jahren getrieben. Auf den Plätzen fünf bis zehn folgen Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Kanada und Mexiko. Aufholen wird die Russische Föderation, die bis zum Jahr 2017 Einzug in die Liste der Top-10-Nationen mit der größten Nachfrage halten wird.
Montenegro wieder Spitzenreiter
Die Besten der Besten - definiert als die Länder mit dem weltweit größten vorausgesagten Wachstum in den nächsten zehn Jahren – werden laut WTTC – wie schon 2006 - angeführt von Montenegro, China und Indien mit respektablen Wachstumsraten von 10,1, 9,1 beziehungsweise 7,9 Prozent. Diese Länder waren auch in den vergangenen vier Jahren auf den ersten drei Plätzen mit konsequentem Wachstum zu finden. Dieses Wachstum der Reise- und Tourismus-Industrie in diesen Ländern ist das Ergebnis strategischer Entwicklungsmaßnahmen und gezielter Investitionen. Hinter den drei Spitzenreitern folgen Kroatien, Kongo, Vietnam, Rumänien, Namibia, Hong Kong und Tschad. Die afrikanischen Länder wie Kongo oder Tschad konnten sich durch starke Erholung ihrer Wirtschaft und deren Reise- und Tourismus-Aktivitäten auf ihren Plätzen behaupten.
Österreich verzeichnet hohe Ausgaben und Einnahmen im Tourismus-Bereich
Österreich belegt beim Ranking der Länder, die 2007 am meisten für private Reisen und Tourismus ausgeben werden, mit 17,6 Prozent (des gesamten privaten Konsums)– wie bereits im Vorjahr - den 8. Rang. Bis 2017 wird Österreich in diesem Ranking auf Platz 9 zurückrutschen, weil sich Papua Neuguinea dazwischen drängt, prognostiziert die Studie. Ein weiterer Spitzenplatz wurde durch die Exporte der ausländischen Gäste erzielt. Mit Einnahmen im Wert von 16,8 Milliarden Euro liegt Österreich im internationalen Vergleich an 9. Stelle – das Ranking wird von den USA vor Spanien und Frankreich angeführt.
Erfolg durch individualisiertes Angebot
„Von dem prognostizierten Wachstum werden diejenigen Touristik-Unternehmen profitieren, denen eine ausgewogene Balance aus Kostenführerschaft und Innovation gelingt", sagt Guido Haarmann, Partner im Bereich Travel & Transportation bei Accenture. „Touristische Produkte sind zu oft Massenware und unterscheiden sich kaum voneinander. Nur diejenigen Unternehmen, die es schaffen, Urlaub auf den Leib zu schneidern, werden erfolgreich - nicht die, die lediglich Kosten reduzieren. Von besonderer Bedeutung ist es, „just in time" zu produzieren – erst und genau dann, wenn der Bedarf beim Reisenden entsteht. Denn der Kunde von morgen verlangt nach individualisierten Lösungen und nicht nach Standard-Produkten. Voraussetzung für die erfolgreiche Beziehung zum touristischen Endkunden ist das meisterhafte Spiel auf der Klaviatur der Distributionskanäle."
Die Studie „2007 Travel & Tourism Satellite Accounting Research" steht unter www.wttc.travel zum Download bereit.