Die meisten Menschen sind durchaus bereit einen hohen Preis für ihre eigene Gesundheit zu bezahlen. Der boomende Wellness- und Fitnessmarkt ist ein guter Beweis dafür. Auf der anderen Seite werden unzählige Debatten über die Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge geführt und die Bürger weigern sich noch mehr für die staatliche Gesundheitsvorsorge zu bezahlen.
Privat versus Staatlich
Wie lässt sich dieser Widerspruch erklären? Warum lehnen es die Kunden ab das staatliche Gesundheitssystem zu finanzieren, geben aber viel Geld für den privaten Vorsorgebereich aus? Ein wichtiges Argument ist sicherlich, dass die Konsumenten selbst entscheiden wollen in welche Gesundheitsaktivitäten sie investieren.
Außerdem empfinden viele Menschen unser Gesundheitssystem als wenig effizient und wenig patientenorientiert. Die Behandlung in den Krankenhäusern erklärt den Unmut der Patienten ohne private Zusatzversicherung.
Die Konsumenten wollen ihre Gesundheitsaktivitäten nach Kriterien der Effizienz und Leistungsstärke selbst auswählen. Die Diskussionen über steigende Beiträge bei sinkendem Leistungsportfolio verstärken den Wunsch nach privater Vorsorge zusätzlich.
Umdenkungsprozess muss einsetzen
Das Gesundheitssystem sollte nach modernisierten Leitlinien umstrukturiert werden, damit neues Vertrauen aufgebaut werden kann. Die Behandlungen müssen patientenfreundlicher werden, die Qualität muss gesteigert werden. Langfristig soll größtmögliche Effizienz für das gesamte Gesundheitssystem erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss den Patienten klar gemacht werden, dass die teuerste Behandlung nicht immer die beste sein muss.
Der Bürger will Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen und ist durchaus bereit dafür zu zahlen. Eine Umstrukturierung des bestehenden Systems kann die Entstehung einer „Zwei-Klassen-Medizin“ noch verhindern.
Ihr Ansprechpartner: Dr. Hans Aubauer, Partner